Im Jemen flammt der Konflikt wieder auf. Regierungstreue Truppen griffen am Morgen Stellungen der Huthi-Miliz im Westen des Landes an, darunter Raketenabschussrampen. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.
Jahrelanger Krieg, neue Eskalationsstufe
Der Hintergrund ist komplex, aber nicht neu. Die Huthi-Miliz hat den Jemen 2014 förmlich überrannt und das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt. Seitdem kämpft die international anerkannte Regierung gemeinsam mit Saudi-Arabien gegen die Miliz. 2022 trat eine inoffizielle Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin. Mit dem Iran-Krieg ist der Konflikt nun auf eine neue Stufe eskaliert.
Tote bei Angriffen auf Mokka
Die Lage ist ernst. Die Huthi feuerten am Sonntagabend ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der Hafenstadt Mokka an der Westküste. Bei einem weiteren Angriff am Sonntag auf dieselbe Stadt kamen laut jemenitischer Regierung mehrere Menschen ums Leben, darunter Zivilisten. Auch andernorts im Jemen gab es bei Angriffen der Huthi zuletzt Tote.
Den Ausgangspunkt der jüngsten Eskalation markiert ein Ereignis aus dem Juli. Die international anerkannte Regierung führte eigenen Angaben zufolge Luftangriffe auf die von den Huthi kontrollierte Hauptstadt Sanaa durch, um die Landung eines iranischen Flugzeugs auf jemenitischem Boden zu verhindern. Die Huthi machten Riad verantwortlich, griffen daraufhin Ziele in Saudi-Arabien an und begannen kurz danach erneut Attacken auf Schiffe im Roten Meer.
Was bedeutet das für Aktionäre
Für Anleger dürfte die Eskalation im Jemen vor allem im Bereich Öl und Schifffahrt relevant sein. Angriffe auf Schiffe im Roten Meer hatten zuletzt die wichtige Handelsroute durch den Suezkanal empfindlich gestört, was Frachtkosten in die Höhe trieb und Aktien von Reedereien wie Hapag-Lloyd unter Druck setzte. Eine weitere Eskalation könnte die Risikoprämien für Rohöl und den Seefrachtmarkt erneut belasten.
Quelle: dpa-AFX
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