Steyr Motors-Aktie -13%: Jetzt im Crash investieren?
Alle Prognosen einkassiert
Auslöser des heftigen Kursrutsches der Steyr Motors-Aktie zum Wochenauftakt ist die Rücknahme der Jahresprognose durch das Management. Der Vorstand des österreichischen Industrieunternehmens musste heute einräumen, dass die bislang ausgegebenen Ziele für das laufende Jahr nicht mehr zu erreichen sind.
Grund für die Korrektur der Prognose sind laut Management-Angaben unerwartete Verzögerungen bei internationalen Rüstungsprojekten. Bürokratische Abnahme-, Beschaffungs- und Genehmigungsprozesse bei Behörden haben dazu geführt, dass im ersten Halbjahr geplante Umsätze in Höhe von rund 10 Millionen € nicht realisiert werden konnten.
Der Vorstand geht deshalb nicht mehr davon aus, dass diese Einbußen im zweiten Halbjahr vollständig aufgeholt werden können. Für 2026 peilt Steyr nur noch ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 25% an. Das würde einem Jahresumsatz von 56 bis 61 Millionen € entsprechen. Bislang ging das Unternehmen von einer Spanne zwischen 75 und 95 Millionen € aus.
Darüber hinaus rechnet Steyr Motors auch mit einer niedrigeren Marge im laufenden Jahr. Während das Management des Motorenspezialisten bislang eine EBIT-Marge von mindestens 15% in Aussicht stellte, werden es nach jüngsten Schätzungen wohl nur 8 bis 12%.
Und es kommt noch schlimmer: Neben der Senkung der Prognose für das laufende Jahr streicht das Unternehmen auch die ambitionierten Aussichten für 2027. Bislang ging Steyr Motors von einem Jahresumsatz in Höhe von 140 Millionen € und einem EBIT von 40 Millionen € aus. Obwohl die Nachfrage laut Management grundsätzlich aufrecht bleibt, verschieben sich die Auslieferungen um ein bis zwei Jahre nach hinten. Eine neue Prognose für das kommende Jahr lieferte Steyr Motors bislang noch nicht.
Du willst keine Entwicklungen in der Rüstungsindustrie versäumen? Höchste Zeit, unseren kostenlosen SD Insider Newsletter zu abonnieren!
Fällt das 12-Monatstief?
Bei der Steyr Motors-Aktie herrscht aktuell charttechnische Hochspannung. Der Kurs fällt zum Wochenbeginn auf das 12-Monatstief bei knapp über 28 €. Sollte dieser Boden nicht halten, droht ein weiterer massiver Abverkauf.
Das ist kein Beinbruch
Das Einkassieren der Prognose für 2026 und die komplette Streichung der Prognose für 2027 ist zweifellos eine herbe Enttäuschung und stellt auch einen gewissen Vertrauensverlust in die Prognosefähigkeit des Steyr-Managements dar. Aber es ist in meinen Augen auch kein Beinbruch. Projektverschiebungen um mehrere Monate oder gar Quartale sind in der Rüstungsindustrie nun mal an der Tagesordnung, weshalb man den kurzfristigen Zahlen und Prognosen eines Unternehmens wie Steyr Motors meiner Meinung nach keine allzu große Bedeutung beimessen sollte.
Ich glaube, dass der aktuelle Kurssturz eine gute Einstiegsgelegenheit in die Steyr Motors-Aktie darstellt. Mit einem Forward-KGV von 20 auf Basis der 2026er-Zahlen und von knapp 10 auf Basis der 2027er-Zahlen ist die Aktie meiner Einschätzung nach sehr moderat bewertet. Wir sprechen hier schließlich immer noch von einem Unternehmen, das mit über 15% wächst.
Mit einem Umsatz von 22,8 Millionen € und einem operativen Ergebnis (bereinigtes EBIT) von lediglich 0,1 Millionen € im ersten Halbjahr hinkt das Unternehmen den Erwartungen des Marktes deutlich hinterher. Aber die erwarteten Umsätze sind nicht verloren, sondern verschieben sich lediglich in die Zukunft.
Der Gesamtauftragsbestand von Steyr Motors liegt derzeit bei über 300 Millionen €. Das entspricht dem Fünffachen des prognostizierten Jahresumsatzes. Rund 200 Millionen € des Bestands sind fest kontrahierte, rechtlich bindende Aufträge. Der verbleibende Teil besteht aus langfristigen Rahmenvereinbarungen sowie unverbindlichen Vorbestellungen.
Abschließend: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
ℹ️ Steyr Motors in Kürze
- Die Steyr Motors AG (WKN: A40TC4) ist ein weltweit führendes Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Hochleistungs-Motoren. Diese werden vorwiegend in militärischen Spezialfahrzeugen, Booten (sowohl militärisch als auch zivil) sowie als Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven eingesetzt werden.
- Der Hauptsitz ist im österreichischen Steyr, das Unternehmen agiert weltweit.
- Größte Aktionärin bleibt die Beteiligungsgesellschaft Mutares.
- Die Börsennotierung im Scale-Segment erfolgt im Oktober 2024, die Börsenbewertung liegt aktuell bei 150 Millionen €.
Steyr Motors kaufen, halten oder verkaufen? Unsere zehnköpfige Redaktion berichtet regelmäßig über Steyr Motors und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Steyr Motors weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Vor diesem Hintergrund ist die Steyr Motors-Aktie meines Erachtens ein spannender Rüstungswert. Der Motorenbauer wird sich auch in den kommenden Jahren sehr dynamisch entwickeln und hat noch Potenzial bei der Marge. Angesichts dieser Wachstumsdynamik und dieses Margenpotenzials ist die Aktie meiner Meinung nach inzwischen zu niedrig bewertet.