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PayPal-Aktie: Jetzt ein Kauf?

Mit oder ohne Übernahme
Vincent Uhr
Bei der PayPal-Aktie stehen spannende Tage an. Zur Mitte der Woche tauchten Gerüchte auf, wonach eine Übernahme des US-amerikanischen Zahlungsdienstleisters im Raum stehe. Stripe und Advent seien demnach bereit, rund 53 Milliarden US$ in die Hand zu nehmen, um PayPal aufzukaufen. Je Aktie entspräche das einem Betrag von 60,50 US-Dollar. Ausgehend von einem aktuellen Aktienkurs von 56,20 US$ ergäbe sich ein Kurspotenzial von +7,6%. Doch was passiert, wenn PayPal nicht übernommen wird? Bleibt die Aktie auch dann noch ein Kauf?

Die Bewertung der PayPal-Aktie ist sehr günstig

Grundsätzlich ist die PayPal-Aktie sehr günstig bewertet. Bei dem aktuellen Aktienkurs und einem 2025er Gewinn je Aktie von 5,41 US$ liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei einem Wert von knapp über 10. Advent und Stripe würden daher ein Value-Schnäppchen machen, wenn ihnen die Übernahme gelingt. Der freie Cashflow der letzten 12 Monate lag bei rund 6 Milliarden US$. Das würde einen Multiplikator von aktuell ca. 9 bedeuten.

Im laufenden Geschäftsjahr 2026 dürfte der Gewinn je Aktie zwar leicht sinken. Dafür wächst das grundlegende Geschäft aber weiter. Im ersten Quartal stieg das Transaktionsvolumen um +11% im Jahresvergleich auf 464 Milliarden US$. Der Umsatz stieg hingegen um +7% auf 8,35 Milliarden US$. Die grundlegende Wachstumsgeschichte scheint daher weiterhin intakt. PayPal besitzt mit 439 Millionen aktiven Kunden außerdem ein großes Ökosystem, das das Vertrauen vieler Nutzenden genießt.

Attraktive Kapitalrückführungen

Das Management der PayPal-Aktie intensivierte zuletzt auch die Kapitalrückführungen. Allein in den letzten 12 Monaten kaufte man so beispielsweise für 6 Milliarden US$ eigene Aktien zurück. Bei der jetzigen Bewertung würde der Zahlungsdienstleister über 10% aller Aktien kaufen und einziehen. Jede noch ausstehende Aktie würde dann 10% mehr besitzen, der Gewinn würde sich auf entsprechend weniger Aktien verteilen. Im ersten Quartal des Jahres 2026 flossen immerhin erneut 1,5 Milliarden US$ in die Rückkäufe, die diese Tendenz auch im Jahre 2026 fortführen.

Aber auch die neu eingeführte Dividende wirkt attraktiv. Zwar läge die Dividendenrendite bei einer Quartalsdividende von 0,14 US$ und einem Aktienkurs von exakt 56 US$ bei gerade einmal 1%. PayPal verwendet für die Dividende jedoch lediglich rund 10% des Gewinns für. Würde das Ausschüttungsverhältnis auf 30% klettern, so wären aktuell über 3% Dividendenrendite möglich. PayPal besitzt jetzt interessante Ansätze, um in Zukunft zu einer attraktiven Dividendenaktie zu werden.

ℹ️ PayPal in Kürze

  • PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 439 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
  • Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
  • PayPal ist aktuell an der Börse mit rund 53 Milliarden US$ bewertet.

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Vincent Uhr

Fazit

Mein Fazit ist daher sehr eindeutig: Ich hoffe eigentlich nicht, dass die PayPal-Aktie übernommen wird. Selbst wenn die Aktie dann womöglich wieder korrigiert. Bei der jetzigen Bewertung mit einem KGV von ca. 10 würde mir ein starker Zahlungsdienstleister aus dem Portfolio genommen werden. Bei einer Übernahme wären gerade einmal 7,6% an Kursrendite möglich. Ich wittere langfristig ein bedeutend größeres Potenzial. Natürlich kann man jetzt auf schnelle Kursgewinne spekulieren, wenn Advent und Stripe den Zuschlag bekommen. Ich sehe in der Aktie des Zahlungsdienstleisters aber sehr viel mehr, als nur ein Übernahmeobjekt. Um daher die eingangs genannte Frage zu beantworten: Für mich bleibt die PayPal-Aktie auch unabhängig von den aktuellen Gerüchten ein attraktiver und momentan günstiger Kauf.