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Novo Nordisk-Aktie: Ist die Trendwende jetzt nachhaltig?

Über +40% seit Ende März
Nach einer monatelangen Talfahrt und Kursverlusten von annähernd -80% zeichnet sich bei der Aktie von Novo Nordisk eine Bodenbildung ab. Seit Ende März ging es für den dänischen Pharmakonzern um mehr als +40% nach oben. Nun fragen sich Anleger, ob die Erholung diesmal auch nachhaltig ist oder bloß eine weitere Gegenbewegung im übergeordnete Bärenmarkt.

Denecimig liefert starke Phase-3-Daten

Für neuen Rückenwind sorgen positive Studiendaten aus der Hämophilie-Pipeline. Auf dem Kongress der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) in Paris hat Novo Nordisk neue Zwischenergebnisse der laufenden Phase-3-Studie FRONTIER4 zum Antikörper Denecimig (Mim8) präsentiert.

Der Wirkstoff überzeugte sowohl beim Sicherheitsprofil als auch bei der Wirksamkeit. Neutralisierende Antikörper wurden nicht beobachtet, Reaktionen an der Injektionsstelle waren selten und ausschließlich mild. Gleichzeitig lagen die annualisierten Blutungsraten auf einem sehr niedrigen Niveau. Rund 71% der Erwachsenen und Jugendlichen sowie sogar 89% der Kinder blieben unter der Therapie vollständig frei von behandlungsbedürftigen Blutungen.

Damit bestätigt Denecimig die bereits positiven Ergebnisse früherer FRONTIER-Studien und untermauert seine Chancen auf eine spätere Zulassung. Seit September 2025 befindet sich der Wirkstoff bereits im Prüfverfahren der US-Arzneimittelbehörde FDA.

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GLP-1 bleibt der Wachstumsmotor

So erfreulich die Fortschritte in der Pipeline auch sind – der wichtigste Kurstreiber bleibt das milliardenschwere GLP-1-Geschäft. Mit Wegovy und Ozempic zählt Novo Nordisk weiterhin zu den weltweit führenden Anbietern von Diabetes- und Adipositas-Therapien. Besonders die neue Tablettenform von Wegovy entwickelt sich vielversprechend und stärkt die Wettbewerbsposition gegenüber dem US-Konzern Eli Lilly.

Gleichzeitig arbeitet der Konzern intensiv daran, seine Pipeline weiter auszubauen. Neben Denecimig richtet sich der Blick der Anleger vor allem auf CagriSema, dessen FDA-Entscheidung gegen Ende des Jahres erwartet wird. Unterstützt wird die Aktie zusätzlich durch das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 15 Milliarden Dänische Kronen, das das Ergebnis je Aktie langfristig stützen dürfte.

Attraktive Bewertung gegenüber Eli Lilly

Nach dem massiven Kursrückgang hat sich auch die Bewertung deutlich normalisiert. Das Forward-KGV liegt bei rund 15 und damit weniger als halb so hoch wie beim US-Konkurrenten Eli Lilly, dessen erwartetes KGV über 30 beträgt. Gleichzeitig bietet Novo Nordisk mit einer Dividendenrendite von rund 3,6% einen deutlich höheren laufenden Ertrag.

Auch die Analysten bleiben trotz zuletzt vorsichtigerer Töne überwiegend konstruktiv. Die Mehrheit empfiehlt die Aktie zum Halten oder Kaufen. Viele Experten sehen nach der deutlichen Bewertungskorrektur wieder ein attraktives langfristiges Chance-Risiko-Verhältnis.

Risiken gibt es allerdings weiterhin. Dazu zählen der zunehmende Wettbewerb mit Eli Lilly, mögliche politische Preissenkungen auf dem wichtigen US-Markt sowie das bei Biotechunternehmen typische Risiko enttäuschender Studiendaten oder regulatorischer Rückschläge.

Charttechnik spricht für eine Trendwende

Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild zuletzt deutlich aufgehellt. Nach dem dramatischen Einbruch vom Rekordhoch bei 1.033 DKK im Sommer 2024 korrigierte die Aktie zeitweise um nahezu -80% und vollzog dabei einen Pullback bis an die langfristige 200-Monats-Linie. Dort kehrten die Käufer eindrucksvoll zurück.

Seither hat der Titel sämtliche wichtigen gleitenden Durchschnittslinien zurückerobert und zusätzlich den langfristigen Abwärtstrendkanal nach oben verlassen. Damit sind die Voraussetzungen für eine nachhaltige Erholung grundsätzlich geschaffen. Solange diese Marken verteidigt werden, spricht die Charttechnik für weiter steigende Kurse.

ℹ️ Novo Nordisk in Kürze

  • Novo Nordisk (WKN: A3EU6F) mit Sitz in Bagsværd bei Kopenhagen produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen.
  • Der Konzern ist der weltweit führende Hersteller von Insulin. Fast jedes dritte Diabetes-Präparat weltweit stammt vom dänischen Pharmakonzern. Außerdem ist Novo Nordisk in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente und Hormonersatztherapien aktiv.
  • Darüber hinaus ist Novo Nordisk eines der weltweit führenden Unternehmen in der Herstellung von Adipositas-Medikamenten (Mittel zur Gewichtsabnahme).
  • Das Unternehmen wird aktuell mit rund 195 Milliarden € bewertet – inklusive der nicht handelbaren A-Aktien.

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Fazit

Novo Nordisk beweist mit den überzeugenden Denecimig-Daten, dass der Konzern weit mehr zu bieten hat als seine erfolgreichen GLP-1-Blockbuster. Die starke Pipeline, die günstiger gewordene Bewertung gegenüber Eli Lilly und das laufende Aktienrückkaufprogramm sprechen für eine weiterhin positive langfristige Investmentstory.

Kurzfristig richten sich die Blicke auf den Quartalsbericht am 5. August sowie auf die erwartete FDA-Entscheidung zu CagriSema gegen Jahresende. Zwar bleibt die Aktie aufgrund klinischer und regulatorischer Risiken typisch volatil, doch nach der massiven Korrektur erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Anleger inzwischen wieder durchaus attraktiv.

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