BASF-Aktie: Mega-IPO wirft Schatten voraus
Milliardenbewertung für die Agrarsparte sorgt für neue Fantasie
Auslöser der jüngsten Erholung sind erstmals konkretere Details zum geplanten Börsengang der Agrarsparte. Laut Informationen aus Finanz- und Unternehmenskreisen strebt BASF für den Bereich mit Saatgut und Pflanzenschutz eine Bewertung zwischen 20 und 30 Milliarden € an. Der Teilbörsengang ist für 2027 vorgesehen, zunächst soll allerdings lediglich ein Minderheitsanteil an die Börse gebracht werden. Die Kontrolle über das Geschäft will BASF behalten.
Die Bewertung sorgt für Aufmerksamkeit: Obwohl die Sparte nur rund ein Sechstel des Konzernumsatzes erwirtschaftet, könnte sie am oberen Ende der Spanne mehr als die Hälfte der aktuellen Börsenbewertung des gesamten Konzerns ausmachen.
Genau darin sehen viele Investoren erhebliches Potenzial. Eine eigenständige Agrargesellschaft dürfte aufgrund ihrer höheren Margen und besseren Wachstumsperspektiven deutlich höher bewertet werden als das zyklischere Chemiegeschäft. Solche Abspaltungen haben in der Vergangenheit häufig zusätzlichen Unternehmenswert freigesetzt.
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Solide Perspektiven – aber wichtige Termine stehen bevor
Bis zum geplanten Börsengang dürfte BASF weitere Details zur Struktur der Transaktion sowie Finanzkennzahlen der Agrarsparte veröffentlichen. Bereits im Herbst sollen die begleitenden Investmentbanken ausgewählt werden. Zuvor richtet sich der Fokus jedoch auf den Quartalsbericht am 29. Juli, der Aufschluss über die Margenentwicklung, den Konzernumbau und mögliche neue Informationen zum IPO liefern dürfte.
Operativ meldete BASF zuletzt zudem Fortschritte beim neuen Verbundstandort in China. Das Werk wurde planmäßig und sogar unter Budget fertiggestellt. Ab 2027 soll der Standort einen positiven Ergebnisbeitrag leisten.
Gleichzeitig schreitet das milliardenschwere Sparprogramm voran: Es soll die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig verbessern.
Bewertung, Dividende und Analysten sprechen für die Aktie
Mit einem Forward-KGV von etwas über 18 wird BASF zwar leicht über dem langjährigen Durchschnitt bewertet. Angesichts der möglichen Wertfreisetzung durch den Börsengang erscheint dieses Bewertungsniveau jedoch durchaus vertretbar. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von knapp 5%, die den Titel insbesondere für langfristig orientierte Anleger attraktiv macht.
Auch die Analysten bleiben überwiegend konstruktiv. Die Mehrheit empfiehlt die Aktie zum Kauf oder Halten. Die durchschnittlichen Kursziele liegen je nach Erhebung zwischen rund 51 und 55 €, optimistische Analysten sehen sogar Kurse von über 60 €.
Risiken bleiben dennoch bestehen. Dazu zählen die anhaltende Schwäche der Chemiekonjunktur, hohe Energiekosten in Europa, die starke Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung in China sowie mögliche Verzögerungen oder eine ungünstige Marktphase für den geplanten Börsengang.
Chartbild hellt sich wieder auf
Charttechnisch hat sich die Ausgangslage zuletzt deutlich verbessert. Nachdem die Aktie im April am Widerstand bei 55 € gescheitert war und anschließend rund -16% korrigierte, markierte sie Anfang Juli bei 46 € ein Tief. Dort drehte der Kurs exakt am Doppelsupport aus 200-Tage-Linie und der überwundenen langfristigen Abwärtstrendlinie seit dem Rekordhoch von Anfang 2018 wieder nach oben.
Nun richtet sich der Blick auf die 50-Tage-Linie sowie die psychologisch wichtige Marke von 50 €. Gelingt der Sprung darüber, dürfte sich das positive Momentum weiter verstärken. Der entscheidende Befreiungsschlag wäre allerdings erst mit einem nachhaltigen Ausbruch über den hartnäckigen Widerstandsbereich um 55 € geschafft.
ℹ️ BASF in Kürze
- BASF (WKN: BASF11) ist der nach Umsatz größte Chemiekonzern der Welt. Er ist in den sechs Segmenten Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions tätig.
- Neben dem Hauptwerk in Ludwigshafen am Rhein betreibt der Konzern weltweit über 230 Produktionsstandorte in mehr als 90 Ländern.
- Der 1865 gegründete Traditionskonzern ist Mitglied im DAX und aktuell an der Börse mit rund 44 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Mit der milliardenschweren Bewertung der Agrarsparte erhält die BASF-Aktie einen neuen Kurstreiber. Sollte der geplante Teilbörsengang wie erwartet umgesetzt werden, könnte der Markt den Wert des Konzerns künftig deutlich höher ansetzen.
Gleichzeitig sorgen die attraktive Dividendenrendite, der laufende Konzernumbau und die mehrheitlich positiven Analysteneinschätzungen für Rückenwind. Kurzfristig dürfte der Quartalsbericht Ende Juli den Takt vorgeben. Für langfristig orientierte Anleger bleibt BASF jedoch eine interessante Dividenden- und Turnaround-Story mit weiterem Aufwärtspotenzial.
Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.