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BYD-Aktie: Darauf achten Anleger jetzt besonders

Auslandsgeschäft wächst stark
Bei BYD zeigt sich derzeit ein zweigeteiltes Bild. Während das Geschäft in China weiter schwächelt, wächst der Konzern außerhalb des Heimatmarktes mit hohem Tempo. Besonders die Exporte und der Ausbau der Produktion in Europa werden für die weitere Entwicklung immer wichtiger.

Exporte gleichen die Schwäche in China aus

BYD hat im Juni den zweiten Monat in Folge wieder mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor. Ausschlaggebend war jedoch nicht der chinesische Heimatmarkt, sondern das Geschäft im Ausland. Die internationalen Verkäufe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 94,7% auf 175.349 Fahrzeuge. In China gingen die Verkäufe dagegen um rund 22% zurück.

Damit wird deutlich, wie wichtig die internationale Expansion inzwischen für BYD geworden ist. Der chinesische Automarkt leidet weiterhin unter einer schwachen Nachfrage und einem intensiven Preiskampf. Die gesamten Pkw-Verkäufe in China fielen im Juni bereits den neunten Monat in Folge, während die Autoexporte des Landes kräftig zulegten.

BYD selbst hält für 2026 an einem ehrgeizigen Ziel fest: Das Unternehmen möchte im laufenden Jahr rund 1,5 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas verkaufen. Langfristig könnte das Ausland nach Einschätzung des Managements sogar etwa die Hälfte des gesamten Geschäfts ausmachen.

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Zweites Werk in Europa rückt näher

Ein wichtiger Teil dieser Strategie ist der Aufbau eigener Produktionskapazitäten in Europa. BYD steht offenbar kurz vor der Entscheidung über einen zweiten europäischen Standort. Als mögliche Länder gelten derzeit vor allem Spanien und Frankreich. Dabei prüft der Konzern auch die Übernahme eines bestehenden Werks eines traditionellen Autobauers.

Eine Produktion direkt in Europa hätte mehrere Vorteile. BYD könnte näher an den Kunden fertigen, Transportwege verkürzen und die zusätzlichen EU-Zölle auf chinesische Elektroautos teilweise umgehen. Gleichzeitig möchte der Konzern seine Marke in Europa stärker etablieren und nicht dauerhaft nur als Importeur auftreten.

Auch Kanada wird für BYD interessanter. Das Unternehmen hat bereits erste Schritte zur Einfuhr von Fahrzeugen eingeleitet und plant laut Reuters noch in diesem Jahr die Eröffnung von sechs Autohäusern. Damit erschließt BYD zunehmend Märkte, in denen chinesische Hersteller bislang kaum vertreten waren.

Wachstum ist stark – die Margen bleiben das Problem

Trotz der starken internationalen Entwicklung ist bei BYD nicht alles positiv. Der Konzern meldete für 2025 erstmals seit 2021 wieder einen Gewinnrückgang. Der Jahresgewinn sank um 19% auf rund 4,7 Milliarden US$, obwohl der Umsatz einen Rekordwert erreichte. Hauptgründe waren der harte Preiskampf in China, eine schwächere Nachfrage und der damit verbundene Druck auf die Margen.

Für Anleger wird deshalb nicht nur entscheidend sein, wie viele Fahrzeuge BYD verkauft. Mindestens genauso wichtig ist die Frage, ob das Unternehmen mit der Expansion auch wieder profitabler wachsen kann. Neue Werke, der Aufbau eines Händlernetzes und aggressive Preise kosten zunächst viel Geld.

ℹ️ BYD in Kürze

  • BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
  • Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
  • Mit einer Marktkapitalisierung von rund 103 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.

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Fazit

BYD wächst im Ausland inzwischen deutlich schneller als im eigenen Heimatmarkt. Die fast verdoppelten internationalen Verkäufe zeigen, dass die Expansionsstrategie funktioniert. Ein zweites Werk in Europa könnte diesen Trend weiter beschleunigen. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, wie profitabel dieses Wachstum am Ende ist. Gelingt es BYD, die schwache Entwicklung in China durch höhere Auslandserlöse auszugleichen und gleichzeitig die Margen zu stabilisieren, bleibt die Aktie interessant. Ohne eine Verbesserung bei den Gewinnen könnte der starke Absatz dagegen schnell an Wirkung verlieren.