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VW-Vorzugsaktie: Droht weiterer Abverkauf oder bietet sich jetzt eine Einstiegschance?

Neue Gerüchte über Sparprogramm
Es vergeht derzeit kaum ein Tag ohne neue negative Schlagzeilen rund um den Volkswagen-Konzern. Entsprechend stark ist auch die VW-Vorzugsaktie unter Druck geraten und notiert am Dienstag aktuell bei rund 76,20 €. Damit ist sie auf ein Kursniveau zurückgefallen, das zuletzt im Jahr 2010 erreicht wurde. Für Anleger stellt sich daher die Frage: Ist der Abwärtstrend noch nicht beendet oder eröffnet das niedrige Kursniveau bereits eine attraktive Einstiegsmöglichkeit?

Sparprogramm könnte nochmals ausgeweitet werden

Volkswagen befindet sich mitten in einem der größten Transformationsprozesse seiner Unternehmensgeschichte.

Die Herausforderungen sind vielfältig: In China wächst der Wettbewerbsdruck durch heimische Elektroautohersteller kontinuierlich, während in den USA Importzölle die Wettbewerbsfähigkeit belasten. Gleichzeitig schwächelt die Nachfrage in mehreren wichtigen Absatzmärkten.

Bereits beschlossene Sparmaßnahmen sehen den Abbau von rund 50.000 Stellen bis 2030 vor. Nach Medienberichten reichen diese Einsparungen jedoch nicht aus. Demnach prüft der Konzern inzwischen eine Ausweitung des Stellenabbaus auf bis zu 100.000 Arbeitsplätze sowie die Schließung mehrerer deutscher Werke, darunter Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Sollten diese Pläne umgesetzt werden, wäre dies einer der tiefgreifendsten Einschnitte in der Geschichte des Unternehmens.

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Widerstand gegen den Umbau wächst

Die angekündigten Maßnahmen stoßen allerdings auf massiven Widerstand.

Gewerkschaften lehnen die Pläne entschieden ab und haben bereits Protestaktionen angekündigt. Ihrer Ansicht nach lassen sich die strukturellen Probleme des Konzerns nicht allein durch Stellenabbau lösen. Vielmehr brauche Volkswagen wieder wettbewerbsfähige Produkte und eine überzeugende Modellstrategie.

Auch aus der Politik kommt Gegenwind. Besonders die betroffenen Bundesländer sprechen sich gegen Werksschließungen aus. Niedersachsen hält rund 20 % der Stimmrechte und verfügt gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern über erheblichen Einfluss im Aufsichtsrat. Dadurch könnten weitreichende Sparmaßnahmen blockiert werden.

Sollte es tatsächlich zu einer Pattsituation kommen, könnte der Vorstand versuchen, über eine außerordentliche Hauptversammlung die Aktionäre entscheiden zu lassen. Damit bleibt die Unsicherheit vorerst hoch.

Erste operative Fortschritte erkennbar

Operativ verlief das vergangene Geschäftsjahr enttäuschend. Der Konzerngewinn brach um rund 44% auf 6,9 Milliarden € ein. Bei einem Umsatz von rund 322 Milliarden € entsprach dies einer operativen Marge von lediglich 2,1%.

Im ersten Quartal zeigten die bereits eingeleiteten Maßnahmen jedoch erste Wirkung. Die operative Marge verbesserte sich auf 3,3%. Für das Gesamtjahr strebt Volkswagen weiterhin eine operative Marge zwischen 4 und 5,5% an.

Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt maßgeblich davon ab, wie konsequent der Konzern seine Restrukturierung umsetzen kann und wie sich die Nachfrage in den Kernmärkten entwickelt.

Bewertung

Der schwache Kursverlauf spiegelt die zahlreichen Unsicherheiten wider. Kurzfristig bleibt das Risiko weiterer Rückschläge bestehen, insbesondere wenn sich der Konflikt zwischen Vorstand, Arbeitnehmervertretern und Politik verschärfen sollte.

Auf der anderen Seite erscheint ein großer Teil der negativen Erwartungen inzwischen bereits im Aktienkurs berücksichtigt. Gelingt es Volkswagen, die Profitabilität nachhaltig zu steigern und die Restrukturierung erfolgreich umzusetzen, könnte sich die Bewertung mittelfristig wieder deutlich verbessern.

Ein zusätzlicher Pluspunkt bleibt die attraktive Dividende. Selbst wenn die Ausschüttung gegenüber zuletzt 5,26 € je Vorzugsaktie reduziert werden sollte, dürfte die Dividendenrendite auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin überdurchschnittlich ausfallen.

ℹ️ VW in Kürze

  • Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
  • Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Die Marktkapitalisierung der Vorzugsaktie liegt bei ca. 37,5 Milliarden €.

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Fazit

Kurzfristig kann die Nachrichtenlage den Kurs weiterhin belasten und weitere Schwankungen sind nicht auszuschließen. Die Restrukturierung des Konzerns dürfte herausfordernd bleiben.

Aus mittel- bis langfristiger Sicht erscheint die Bewertung jedoch zunehmend attraktiv. Sollte die Transformation gelingen, könnte die Aktie erhebliches Erholungspotenzial besitzen. Für langfristig orientierte Anleger könnte das aktuelle Kursniveau daher eine interessante Einstiegsgelegenheit darstellen.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.