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Friedrich Vorwerk-Aktie: Nach dem Rückgang wieder einsteigen?

Eine Analyse
Die Friedrich Vorwerk-Aktie befindet sich seit dem Hoch Anfang des Jahres mit 87 € in einem volatilen Abwärtstrend. Am Freitag verliert sie aktuell leicht und steht bei 68,20 €. Damit beträgt der Gesamtrückgang seit Jahresanfang rund -20%. Hier stellt sich die Frage: Lohnt sich schon eine Investition?

Nebenwerte nicht im Fokus

Momentan dominieren die KI-Werte die gesamten Börsen. Dabei geraten Nebenwerte wie Friedrich Vorwerk noch stärker in den Hintergrund.

Und dennoch sollten diese Aktien nicht unterschätzt werden. Gerade in Phasen stärkerer Kurseinbrüche könnten sie die zukünftigen Gewinner sein. Voraussetzung ist, dass sie über ein stabiles Geschäftsmodell verfügen.

Bei Friedrich Vorwerk ist das der Fall. Hierbei handelt es sich um ein Spezialunternehmen, das für den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur führend ist.

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Infrastrukturinvestitionen beginnen

Mit dem beschlossenen Infrastruktur-Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden € dürften ab 2026 zahlreiche Großprojekte konkret umgesetzt werden. Bislang standen vor allem Planung und Genehmigungsverfahren im Fokus. Dieser Prozess scheint sich nun zunehmend der Endphase zu nähern.

Deutschland steht vor erheblichen Investitionen in seine Energie- und Versorgungsinfrastruktur. Benötigt werden unter anderem leistungsfähige Stromtrassen, moderne Gasnetze und künftig verstärkt Wasserstoffleitungen.

Genau in diesem Bereich ist Vorwerk hervorragend positioniert. Das Unternehmen bietet Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an – von der Planung bis zur Umsetzung komplexer Infrastrukturprojekte.

Starkes operatives Wachstum

Der positive Wachstumstrend aus dem Vorjahr setzte sich auch im ersten Quartal fort. Traditionell fällt das Auftaktquartal aufgrund schlechter Witterungsbedingungen eher schwächer aus. Dennoch konnte Vorwerk erneut überzeugen.

Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 5 % auf 139,2 Millionen €. Positiv wirkte sich dabei insbesondere der Personalaufbau aus.

Zusätzlich verwies das Unternehmen auf die starke Entwicklung der sogenannten Arbeitsgemeinschaften, die bei Großprojekten eine wichtige Rolle spielen. Dort erhöhte sich der Umsatz um 14,3 % auf 173,7 Millionen €.

Besonders beeindruckend entwickelte sich die Profitabilität:

Das operative EBITDA sprang um 74,7 % auf 31,8 Millionen €. Ausschlaggebend hierfür waren niedrigere Materialkosten sowie eine höhere Wertschöpfung innerhalb der Arbeitsgemeinschaften.

Die EBITDA-Marge verbesserte sich dadurch deutlich um neun Prozentpunkte auf starke 22,8 %.

Auch die Bilanz bleibt äußerst solide: Ende März verfügte Vorwerk über eine Nettoliquidität von 249 Millionen €.

Insgesamt fällt die operative Entwicklung damit sehr überzeugend aus. Spannend wird es jetzt, wie das zweite Quartal ausfiel.

Prognose bestätigt

Für das Gesamtjahr zeigt sich der Konzern weiterhin optimistisch und bestätigte seine Prognose.

Der Umsatz soll 2026 auf 730 bis 780 Millionen € steigen, nachdem im Vorjahr 705 Millionen € erzielt wurden.

Beim operativen EBITDA erwartet das Unternehmen einen Wert zwischen 160 und 180 Millionen €. Im Vorjahr lag dieser bei 163 Millionen €.

Die Grundlage für diese Erwartungen bildet vor allem der hohe Auftragsbestand: Der direkte Auftragsbestand liegt bei rund 1,1 Milliarden €. Hinzu kommen weitere 1,4 Milliarden € aus den Arbeitsgemeinschaften.

Bewertung

Der Kursrückgang dürfte in erster Linie auf den derzeitigen Fokus der Anleger auf KI- und Technologiewerte zurückzuführen sein. Viele qualitativ hochwertige Nebenwerte sind dadurch zuletzt in den Hintergrund geraten.

Fundamental präsentiert sich Friedrich Vorwerk hingegen weiterhin in einer starken Verfassung. Das Unternehmen verfügt über einen hohen Auftragsbestand, eine solide Bilanz und wächst profitabel. Hinzu kommen die langfristigen Chancen durch den Ausbau der Energie- und Wasserstoffinfrastruktur.

Aus meiner Sicht spiegelt die aktuelle Bewertung diese positiven Perspektiven nicht vollständig wider. Sollten sich die Infrastrukturinvestitionen wie erwartet beschleunigen und Vorwerk seine Prognosen erfüllen, besitzt die Aktie wieder deutliches Aufwärtspotenzial. Positiv zu werten sind zudem die zuletzt gemeldeten Insiderkäufe, die als Vertrauenssignal des Managements interpretiert werden können.

ℹ️ Friedrich Vorwerk in Kürze

  • Die Friedrich Vorwerk Group SE mit Sitz im niedersächsischen Tostedt ist ein führender Dienstleister im Bereich der Energieinfrastruktur.
  • Hierzu zählen die Konzipierung, Realisierung und Inbetriebnahme komplexer Energienetze für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen.
  • Das Unternehmen notiert im SDAX-Index und ist rund 1,4 Milliarden € wert.

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Fazit

Der Rücksetzer eröffnet aus meiner Sicht wieder interessante Einstiegsmöglichkeiten für langfristig orientierte Anleger. Kurzfristig könnte die Aktie aufgrund der Zurückhaltung gegenüber Nebenwerten zwar volatil bleiben.

Mittel- bis langfristig sprechen jedoch der hohe Auftragsbestand, die starke operative Entwicklung und die zu erwartenden Infrastrukturinvestitionen für weiter steigende Kurse. Kurse im Bereich von 85 € erscheinen bei einer unverändert positiven Geschäftsentwicklung durchaus realistisch.

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