Klarna-Aktie +11,5%: Diesen Tournaround hat niemand kommen sehen
Hier gehts heiß her
Das Patent- und Marktgericht Stockholm verkündete am 1. Juli 2026 sein Urteil: Google muss Klarnas Tochter PriceRunner 14,3 Milliarden schwedische Kronen zahlen. Das Gericht befand, dass Google sein Preisvergleichs-Tool über Jahre hinweg in den Suchergebnissen unrechtmäßig bevorzugt hatte, während konkurrierende Dienste wie PriceRunner systematisch zurückgedrängt wurden.
Das war keine kleine Geldbuße – es war der höchste Kartellschadensersatz in der schwedischen Justizbilanz überhaupt. Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski nannte es „einen historischen Sieg für fairen Wettbewerb.”Die Aktie sprang im vorbörslichen Handel um +11,5% nach oben, schloss dann mit einem Plus von etwa +6-7%.
Gehts jetzt (endlich) aufwärts?
Klarna startete 2026 als eine der schwächsten Tech-Aktien. Mit einem YTD-Minus von-28% haben viele Anleger das FinTech aufgegeben. Doch im Juni und Juli 2026 kam der Umschwung: Seit drei Monaten verzeichnet die Aktie einen Aufwärtstrend, der seinesgleichen sucht. +57% innerhalb von drei Monaten. Allein seit Anfang Juni ging es +17% aufwärts.
Das Gerichtsverdikt war nicht nur der Katalysator für einen Trendwechsel, sondern hat der Bank die nötige Aufmerksamkeit geschenkt, die Investoren dazu zwang sich tiefer mit dem Unternehmen und dessen Zukunft zu beschäftigen.
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Chartsignale
Klarna zeigt ein klassisches V-förmiges Korrekturmuster. Die Aktie fiel von September 2025 (IPO bei ~22-24 USD) bis Mai 2026 auf ein Tief um 12-13 € – das ist ein Absturz von etwa -45 bis 50%.
Seit Mai 2026 baut Klarna aber einen stabilen Aufwärtstrend auf:
- Höheres Tief im Juni: Die Aktie fiel im Juni nur auf 13,69 € nach dem letzten Tief von 11,87 € im Mai.
- Höheres Hoch im Juni: Jeden Tag leicht höher, bis zum Gerichtsurteil-Jump auf 18-19 €.
- Volumen: Der Jump am 1. Juli kam mit stark erhöhtem Volumen – das ist charttechnisch bullish (kein Pump-Dump, sondern institutionelle Käufe)
Der Aufwärtstrend hat sich in den letzten 6 Wochen grundlegend verfestigt. Das V-Muster ist nicht mehr fragil – es könnte tatsächlich ein Wendepunkt sein.
Zu früh abgeschrieben?
Klarna hat im ersten Quartal 2026 erstmals die Marke von 1 Milliarde US$ Umsatz in einem Auftaktquartal geknackt (+44 % zum Vorjahr). Der bereinigte operative Gewinn lag bei 68 Millionen US$ (im Vorjahresquartal waren es gerade einmal 3 Millionen). Vor allem das US-Geschäft boomt.
- BNPL-Boom stabilisiert sich: Nach der Krise 2023-2025 (hohe Ausfallraten, Zinsschocks) stabilisiert sich der „Buy Now, Pay Later"-Markt. Klarna hatte 2025 Verluste gemacht, aber 2026 zeigen sich erste Profitabilitäts-Signale.
- KI-Integration: Klarna nutzt sein Daten-Reservoir (119 Millionen User) um KI-Shopping-Tools zu bauen. Eine Shopping-Search-Funktion in ChatGPT ist der erste Schritt zu einem „Agentic Commerce"-Play – das könnte das Geschäftsmodell neu erfinden.
- Unterstützung von Googles UCP: Klarna unterstützt als einer der ersten Finanzdienstleister Googles neues Universal Commerce Protocol (UCP). Smarte KI-Assistenten der Nutzer sollen in Zukunft autonom im Hintergrund Preise vergleichen und Einkäufe über Klarna abwickeln.
- PriceRunner-Synergie: Der Kartellsieg bestätigt, dass PriceRunner wertvoll ist. Klarna integriert die Vergleichstechnologie in ihre App und monetarisiert sie durch KI-Affinity.
ℹ️ Klarna in Kürze
- Klarna (WKN: A414N7) ist ein 2005 gegründeter schwedischer Zahlungsanbieter mit Hauptsitz in Stockholm.
- Das Unternehmen bietet verschiedene Zahlungsmöglichkeiten für das Online-Shopping an.
- Schwerpunkt sind Buy now, pay later-Leistungen, also der Kauf von Waren mit späterer Bezahlung.
- Klarna notiert an der New York Stock Exchange und ist ca. 7,7 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Charttechnisch ist der Aufwärtstrend überzeugend und das V-Muster könnte bis Jahresende auf 30 € führen (nahe IPO-Level). Fundamental sind die KI- und BNPL-Stabilisierungstrends wichtiger als die Milliarden-Zahl von Google.
Doch einen wichtigen Dämpfer oder auch Risiko gibt es noch: Der Gesetzgeber will das Unternehmen ab dem 20. November 2026 zu einer unschönen Kehrtwende bei seinem Kernprodukt „Buy Now, Pay Later“ zwingen. Kleinkredit sollen ab dann einer strengeren Prüfung unterliegen. Somit muss Klarna mehr Zeit und Arbeitskraft in die Bonitätsprüfung stecken. Zudem erhalten Verbraucher erstmals ein gesetzliches 14-tägiges Widerrufsrecht auf den Ratenkauf, was sowohl eine Chance wie auch ein Risiko für Klarnas Umsätze sein könnte.
Aktuell ist die Aktie meiner Ansicht nach kein Kaufkandidat, aber mein Interesse ist stark gestiegen. Klarna macht einen zukunftssicheren Eindruck und zeigt klare Skalierungspotenziale auf.
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