3 Anti-KI-Wetten, die unter dem Radar fliegen
Glanbia: Der Protein-Boom
Das irische Unternehmen Glanbia ist nicht auf dem Radar der durchschnittlichen Privatanleger, obwohl es an einem der hartnäckigsten Megatrends profitiert: dem globalen Fitness- und Performance-Ernährungs-Boom.
Der Konzern dominiert zwei Geschäftsfelder – Premium-Markenprodukte wie Proteinpulver und Sportriegel einerseits, spezialisierte Zutatenlösungen für Lebensmittelhersteller von Molkereiprodukten andererseits.
Die Marke Optimum Nutrition, in Glanbias Portfolio, ist dabei eine Legende. Sie ist die weltweit führende Proteinmarke mit Jahrzehnten an Glaubwürdigkeit in der Fitness-Community.
Im ersten Quartal 2026 wuchs die Performance-Nutrition-Sparte um 11,5%, während Health & Nutrition um 12,5% kletterte. Im Q1-Bericht bestätigte das Management starke Nachfrage in der Proteinpulver-Kategorie, mit Optimum Nutrition wachsend über dem Kategorie-Durchschnitt.
Die Aktie notiert mit einem Forward-KGV von rund 18, was für ein Unternehmen mit strukturellem Wachstum fair ist. Zudem kann die Aktie einen stetigen charttechnsichen Aufwärtsttrend vorweisen. YTD legte sie bereits um +66% zu.
Philip Morris: Der Tabakkonzern, der sich neu erfunden hat
Das klassische Missverständnis über Philip Morris International: Es ist kein sterbender Zigarettenhersteller, der um Marktanteile kämpft. Der Konzern transformiert sich bewusst in einen Anbieter von alternativen Nikotinprodukten mit höherer Gewinnmarge und besserer regulatorischer Perspektive.
Die Transformation gelingt nun schon seit einigen Jahren exzellent, denn seit Anfang 2024 ist der Kurs um +92% angestiegen und Investoren sehen weiteres Aufwärtspotenzial im Zuge des rauchfreien Nikotintrends (E-Zigaretten, Nikotinbeutel), auf den PMI sich stärker denn je fokussiert.
Das Geschäftsjahr 2025 zeigte einen Umsatzanstieg um 7,35% und der Gewinn verdoppelte sich. Mit einer Nettogewinnmarge von 27,9% lässt es sich als Anleger gut aushalten, denn PMI zahlt 2,6% Dividendenrendite und eine garantierte Quartalsdividenden von 1,47 US$. Das ist der Effekt des Umbaus zum Smokefree-Geschäft.
IQOS, der beheizte Tabakerhitzer, ist mittlerweile wertvoller als die klassische Marlboro-Zigarettenlinie. Doch noch wertvoller ist der Boom der Nikotinbeutel unter der Marke ZYN, welcher in den USA exponentiell wächst. PMI kontrolliert den nordamerikanischen Markt für diese wenig regulierten, hochmargigen Produkte.
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Veolia: Alles ist nichts ohne Wasser
Veolia operiert in dem Segment Wasser-, Abfall- und Energiemanagement. Der französische Konzern hat sich nach der großen Suez-Übernahme 2021 (Suez war die zweitgrößte Firma in der Wasser- und Abfallwirtschaft) zum globalen Marktführer entwickelt.
Die Performance-Entwicklung spricht für sich: Die Aktie ist in 2026 um rund +22% gestiegen und lagert nahe dem 52-Wochen-Hoch. Charttechnisch hat Veolia einen klaren Aufwärtstrend aufgebaut, mit durchgehend höheren Tiefs und höheren Hochs seit Mitte 2025 – die klassische Struktur eines sich verfestigenden Aufwärtstrends.
Der Grund für die Stabilität liegt in der Vertragsstruktur selbst: Wasser- und Entsorgungsverträge sind typischerweise langfristig angelegt und inflationsindexiert, das heißt, die Gebühren sind an die Inflationsrate gekoppelt. Das macht Veolia zum Inflations-Hedge – bedeutet in inflationären Zeiten steigen die Einnahmen automatisch.
Veolia arbeitet typischerweise mit EBITDA-Margen von 15,5% – das ist für einen Infrastruktur-Dienstleister beeindruckend und deutlich mehr im Vergleich zu anderen europäischen Versorgungsunternehmen.
Veolia hat nämlich zwei entscheidende Vorteile. Zum einen die langfristigen Verträge, die ein natürliches Monopol kreieren, und zum anderen die legendäre Suez-Integration, die finanziell sogar besser als geplant verläuft und für enorme Kosteneinsparungen gesorgt hat und noch sorgen wird. Für 2026 gibt das Management ein Guidance aus von 10 bis 11% organisches Gewinnwachstum durch Synergien aus der Suez-Integration und dem Infrastruktur-Ausbau.
Mit einer Dividendenrendite von derzeit 4,1% bietet Veolia nicht nur Kurspotenzial, sondern auch konsistentes Einkommen.
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Fazit
Während die ungesunde FOMO (Fear Of Missing Out) bei Technologie-Anlegern mehr und mehr wächst, wächst auch die zerstörerische Volatilität dieser Technologie-Werte.
Anti-KI-Werte wachsen im Gegenzug weniger schnell und radikal, doch sie brauchen auch keine algorithmen-bedingte Disruption fürchten. Ich nenne es “Das entspannte Investieren”, denn ich habe die Anti-KI-Aktien besonders an den Tagen beobachtet, wo der gesamte Tech-Sektor einbrach. Dabei musste ich immer wieder feststellen, dass genau diese Werte unbeirrt steigen, wenn alles andere fällt.
Alle drei Aktien verdienen in jeder Konjunktur verlässlich Geld und zahlen das zurück an Anleger, die Geduld mit langfristigen Positionen haben. Daher sind sie für mich einen Kauf wert.
Wir haben noch mehr Dividenenwerte für Dich in unserer Liste der 10 Dividendentitel zusammengefasst. Ein Blick darauf lohnt sich!