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Strategy-Aktie: Befreiungsschlag oder Eingeständnis des Scheiterns?

Neuer Geschäftsrahmen
Seit fast einem Jahr kennt die Strategy-Aktie fast nur eine Richtung, und zwar nach unten. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Bitcoin-Holding mehr als -75% ihres Börsenwerts eingebüßt. Doch am gestrigen Montag ging es plötzlich um +12% nach oben. Was steckte hinter dem Kurssprung und könnte er der Beginn eines Rebounds der Strategy-Aktie sein?

Ein neuer Geschäftsrahmen

Auslöser des gestrigen Kurssprungs der Strategy-Aktie ist die Bekanntgabe eines neuen „Digital Credit Capital Frameworks“. Was ein wenig technisch klingt, könnte massive Auswirkungen auf Strategy selbst und die gesamte Kryptowährungswelt haben. Besonders zwei Faktoren dieses „Finanzierungsrahmenwerks“ sind von Bedeutung:

Erstens: Strategy bricht damit mit dem Dogma, Bitcoin ausschließlich bedingungslos zu kaufen und niemals anzurühren. Das hat die BTC-Holding inzwischen in der Praxis schon getan, aber erstmals formuliert das Management diese Strategie nun auch offiziell.

Das Strategy-Management hat den Verkauf von Bitcoin-Beständen im Wert von bis zu 1,25 Milliarden US$ genehmigt. Mit dem Geld will Strategy seine Cash-Reserve ausbauen, um die fälligen Zinsen für Schulden und Dividenden für Vorzugsaktien für die nächsten anderthalb Jahre abzusichern.

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Zweitens: Das Strategy-Management hat zwei große Aktienrückkaufprogramme autorisiert, die den Aktienkurs direkt stützen sollen: 1 Milliarde US-Dollar für den Rückkauf eigener Stammaktien und 1 Milliarde US-Dollar für den Rückkauf von Vorzugsaktien.

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Im freien Fall

Das Chartbild der Strategy-Aktie ist ein Bild des Grauens. Der Kurs befindet sich seit gut einem Jahr im freien Fall und ist inzwischen auf den tiefsten Stand seit Februar 2024 gefallen. Für eine nachhaltige Erholung muss die Aktie wieder über den Widerstand bei 106 US$ klettern.

Einfach nur verzockt

Ich bin und bleibe eine warnende Stimme in Bezug auf die Strategy-Aktie. Strategy-Chef Michael Saylor hat sich mit seinem Geschäftsmodell völlig verzockt. Es funktionierte solange hervorragend, solange der Bitcoin-Kurs stieg.

Das tut er aber nicht mehr. Inzwischen notiert die Kryptowährung Nummer 1 bei knapp über 59.000 US$. Strategy hat seine BTC-Bestände aber zu einem Durchschnittspreis von 75.650 US$ erworben — macht einen Buchverlust von -22%.

Ich glaube auch nicht mehr an eine nachhaltige Kurserholung des Bitcoins. Der faktische Mehrwert der Kryptowährung ist meiner Meinung nach zu gering und der Kurs basiert ausschließlich auf dem Glauben der Anleger, dass er das wert sei. Einen inhärenten Wert (wie ein Unternehmen) besitzt Bitcoin nicht.

Geht dieser Glauben verloren, verabschieden sich Anleger in Scharen. Das haben sie bereits in den letzten Monaten getan. Wenn Bitcoin keine höheren Renditen mehr liefert als Aktienanlagen — und das hat die Kryptowährung in den letzten fünf Jahren nicht mehr geschafft — haben Anleger einfach keinen Grund und folglich auch kein Interesse mehr zu investieren.

Ein weitere Seitwärts- oder sogar Abwärtsbewegung des Bitcoins wird für Strategy zu einem massiven Problem. Das Geschäftsmodell wäre damit endgültig gescheitert.

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ℹ️ Strategy in Kürze

  • Strategy (WKN: 722713) ist ein US-Unternehmen mit operativem Fokus auf den Vertrieb von KI-getriebener Analysesoftware.
  • Bekannt ist das Unternehmen aber vor allem als Bitcoin-Holding. Laut aktuellen Daten hält das Unternehmen etwa 717.000 BTC und damit rund 3,4% aller erzeugten Bitcoins.
  • Neben der Hauptbörse Nasdaq kann die Aktie auch über Tradegate gehandelt werden. Aktuell liegt der Marktwert bei rund 33 Milliarden US$.

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Fazit

Ich rate Anlegern deshalb auch weiterhin, die Finger von der Strategy-Aktie zu lassen. Das neue Digital Credit Capital Frameworks mag ein kurzfristiger Befreiungsschlag sein, der den Aktienkurs über Rückkäufe und ein verstärktes Vertrauen in die Dividendenzahlungen stützt.

Mittel- bis langfristig sehe ich darin allerdings ein Eingeständnis des Scheiterns. Die Möglichkeit, Bitcoin zu verkaufen, ist meiner Meinung nach Ausdruck der eigenen Skepsis von Strategy, dass es mit dem Bitcoin-Kurs langfristig noch nach oben geht.