VW-Aktie sackt auf Jahrestief. Fast vier Prozent Minus an einem einzigen Handelstag, und das bei einem Konzern, der schon im bisherigen Jahresverlauf 28 Prozent seines Börsenwerts vernichtet hat. Was steckt dahinter?
Laut einem Bericht des "Manager Magazin" plant Konzernchef Oliver Blume einen massiv verschärften Sparkurs. Bis zu 100.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier deutsche Werke könnten komplett schließen: Hannover, Zwickau, Emden und der Audi-Standort Neckarsulm. Die Modellpalette soll von 150 auf unter 100 Fahrzeugmodelle schrumpfen. Am 9. Juli berät der Aufsichtsrat über das neue Zielbild 2030.
IG Metall und Niedersachsen machen Front
Der Widerstand ist unmittelbar und laut. IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Betriebsratschefin Daniela Cavallo und Bezirksleiter Thorsten Gröger sprechen von "unverantwortlichen Drohungen". Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg schließen Werksschließungen ebenfalls aus. Das Land hält 20 Prozent der Stimmrechte und hat bei wichtigen Entscheidungen ein Vetorecht. Im Aufsichtsrat stellen Arbeitnehmervertreter die Hälfte aller Mitglieder, gemeinsam mit Niedersachsen haben sie die Mehrheit. Der Schlagabtausch am 9. Juli ist vorprogrammiert.
Was das für die Aktie bedeutet
Die VW-Vorzugsaktie notiert zuletzt bei 74,30 €, auf Fünfjahressicht hat sie fast zwei Drittel ihres Wertes verloren. Solange Blumes Sparpläne auf massiven politischen und gewerkschaftlichen Widerstand treffen, bleibt die Aktie ein heißes Eisen. Bereits mehr als 37.000 Beschäftigte haben Abfindungspakete unterschrieben, das zeigt, wie ernst die Lage ist. Für Anleger gilt: Abwarten, bis der Aufsichtsrat am 9. Juli Klarheit schafft.
Quelle: dpa-AFX
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