Der deutsche Aktienmarkt hat sich heute nach den Vortagesverlusten wieder gefangen. Der DAX legte im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 24.842 Punkte zu und kletterte damit über seine 21-Tage-Linie, die bei 24.823 Zählern verläuft. Kein großer Befreiungsschlag, aber immerhin.
Micron zündet das Kursfeuerwerk
Der eigentliche Treiber des Tages kam aus den USA. Micron Technology legte unerwartet starke Quartalszahlen vor, der Ausblick schlug Analystenerwartungen deutlich. Im außerbörslichen Handel sprangen die Micron-Titel um fast 20 Prozent an und steuern auf ein Rekordniveau zu. Der KI-Boom macht es möglich. Deutsche Halbleiterwerte zogen kräftig mit: Infineon, Aixtron und Suss Microtec verbuchten Kursaufschläge von bis zu 8 Prozent.
Rheinmetall bleibt unter Druck
Weniger erfreulich das Bild bei Rheinmetall. Nach dem Kurssturz vom Mittwoch, als die Aktie nach dem gestrichenen Fregattenkauf durch die Bundesregierung um fast 19 Prozent auf den tiefsten Stand seit Februar 2025 absackte, gab das Papier am Donnerstag weitere 0,6 Prozent nach. Analyst Charles Armitage von der Citigroup nannte den Kursrutsch eine Überreaktion. Der Marktwertverlust liege deutlich über den tatsächlich entgangenen Einnahmen aus dem Deal.
VW, Adidas und Vonovia mit Rückenwind
Volkswagen-Vorzugsaktien gewannen 1,7 Prozent. Der Konzern verkauft 51 Prozent seiner Großmotorentochter Everllence an Bain Capital und erhält dafür 7,4 Mrd. €. Adidas stieg um 1,8 Prozent. Vorstandschef Björn Gulden berichtete, man verkaufe dreimal so viele DFB-Trikots wie bei der WM in Katar. Vonovia legte nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 1,6 Prozent zu.
Der heutige Handelstag zeigt, wie stark einzelne Quartalszahlen den Gesamtmarkt bewegen können. Wer auf Halbleiterwerte gesetzt hat, liegt richtig. Rheinmetall bleibt vorerst ein heißes Eisen.
Quelle: dpa-AFX
Wenn Du die Märkte im Blick behalten möchtest, bist Du mit unseren kompakten und verlässlichen Updates immer einen Schritt voraus. Im SD Insider Newsletter berichten wir regelmäßig über relevante Nachrichten aus Wirtschaft, Börse und den einzelnen Unternehmen.