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VW-Vorzugsaktie: Totaler Abverkauf – was ist ratsam?

Eine Analyse
Die VW-Vorzugsaktie findet weiterhin keinen nachhaltigen Boden. Seit dem Hoch im Dezember des vergangenen Jahres bei rund 110 € befindet sich der Titel überwiegend im Abwärtstrend. Zwischenzeitliche Erholungen wurden immer wieder abverkauft. Am Mittwoch verliert sie aktuell leicht und notiert bei knapp 78 €. Stellt sich nun die Frage: Bietet das aktuelle Kursniveau bereits eine Einstiegschance?

Die Herausforderungen bleiben bestehen

Die Probleme von Volkswagen haben sich in den vergangenen Quartalen kaum verändert. Der Konzern kämpft weiterhin mit einer schwachen Nachfrage, hohen Überkapazitäten und zunehmendem Wettbewerbsdruck.

Besonders belastend ist die Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten. Im ersten Quartal sank der Fahrzeugabsatz von 2,1 Millionen auf 2,0 Millionen Einheiten. In China gingen die Verkäufe um rund 20% zurück, in Nordamerika um etwa 9%.

Hinzu kommen die Belastungen durch Importzölle. Vor allem die Tochter Audi ist betroffen, da sie bislang über keine eigene Produktion in den USA verfügt. Branchenbeobachter beziffern die potenziellen Mehrkosten auf mehrere Milliarden Euro.

Die Folge dieser Entwicklungen sind hohe Überkapazitäten, die den Konzern seit Jahren belasten und die Profitabilität drücken.

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Konzernumbau läuft weiter

Volkswagen arbeitet intensiv an seiner Transformation. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf einer Verbesserung der Kostenstruktur.

Bis 2030 sollen konzernweit rund 50.000 Stellen abgebaut werden. Nach Unternehmensangaben wurden bereits etwa 28.000 Stellen durch freiwillige Programme reduziert.

CEO Oliver Blume begründete die Maßnahmen mit den zunehmenden Herausforderungen der Branche:

Die Risikolage war noch nie so hoch – und sie wird sich weiter verstärken. Deshalb müssen und werden wir uns weiter verbessern. Der größte unternehmerische Handlungsbedarf liegt weiterhin bei unseren Kosten.

Neben den Kostensenkungen setzt Volkswagen auf eine umfangreiche Modelloffensive. Dabei sollen sowohl Elektrofahrzeuge als auch moderne Verbrenner-Modelle eine wichtige Rolle spielen.

Der eingeschlagene Weg erscheint grundsätzlich sinnvoll. Entscheidend wird jedoch sein, ob es gelingt, neue Modelle zu entwickeln, die sich klar von der Konkurrenz abheben und wieder für steigende Marktanteile sorgen.

Chancen und Risiken der Aktie

Kurzfristig spricht das Marktumfeld weiterhin gegen die Aktie. Der gesamte europäische Automobilsektor befindet sich in einer Schwächephase. Technisch betrachtet befindet sich die VW-Vorzugsaktie weiterhin in einem intakten Abwärtstrend. Eine stabile Bodenbildung ist derzeit noch nicht erkennbar.

Auf der anderen Seite wird die Bewertung zunehmend attraktiver. Besonders interessant ist die Dividendenrendite. Auf Basis der zuletzt gezahlten Dividende von 5,26 € ergibt sich aktuell eine Rendite von rund 6,7%.

Selbst bei einer moderaten Kürzung würde Volkswagen weiterhin zu den dividendenstärkeren Werten im DAX zählen.

Die Analysten sind sehr zuversichtlich; deren Zielkurse liegen zwischen 90 und 131 €.

ℹ️ VW in Kürze

  • Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
  • Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Die Marktkapitalisierung der Vorzugsaktie liegt bei ca. 41 Milliarden €.

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Fazit

Ein großer Teil der Risiken dürfte inzwischen im Kurs eingepreist. Die niedrige Bewertung und die attraktive Dividendenrendite sprechen dafür, dass das langfristige Abwärtspotenzial begrenzt sein könnte.

Für konservative Anleger erscheint es jedoch sinnvoll, zunächst eine nachhaltige Bodenbildung abzuwarten. Langfristig orientierte und renditebewusste Investoren könnten das aktuelle Kursniveau dagegen bereits für erste Positionen nutzen – sollten aber weitere Kursschwankungen einkalkulieren.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.