DocMorris-Aktie: Folgt sie der Konkurrenz?
Redcare Pharmacy erhöht die Prognose
Für neue Dynamik im Sektor sorgte zuletzt der Wettbewerber Redcare Pharmacy. Das Unternehmen veröffentlichte überraschend starke Zahlen für das zweite Quartal und hob daraufhin seine Jahresprognose an.
Das erwartete Umsatzwachstum wurde von bisher 13 bis 15% auf 15 bis 17% erhöht. Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx), für das nun ein Umsatz von 680 bis 720 Millionen € erwartet wird. Zuvor lag die Prognose bei 670 Millionen €.
Auch die Erwartungen an die Profitabilität wurden angehoben. Die bereinigte EBITDA-Marge soll nun zwischen 2,5 und 3,0% liegen. Zuvor wurden 2,5% erwartet.
Die starke Entwicklung von Redcare weckt Hoffnungen, dass auch DocMorris von den positiven Branchentrends profitieren könnte.
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Operative Fortschritte bei DocMorris
Zwar liegen die Zahlen für das zweite Quartal noch nicht vor, doch bereits das erste Quartal zeigte deutliche Fortschritte.
Besonders positiv entwickelte sich die Profitabilität. Der bereinigte EBITDA-Verlust verringerte sich von 16 Millionen auf 6,3 Millionen SFR. Damit kommt das Unternehmen seinem Ziel einer nachhaltigen Profitabilität spürbar näher.
Auch beim Umsatz konnte DocMorris zulegen. Die Erlöse stiegen um 7,3% auf 318,1 Millionen SFR.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit elektronischen Rezepten in Deutschland. Im Rx-Segment legte der Umsatz um 30,4% zu. Das Non-Rx-Geschäft wuchs um 6,5%, während der Digitalbereich einschließlich der Tochtergesellschaft TeleClinic sogar um 63% zulegte.
Darüber hinaus stieg die Zahl der Kunden auf 12,6 Millionen.
Insgesamt zeigen die Zahlen, dass die strategische Neuausrichtung zunehmend Wirkung entfaltet.
Fokus auf Profitabilität
Anders als in den vergangenen Jahren steht bei DocMorris inzwischen nicht mehr ausschließlich Wachstum im Vordergrund. Das Management konzentriert sich verstärkt auf die Verbesserung der Ertragslage.
Für das laufende Geschäftsjahr wird ein bereinigter EBITDA-Verlust zwischen 10 und 25 Millionen SFR erwartet. Gleichzeitig soll der Umsatz im mittleren einstelligen bis unteren zweistelligen Prozentbereich wachsen.
An der mittelfristigen Zielsetzung hält das Unternehmen fest. Diese sieht ein jährliches Umsatzwachstum von rund 15% sowie eine EBITDA-Marge von 8% vor. Der operative Break-even soll im Jahr 2026 erreicht werden.
Vor diesem Hintergrund wird es besonders spannend sein, ob DocMorris nach den jüngsten Entwicklungen im Markt ebenfalls Anlass sieht, seine Prognose anzuheben.
ℹ️ DocMorris in Kürze
- Die DocMorris AG (WKN: A0Q6J0) gehört zu den führenden E-Commerce-Apotheken.
- Der Hauptsitz befindet sich in der schweizerischen Stadt Frauenfeld. Das Unternehmen konzentriert sich fast ausschließlich auf den deutschen Markt.
- Die Aktie wird an der Schweizer Börse gehandelt; die Marktkapitalisierung beträgt 420 Millionen SFR.
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Fazit
Die operative Entwicklung von DocMorris zeigt in die richtige Richtung. Kurzfristig dürfte die weitere Kursentwicklung stark davon abhängen, ob die kommenden Quartalszahlen die positive Entwicklung bestätigen und ob das Management die Jahresprognose anhebt.
Eine Prognoseerhöhung könnte neue Kursfantasie auslösen. Bleibt sie hingegen aus, wären zwischenzeitliche Rückschläge nicht überraschend. Nach dem jüngsten Kursanstieg ist kurzfristig zwar eine Konsolidierung möglich, langfristig bestehen jedoch gute Chancen auf eine weitere Erholung der Aktie.
Hier sei erwähnt: Wer grundsätzliches Interesse am Sektor hat, könnte sich auch registrieren für den kostenlosen Newsletter von Biotech-Profi Maximilian Ruth.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens DocMorris. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.