Bayer-Aktie: 40% rauf oder 25% runter?
Das sagt die UBS
Neuer Rückenwind kommt von der Schweizer Großbank UBS. Ihre Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die Bayer-Aktie bei einem Kursziel von 52 €. Das entspricht einem Upside von ca. +40% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Grund für den Optimismus der Schweizer Bank ist ein wahrscheinlicher Erfolg von Bayer vor dem Obersten Gerichtshof in den USA in der Causa Glyphosat. Die UBS schätzt die Erfolgswahrscheinlichkeit auf 70%, dass der Supreme Court zugunsten des deutschen Konzerns entscheidet.
Diese Entscheidung würde bedeuten, dass Bundesrecht über dem Recht der einzelnen Bundesstaat der USA steht und die bisherigen Kennzeichnung des Unkrautvernichters Roundup in Ordnung war. Beobachter gehen davon aus, dass der Oberste Gerichtshof bereits im Juni seine Entscheidung bekanntgibt.
Der Fall Glyphosat ist rechtlich extrem komplex. Neben dem Verfahren vor dem Supreme Court in Washington läuft parallel ein Gerichtsverfahren, über das Bayer einen Glyphosat-Vergleich mit den Klägern anstrebt. Bei diesem Verfahren ist allerdings unklar, welches Gericht überhaupt zuständig ist.
Der zuständige Richter könnte das Verfahren an ein Gericht in Missouri rücküberweisen oder ein spezielles Bundesgericht in Kalifornien damit bemühen. Für Bayer wäre letztere Option die schlechtere, da hier ein Richter involviert wäre, der sich in der Vergangenheit kritisch zu Bayer geäußert hat und einen Vergleich erschweren könnte.
Die gute Nachricht für Bayer-Aktionäre ist, dass die UBS den Wert der Bayer-Aktie im Worst-Case mit 28 € veranschlagt. Das entspricht einem maximalen Downside von ca. -25% gegenüber dem aktuellen Kurs.
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Erst einmal stabil
Nachdem die Bayer-Aktie zum Monatsbeginn auf ein neues Jahrestief bei 34 € gefallen war, konnte sie sich in den letzten beiden Wochen bei ca. 36 € stabilisieren. Solange die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in den USA nicht gefallen ist, sehe ich keine weitere nennenswerte Kurserholung.
Zu viel Optimismus
Ich kann den Optimismus der UBS nicht nachvollziehen. Die Bayer-Aktie wird derzeit mit einem Forward-KGV von 8 bewertet. Das ist mir für einen Konzern, der nicht mehr wächst und unter dem Strich kein Geld verdient, ein zu hoher Wert.
Hinzu kommt die massive Unsicherheit rund um die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA. Auch wenn Bayer vor dem Obersten Gericht Recht bekommen sollte, heißt das noch lange nicht, dass damit sämtliche Klagen und Schadensersatzansprüche vom Tisch sind. Gerichte könnten den deutschen Konzern immer noch in Summe zu Milliardenzahlungen verdonnern.
Abschließend: An diese Top-Picks 2026 glauben wir mehr als an die Bayer-Aktie.
ℹ️ Bayer in Kürze
- Die Bayer AG ist einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakonzerne. Der Konzern ist in drei Geschäftsbereiche untergliedert: Pharmaceuticals (rezeptpflichtige Arzneimittel), Consumer Health (rezeptfreie Medikamente) und Crop Science (Pflanzenschutz und Schädlingsbekämpfung).
- Bayer hat seine Konzernzentrale in Leverkusen und unterhält weltweit Niederlassungen.
- Bayer ist im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 gelistet. An der Börse wird der Konzern aktuell mit ca. 36 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Mir passt bis heute das Rendite-Risiko-Verhältnis der Bayer-Aktie nicht. Beim aktuellen Kurs kaufen sich Anleger zu viel Risiko bei zu wenig Renditepotenzial ein. Ich würde auf jeden Fall die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in den USA abwarten.