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Apple-Aktie: Die Wahrheit hinter der zähen Seitwärtsphase

Superinvestoren flüchten?
Polina Dmitrovskaya
Die Apple-Aktie bewegt sie sich nun seit einigen Wochen quälend seitwärts. Während die ganze Welt enttäuscht über eine verspätete Siri diskutiert, hat Bloomberg gestern eine Produktpipeline enthüllt, die zeigt, dass Apple längst über 2027 hinausdenkt. Wer nur auf das KI-Rennen schaut, könnte den eigentlichen Wettbewerbsvorteil übersehen. Apple agiert bewusst zurückhaltend, hält seine Bilanz stark und sichert sich damit die Möglichkeit, im entscheidenden Moment die attraktivsten Technologien und Akquisitionen einzusammeln.

Was Bloomberg gestern enthüllte

Bloomberg-Reporter Mark Gurman veröffentlichte am 16. Juni Details zu Apples Produktplanung bis 2027 – und die Liste ist länger als erwartet:

Die Roadmap verschafft dem Konzern und Investoren klare Planbarkeit.

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CapEx: Anders, als der Rest der Tech-Welt

Während Amazon 200 Milliarden US$, Alphabet 175 bis 185 Milliarden US$ und Meta 115 bis 135 Milliarden US$ für KI-Infrastruktur ausgeben, plant Apple für das laufende Geschäftsjahr gerade einmal rund 14 Milliarden US$ Capex – nahezu unverändert zum Vorjahr.

Das ist keine Schwäche, sondern Strategie: Apple mietet KI-Rechenleistung lieber bei Google ein, als selbst Milliarden in eigene Rechenzentren zu stecken. Das schont die Bruttomarge, die bei über 40% bleibt, während Konkurrenten unter steigenden Abschreibungen und Energiekosten leiden.

Die Frage, ob Apple die niedrige Investition mit seinem Wachstum rechtfertigen kann, lässt sich klar beantworten: Apple erzielte 28,7% Gewinnwachstum in Q2, ganz ohne den Kapitalkraftakt der Konkurrenz.

Apple bleibt Apple und das unterschätzen alle

Während Amazon, Microsoft und Meta hunderte Milliarden in unsichere KI-Wetten stecken, bleibt Apples Kerngeschäft bemerkenswert simpel: Menschen kaufen iPhones, Jahr für Jahr, unabhängig davon ob Siri brilliert oder stolpert.

Genau das macht Apple zum defensiven Gegenpol im aktuellen KI-Hype – ein Unternehmen, das nicht auf eine ungewisse Zukunftswette setzt, sondern auf ein bewährtes, profitables Ökosystem mit über 2 Milliarden aktiven Geräten. Und genau das garantiert weiteres Wachstum.

Die Moves der Großinvestoren

Auf Dataroma zeigt sich ein uneinheitliches Bild bei den Superinvestoren: Die Mehrheit der dort verfolgten Fondsmanager hat ihre Apple-Position zuletzt reduziert. Mögliche Gründe: Gewinnmitnahmen nach der starken Rally, eine Umschichtung des Kapitals in günstigere und profitablere KI-Infrastrukturwerte, oder schlicht Vorsicht angesichts der Siri-Verzögerung.

Nicht jeder verkauft jedoch – Ruane, Cunniff & Goldfarb erhöhte seine Apple-Position zuletzt um 7,86%. Das Unternehmen ist ein klassische Value-Investor mit engem Kontakt zur Börsenlegende Warren Buffett. Sie investieren sehr konzentriert in nur wenige, dafür aber fundamental extrem starke Unternehmen, die sie oft über Jahrzehnte halten. Wenn Ruane Cunniff bei Apple aufstockt, ist das ein starkes Signal, dass die Aktie aus Sicht von langfristigen Substanzinvestoren unterbewertet ist.

Auch ein häufiger CNBC- und Bloomberg-Gast David Katz mit seiner Investmentboutique Matrix Asset Advisors hat zuletzt um 4,4% seine Apple-Position aufgestockt. Auch Katz und sein Team haben ihren Fokus auf großen, substanzstarken US-Large-Caps, die kurzfristig vom Markt wegen temporärer Probleme (wie dem aktuellen Siri-Drama) abgestraft wurden, deren langfristiges Geschäftsmodell und Cashflow aber intakt sind.

ℹ️ Apple in Kürze

  • Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
  • Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
  • Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,4 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.

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Polina Dmitrovskaya

Fazit

Wer Apple ausschließlich durch die Siri-Brille betrachtet, sieht ein Unternehmen, das hinterherhinkt. Wer die gesamte Pipeline, die niedrige CapEx-Belastung und die Stabilität des iPhone-Geschäfts einbezieht, sieht etwas anderes: ein Unternehmen, das sich nicht am KI-Wettrüsten beteiligt, sondern darauf wartet, bis sich die Spreu vom Weizen trennt.

Schaut man sich das erwartete KGV von 2026 an, so liegt es bei rund 32, also alles andere als günstig. Dennoch wäre es keine schlechte Idee einen gestaffelten Einstieg zu wagen, denn der Markt fokussiert sich zu sehr auf das KI-Thema und übersieht das enorm stabile Kerngeschäft und die etwas andere strategische Vorgehensweise.

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