MTU-Aktie: Nach der Kurserholung noch Potenzial?
Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten
Nach Aussagen von Donald Trump und pakistanischen Vermittlern soll eine Vereinbarung im Iran-Konflikt erzielt worden sein, die in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Offizielle Details liegen bislang jedoch nicht vor. Unter anderem soll die Straße von Hormus wieder vollständig für den Schiffsverkehr geöffnet werden.
Ob die Tanker ihre Fahrten kurzfristig tatsächlich wieder aufnehmen, bleibt abzuwarten. Zudem besteht weiterhin ein Restrisiko durch die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah.
Die Aussicht auf eine geopolitische Entspannung sorgte dennoch für Rückenwind an den Aktienmärkten – auch die MTU-Aktie profitierte von dieser Entwicklung.
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Neue Chancen im Militärgeschäft
Das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt FCAS (Future Combat Air System) gilt inzwischen als gescheitert. Da Deutschland und Spanien in den kommenden Jahren Ersatz für ihre bestehenden Kampfflugzeuge benötigen, könnte sich eine neue Allianz bilden.
Auf deutscher Seite haben sich acht Unternehmen zusammengeschlossen, darunter auch MTU. Auch in Spanien gibt es entsprechende Interessenbekundungen. Als weiterer Partner könnte der schwedische Flugzeughersteller Saab eingebunden werden.
Sollte aus diesen Gesprächen ein neues europäisches Kampfflugzeugprogramm entstehen, könnten die beteiligten Unternehmen erheblich profitieren.
Auf deutscher Seite wurde die Bedeutung eines schnellen Handelns betont:
Wir dürfen keine Zeit verlieren, müssen Verantwortung übernehmen sowie Handlungsfähigkeit zeigen und den Weg zu einem luftgestützten vernetzten Waffensystem mit einem starken Führungsanspruch konsequent weiter beschreiten.
Wachstum setzt sich fort
Die Quartalszahlen vom 30. April zeigen, dass sich der Wachstumskurs fortsetzt.
Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7% auf 2,2 Milliarden €. Den stärksten Zuwachs verzeichnete das Militärgeschäft mit einem Plus von 25%. Allerdings bleibt dessen Umsatzanteil mit 142 Millionen € vergleichsweise gering.
Das Instandhaltungsgeschäft entwickelte sich erneut sehr robust und erreichte einen Umsatz von 1,6 Milliarden €.
Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 6% auf 320 Millionen €, während der Nettogewinn um 3% auf 230 Millionen € zulegte. Besonders erfreulich entwickelte sich der Free Cashflow, der um 18% auf 177 Millionen € anstieg.
Insgesamt unterstreichen die Zahlen die operative Stärke des Konzerns. Belastend wirkten sich allerdings negative Währungseffekte aus. Ohne diese hätten die Ergebnisse noch besser ausfallen können. Nach Unternehmensangaben hatte der Iran-Konflikt im ersten Quartal lediglich geringe Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.
Prognose bestätigt
Trotz der geopolitischen Unsicherheiten hält MTU an seiner Jahresprognose fest.
Für das laufende Geschäftsjahr wird weiterhin ein Umsatz zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden € erwartet. Das stärkste Wachstum soll dabei im zivilen Geschäft erzielt werden.
Das bereinigte EBIT soll zwischen 1,35 und 1,45 Milliarden € liegen. Das Nettoergebnis dürfte sich nach Unternehmensangaben im Gleichschritt mit dem operativen Ergebnis entwickeln.
Eine wichtige Grundlage für diese Zuversicht ist der hohe Auftragsbestand von 31,6 Milliarden €.
Analysten bleiben optimistisch
Die Mehrheit der Analysten sieht bei der MTU-Aktie weiteres Kurspotenzial. Die Kursziele reichen derzeit von 350 bis 465 €. Lediglich Warburg Research zeigt sich zurückhaltender und bewertet die Aktie mit einem fairen Wert von 319 €.
ℹ️ MTU Aero in Kürze
- MTU Aero Engines, kurz MTU, ist ein weltweit führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten. Diese finden Verwendung im zivilen Flugzeugbau sowie bei Militärflugzeugen und Hubschraubern. Neben dem Triebwerksbau ist die Instandhaltung ein zentrales Geschäftsfeld.
- Neben dem Hauptsitz in München unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Die Aktie ist im DAX gelistet und wird aktuell mit knapp 17,7 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Trotz der bereits deutlichen Kurserholung sehe ich weiteres Potenzial für die MTU-Aktie. Kurse im Bereich von 400 € erscheinen daher mittelfristig durchaus erreichbar.
Entscheidend wird allerdings sein, dass sich die geopolitische Lage im Nahen Osten nachhaltig stabilisiert. Kurzfristige Rückschläge aufgrund neuer Spannungen bleiben weiterhin möglich.
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