Eli Lilly-Aktie: Warum Pharma-Anleger auf sie setzen
Einzigartiges Wachstumsmodell im Markt für Stoffwechselerkrankungen
Eli Lilly entwickelt sich zunehmend zur führenden globalen Plattform für die Behandlung von Adipositas und Stoffwechselerkrankungen. Das Unternehmen stützt sich dabei auf ein außergewöhnlich breites Produktportfolio im Bereich der Inkretin-Therapien. Die Medikamente Mounjaro und Zepbound dominieren derzeit das Wachstum, während mit dem oralen Wirkstoff Orforglipron eine weitere Expansionsstufe bevorsteht. Ergänzt wird die Pipeline durch Retatrutide, das als nächste Generation hochwirksamer Adipositas-Therapien gilt.
Die starke Positionierung hat jedoch auch eine Kehrseite. Rund 65 Prozent des Umsatzes im ersten Quartal 2026 entfielen auf Mounjaro und Zepbound. Eli Lilly bleibt damit stark vom Erfolg seiner GLP-1-Produkte abhängig. Dennoch handelt es sich weniger um einen klassischen Value-Titel als vielmehr um einen hochwertigen Qualitätswert mit langfristigem Wachstumspotenzial.
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Adipositas und Diabetes sorgen für langfristigen Rückenwind
Die zunehmende Verbreitung von Übergewicht und Diabetes eröffnet Eli Lilly ein enormes Marktpotenzial. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation waren 2022 rund 2,5 Milliarden Erwachsene übergewichtig, darunter etwa 890 Millionen Menschen mit Adipositas – mehr als doppelt so viele wie 1990.
Besonders relevant ist die Entwicklung in den USA, wo die Adipositasrate bei Erwachsenen zuletzt bei 40,3 Prozent lag. Schwere Adipositas betraf bereits 9,4 Prozent der Bevölkerung.
Der adressierbare Markt reicht dabei weit über die Behandlung von Übergewicht hinaus. Eli Lilly ist unter anderem in den Bereichen Typ-2-Diabetes, Schlafapnoe, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Fettleber aktiv. Die International Diabetes Federation geht davon aus, dass derzeit 11,1 Prozent der Erwachsenen zwischen 20 und 79 Jahren an Diabetes leiden. Bis 2050 soll die Zahl der Betroffenen weltweit auf 853 Millionen steigen.
Hinzu kommen strukturell ungünstige Ernährungsgewohnheiten. Hochverarbeitete Lebensmittel liefern weiterhin mehr als die Hälfte der in den USA konsumierten Kalorien, während Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Ballaststoffe oft zu kurz kommen. Diese Faktoren sprechen für eine langfristig hohe Nachfrage nach Medikamenten zur Gewichts- und Stoffwechselkontrolle.
Gesundheitsbewusstsein steigt
Obwohl das Interesse an gesünderer Ernährung wächst, erfolgt die tatsächliche Umstellung der Lebensgewohnheiten deutlich langsamer. Die Ernährungsqualität in den USA hat sich zwar zwischen 1999 und 2020 verbessert, doch die Veränderungen bleiben überschaubar.
Schätzungen zufolge hat inzwischen rund 60 Prozent der Amerikaner innerhalb eines Jahres zumindest zeitweise eine Diät ausprobiert. Das steigende Gesundheitsbewusstsein erhöht die Aufmerksamkeit für moderne Therapien gegen Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen. Für Eli Lilly entsteht dadurch eine attraktive Ausgangslage, da viele Menschen nach zusätzlichen Lösungen suchen, um gesundheitliche Ziele zu erreichen.
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach schnellen und bequemen Konsumangeboten hoch. Große Fast-Food- und Getränkehersteller passen ihre Produktpaletten zwar schrittweise an veränderte Verbraucherwünsche an, verändern ihr Kerngeschäft jedoch nur langsam. Genau in dieser Lücke positioniert sich Eli Lilly erfolgreich.
Während Verbraucher zunehmend gesünder leben möchten, bleibt die Nutzung eines auf Bequemlichkeit und hochverarbeiteten Lebensmitteln basierenden Ernährungssystems weit verbreitet. Die Nachfrage nach GLP-1-Therapien dürfte daher langfristig robust bleiben, da grundlegende Veränderungen im Lebensmittelmarkt nur langsam stattfinden.
Bewertung bereits deutlich gestiegen
Die Eli-Lilly-Aktie notiert aktuell nahe ihrer Rekordstände. Dadurch fehlt derzeit ein klassischer Sicherheitspuffer bei der Bewertung. Das macht die Aktie nicht unattraktiv, spricht jedoch für einen gestaffelten Einstieg.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 32 wird das Unternehmen deutlich über dem Branchendurchschnitt gehandelt. Relativ zum erwarteten Gewinnwachstum erscheint die Bewertung allerdings weniger anspruchsvoll.
Die aktuellen Analystenschätzungen gehen für das Geschäftsjahr 2026 von einem Umsatz- und Gewinnwachstum von knapp 50 Prozent aus. Für die beiden Folgejahre werden jedoch deutlich niedrigere Wachstumsraten erwartet. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die außergewöhnlich hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre nicht dauerhaft aufrechterhalten werden können und sich die Bewertung langfristig normalisieren dürfte.
Dennoch erscheint der Konsens angesichts der strukturellen Markttreiber eher konservativ. Die derzeitige Schätzung eines normalisierten Gewinns je Aktie von 51,50 US-Dollar für 2028 könnte sich als zu niedrig erweisen. Ein Gewinnniveau von 57,50 US-Dollar erscheint unter günstigen Bedingungen erreichbar. Daraus würde sich innerhalb der kommenden 18 Monate weiteres Aufwärtspotenzial für die Aktie ergeben.
Das GLP-1-Geschäft bleibt entscheidender Kurstreiber
Obwohl die Aufmerksamkeit vor allem auf Mounjaro und Zepbound liegt, stammen rund 35 Prozent der Erlöse inzwischen aus anderen Geschäftsbereichen. Dazu zählen unter anderem Onkologie, Immunologie, Diabetesmedikamente sowie verschiedene Herz-Kreislauf- und Neurowissenschaftsprodukte.
Mit dem weiteren Ausbau des GLP-1-Portfolios dürfte der Anteil dieser Sparte jedoch weiter steigen. Eli Lilly bleibt damit vor allem eine Investition in das langfristige Wachstum des globalen Marktes für Stoffwechsel- und Adipositastherapien.
Unsicherheiten und Risiken
Das größte Risiko liegt in der hohen Abhängigkeit von einem einzelnen Wachstumsmotor. Da rund zwei Drittel des Umsatzes auf dem Inkretin-Geschäft basieren, muss die starke Nachfrage nach GLP-1-Therapien anhalten.
Hinzu kommt, dass steigende Absatzmengen nicht zwangsläufig mit höheren Preisen einhergehen. Im ersten Quartal 2026 wurde das Wachstum vor allem durch höhere Volumina erzielt, während die tatsächlich erzielten Verkaufspreise zurückgingen.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die langfristige Therapietreue der Patienten. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Anwender die Behandlung innerhalb eines Jahres beendet. Sollte sich dieser Trend verstärken, könnte dies die langfristigen Umsatzperspektiven beeinflussen.
Auch die hohe Bewertung erhöht das Risiko von Kursrückschlägen. Solange das operative Geschäft jedoch weiterhin überzeugende Ergebnisse liefert, erscheint dieses Risiko beherrschbar.
ℹ️ Eli Lilly in Kürze
- Eli Lilly and Company (WKN: 858560) ist einer der größten Pharmakonzerne der Welt. Kerngeschäftsbereiche des 1876 gegründeten US-Traditionskonzerns sind Medikamente gegen Diabetes und Adipositas (Fettleibigkeit).
- Mit seinen Abnehmpräparaten Mounjaro und Zepbound erlebt Eli Lilly derzeit einen Boom.
- Der Pharmakonzern mit Sitz in Indianapolis notiert an der New York Stock Exchange. Mit einem Börsenwert von ca. 1,01 Billionen US$ ist Eli Lilly der wertvollste Pharmakonzern der Welt.
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Fazit
Eli Lilly profitiert von mehreren langfristigen Gesundheitstrends und verfügt über eine außergewöhnlich starke Marktposition im Bereich der Stoffwechselerkrankungen. Die Bewertung ist anspruchsvoll, doch die strukturellen Wachstumstreiber sprechen weiterhin für attraktive Perspektiven über die kommenden Jahre hinweg.
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