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Apple-Aktie: Das ist einfach zu wenig

Neuigkeiten von der WWDC
Der Apple-Aktie misslang am gestrigen Montag mit einem Kursverlust von knapp -2% der Start in die neue Handelswoche und auch am Dienstagmorgen sieht es im europäischen Handel nicht nach Kursgewinnen aus. Kann die WWDC die Fantasie der Börse nicht mehr anregen und warum eigentlich nicht?

Neues zu Siri

Apple hinkt in Sachen KI seit geraumer Zeit anderen Technologiekonzernen hinterher. Nun sollte die Worldwide Developers Conference den großen KI-Befreiungsschlag bringen. Doch die negative Kursreaktion der Apple-Aktie auf die Konferenz zeigt die Enttäuschung der Börse über das, was der Konzern lieferte.

Unter dem Motto „All Systems Glow“ stellte Apple-Chef Tim Cook auf seiner letzten WWDC einige grundlegende Neuerungen für die Software und die Betriebssysteme von Apple vor. Neue Hardware wurde diesmal übrigens keine vorgestellt.

Die zentralste Neuerung ist, dass Apple seinen Sprachassistenten Siri von Grund auf neu gebaut hat. Das System heißt nun offiziell Siri AI und wurde tief in das Betriebssystem integriert.

Die Technik dahinter stammt jedoch nicht von Apple selbst, sondern von Alphabet. Apple hat eine spektakuläre Milliarden-Partnerschaft mit dem Google-Mutterkonzern geschlossen. Siri AI basiert im Kern auf Googles Gemini-Modell, läuft jedoch über Apples datengeschützte Private Cloud Compute-Architektur.

Siri AI versteht nun echten, flüssigen Kontext. Auf eine Frage kann das KI-System Mails, Nachrichten sowie Notizen durchforsten und die passende Antwort liefern. Zudem kann das neue Siri AI den Bildschirminhalt lesen und es gibt es eine eigene Siri-App, in der man Chatverläufe geräteübergreifend speichern, fortführen und anpinnen kann.

Und weitere KI-Neuigkeiten

Ebenfalls neu ist die massive Erweiterung des gesamten Apple KI-Systems. Neben systemweiten Text-Tools (Zusammenfassen, Tonfall anpassen in Mail und Pages) gibt es vor allem große Updates für visuelle Medien.

Mithilfe von KI lässt sich der Bildausschnitt und die Komposition eines Fotos im Nachhinein verändern, wobei die KI fehlende Bildteile realistisch dazu verdichtet (Spacial Reframing). Nutzer des Headsets Vision Pro können Objekte oder Dokumente in ihrer echten Umgebung ansehen und Siri AI direkt dazu Fragen stellen (z. B. die Nährwerte von Lebensmitteln scannen).

Und nicht zuletzt wurde das Fundament der Spotlight-Suche auf dem Mac, iPad und iPhone komplett neu programmiert. Der gesamte Suchindex wird nun in Echtzeit lokal auf der Hardware aufgebaut. Das sorgt für eine rasant beschleunigte Suche in der Mail-App oder in riesigen Fotomediatheken – ohne dass sensible Daten auf externe Server geladen werden müssen.

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Ein herber Dämpfer

Bei all den spannenden Ankündigungen gibt es allerdings einen herben Dämpfer. Während Mac-, Apple Watch- und Vision Pro-Nutzer weltweit im Laufe des Jahres Zugriff auf Siri AI erhalten, bleibt die neue Siri AI für iOS 27 und iPadOS 27 in der Europäischen Union vorerst gesperrt.

Apple begründete dies mit anhaltenden regulatorischen Unklarheiten bezüglich des Datenschutzes und des Digital Markets Act. Wer die neuen iPhone-KI-Funktionen testen will, muss sein Gerät zwingend auf die Region USA und die Sprache Englisch umstellen.

Im Rückwärtsgang

Vor exakt einer Woche kletterte die Apple-Aktie auf ein neues Allzeithoch bei 315 US$. Seitdem befindet sie sich im Rückwärtsgang.

Heute müssen Anleger damit rechnen, dass die 300 US$-Marke nach unten durchbrochen wird. Kein großer Rückschritt, aber möglicherweise ein psychologisch wichtiges Signal für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung.

Das reicht nicht für diese Bewertung

Apple hat geliefert und die Börse enttäuscht. Hauptgrund für diese Enttäuschung war wahrscheinlich die fehlende Präsentation von KI-Agenten, die eigenständig komplexe Aufgaben planen, umsetzen und überwachen können. Während andere Software-Unternehmen beim Einsatz von KI-Agenten bereits weit vorangeschritten sind, kommt Apple auf diesem Gebiet kaum vom Fleck.

Ich kann diese Enttäuschung nachvollziehen. Apple ist längst kein technologisch führendes Unternehmen mehr. Das müsste es meiner Meinung nach aber sein, um die Bewertung der Apple-Aktie mit einem Forward-KGV von 32 zu rechtfertigen.

Im laufenden Jahr werden die EPS von Apple voraussichtlich um 17% steigen. Für das kommende Jahr liegt die Wachstumsprognose bei 10%. Ein derartiges Gewinnwachstum ist meiner Einschätzung nach viel zu gering für die aktuelle Bewertung.

Viele Experten argumentieren, dass Apple es sich leisten kann, in Sachen KI und KI-Agenten etwas langsamer voranzuschreiten als andere Tech-Konzerne. Schließlich besitzt das Unternehmen mit mehr als 2,5 Milliarden aktiven Geräten in seinem Ökosysteme einen gigantischen strukturellen Vorteil.

Das mag sein, aber allzu weit darf Apple meiner Ansicht nach nicht dem Wettbewerb hinterherhinken. Der Konzern ist hardwareseitig immer noch viel zu stark vom Erfolg des iPhones abhängig. Neue Hardware-Erfolgsgeschichten sucht man bei Apple seit Jahren vergeblich — und auch dieses Jahr wird es nichts Neues geben.

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ℹ️ Apple in Kürze

  • Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
  • Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
  • Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,43 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Für mich sind die Neuigkeiten von der WWDC kein ausreichender Katalysator für einen Kursanstieg der Apple-Aktie. Ich erwarte in den kommenden Wochen auch keine weiteren Impulse für die Aktie und empfehle Anlegern deshalb keinen Kauf.