Euroshop-Aktie: Dividende steuerfrei kassieren - Titel ein Kauf?
Dividende von 1,00 Euro je Aktie geplant
Die Aktionäre der Deutsche Euroshop sollen auch 2026 von einer attraktiven Ausschüttung profitieren. Auf der Hauptversammlung am 18. Juni steht die Zahlung einer Dividende von 1,00 € je Aktie zur Abstimmung. Nach dem aktuellen Zeitplan wird die Aktie am 19. Juni ex Dividende gehandelt, die Auszahlung erfolgt ab dem 23. Juni über die depotführenden Banken.
Auf Basis des aktuellen Aktienkurses ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von rund 4,9 %. Damit zählt die Hamburger Immobiliengesellschaft zu den dividendenstärkeren Werten am deutschen Aktienmarkt.
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Dividende fließt komplett steuerfrei
Besonders interessant für Anleger: Die Ausschüttung erfolgt in diesem Jahr vollständig ohne Abzug von Kapitalertragsteuer. Das bestätigte jüngst das SDAX-Unternehmen.
Demnach wird die komplette Dividende von 1,00 € je Aktie aus dem steuerlichen Einlagekonto gezahlt. Dadurch fallen weder Abgeltungsteuer noch Solidaritätszuschlag oder Kirchensteuer an. Die Ausschüttung wird somit in voller Höhe auf dem Verrechnungskonto der Aktionäre gutgeschrieben.
Ein weiterer Vorteil: Der steuerfreie Anteil der Dividende wird nicht auf den Sparer-Pauschbetrag angerechnet. Anleger erhalten die Ausschüttung damit zunächst praktisch „brutto für netto“.
Warum solche Zahlungen möglich sind
Grundlage für die steuerfreie Dividende ist das sogenannte steuerliche Einlagekonto. Dort werden die von Aktionären eingebrachten Kapitalanteile getrennt von den erwirtschafteten Gewinnen des Unternehmens erfasst.
Greift eine Gesellschaft für ihre Ausschüttung auf diese Mittel zurück, gilt die Zahlung steuerrechtlich nicht als Gewinnverwendung, sondern als Rückzahlung von Eigenkapital. Deshalb erfolgt zunächst keine Besteuerung beim Anleger.
Solche Ausschüttungen sind häufig das Ergebnis früherer gesellschaftsrechtlicher oder bilanzieller Umstrukturierungen und finden sich vor allem bei einigen Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften.
Alt-Aktionäre profitieren besonders
Für Anleger, die entsprechende Aktien bereits vor Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr 2009 erworben haben, kann die steuerfreie Ausschüttung besonders attraktiv sein. Unter bestimmten Voraussetzungen bleiben bei diesen Altbeständen auch spätere Kursgewinne steuerfrei.
Da die Deutsche Euroshop bereits 2001 an die Börse ging, gibt es noch entsprechende Altaktionäre.
Wer die Aktie hingegen erst seit 2009 gekauft hat, profitiert vor allem von einem Steuerstundungseffekt. Die steuerfrei erhaltenen Dividenden reduzieren den Einstandskurs der Aktie. Beim späteren Verkauf erhöht sich dadurch entsprechend der steuerpflichtige Veräußerungsgewinn. Wichtig: Die Freibeträge auf Kapitalerträge liegen bei 1.000 € (Singles) und 2.000 € (Verheiratete).
Gewinnrückgang zum Jahresauftakt
Operativ ist die Deutsche Euroshop mit gemischten Ergebnissen in das Jahr gestartet. Zwar stiegen die Umsätze im ersten Quartal um zwei Prozent auf 67,6 Millionen €. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte leicht um 0,2 Prozent auf 53,5 Millionen € zu.
Unter dem Strich verdiente das Unternehmen jedoch weniger. Der Nettogewinn sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,7 Prozent auf 28,4 Millionen €. Verantwortlich dafür waren vor allem höhere Zinsaufwendungen.
Vorstandschef Hans-Peter Kneip zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Jahresauftakt. Die operativen Kennzahlen hätten sich planmäßig entwickelt, erklärte er. Gleichzeitig verwies der Manager auf die weiterhin gedämpfte Konsumstimmung und geopolitische Unsicherheiten, die das Umfeld für den Einzelhandel belasten.
An seinen Jahreszielen hält das Unternehmen fest. Für 2026 erwartet die Deutsche Euroshop weiterhin ein Ebit zwischen 211 und 219 Millionen €. Der operative Gewinn (FFO) soll zwischen 134 und 142 Millionen € liegen. Beim Umsatz rechnet das Management unverändert mit Erlösen von 269 bis 277 Millionen €.
Zum Portfolio des Unternehmens gehören unter anderem das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt sowie die Altmarkt-Galerie in Dresden.
Analysten bleiben vorsichtig
Trotz der bestätigten Jahresprognose sehen Analysten derzeit nur begrenztes Kurspotenzial. Das Analysehaus Warburg Research hat sein Kursziel jüngst von 20,90 € auf 19,80 € gesenkt und die Einstufung „Hold“ bestätigt.
Als Belastungsfaktor nennen die Experten vor allem die gestiegenen Finanzierungskosten. Diese dürften auch künftig Gegenwind für den wichtigen operativen Gewinn (FFO) bedeuten. Zudem wurde der Bewertungszeitraum nach den jüngsten Quartalszahlen bis ins Jahr 2028 verlängert.
Die zurückhaltende Analysteneinschätzung passt zur aktuellen Kursentwicklung. Seit Monaten bewegt sich die Aktie überwiegend seitwärts und schafft es bislang nicht, sich nachhaltig von der Marke von 20 Euro nach oben abzusetzen.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Deutsche Euroshop (WKN: 748020) ist auf Investitionen in Shoppingcenter spezialisiert und zählt zu den wenigen börsennotierten Unternehmen in Europa mit einem klaren Fokus auf Einkaufszentren.
- Das Unternehmen hält derzeit Beteiligungen an 21 Shoppingcentern in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn. Zu den bekanntesten Objekten gehören das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt, die Altmarkt-Galerie in Dresden und die Galeria Bałtycka in Danzig.
- Die Aktie ist Mitglied im SDAX und die Deutsche Euroshop kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,53 Milliarden Euro.
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Fazit
Die Deutsche-Euroshop-Aktie zählt derzeit nicht zu den dynamischsten Immobilienwerten. Höhere Finanzierungskosten, ein schwieriges Konsumumfeld und zurückhaltende Analysten bremsen die Kursentwicklung rund um die Marke von 20 Euro.
Für Dividendenanleger bleibt der Titel dennoch interessant. Die Rendite von knapp fünf Prozent und die vollständig steuerfreie Ausschüttung sprechen für die Aktie. Zwar gibt es im Immobiliensektor aktuell attraktivere Wachstumswerte, als Depotbeimischung kann Deutsche Euroshop jedoch überzeugen. Zusätzlichen Reiz bietet die immer wieder aufkommende Fantasie einer möglichen Komplettübernahme. Wer vor allem auf laufende Erträge setzt, findet hier einen soliden Dividendentitel.
Hier sei erwähnt: Unser exklusiver Report „Dividenden Top-Picks 2025“ präsentiert zehn Aktien, die für dividendenorientierte Anleger aufgrund ihrer Ertragskraft und Stabilität besonders interessant sind.