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RWE-Aktie nach Rücksetzer: Jetzt die Chance nutzen?

Eine Analyse
Die RWE-Aktie hat einen Teil ihrer starken Kursgewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Nachdem das Papier zwischen Januar und Ende April von 46 € auf rund 62 € gestiegen war, setzte zuletzt eine Korrektur ein. Am Freitag notiert die Aktie bei etwa 56 € und kann leicht zulegen. Ist die Konsolidierung damit abgeschlossen oder sollten Anleger weiterhin vorsichtig bleiben?

Hohe Investitionen erforderlich

Die langfristigen Wachstumsperspektiven für Energieversorger bleiben attraktiv. Experten erwarten in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs.

Einer Studie des Fraunhofer-Instituts zufolge könnte der Strombedarf in Deutschland von derzeit rund 525 TWh auf etwa 750 TWh im Jahr 2030 steigen. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem die Elektrifizierung von Industrie, Wärmeversorgung und Verkehr sowie der steigende Energiebedarf von Rechenzentren und Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz.

Vor allem KI-Rechenzentren gelten als besonders energieintensiv. Um den wachsenden Bedarf zu decken, werden neben Wind- und Solaranlagen auch flexible Gaskraftwerke benötigt. Die Bundesregierung plant daher den Bau neuer Gaskraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 12 Gigawatt.

RWE dürfte als einer der führenden Energieerzeuger von dieser Entwicklung profitieren und potenziell zu den Betreibern neuer Anlagen gehören. Allerdings sind solche Projekte mit hohen Investitionen verbunden.

Auch international wächst der Energiebedarf weiter. Insbesondere in den USA sieht RWE attraktive Wachstumsmöglichkeiten. Bis 2031 plant der Konzern Investitionen von insgesamt 35 Milliarden €, von denen knapp die Hälfte auf Projekte in den USA entfallen soll.

Entscheidend wird jedoch sein, dass das erwartete Wachstum auch in nachhaltig steigende Gewinne umgewandelt werden kann.

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Deutlicher Ergebnisanstieg im ersten Quartal

RWE ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Die am 13. Mai vorgelegten Quartalszahlen fielen insgesamt positiv aus.

Das bereinigte EBITDA stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 25% auf 1,6 Milliarden €. Dabei profitierte das Ergebnis allerdings von einem positiven Einmaleffekt in Höhe von 330 Millionen €.

Der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich von 505 Millionen € auf 608 Millionen €.

Der Umsatz ging dagegen deutlich von 6,4 Milliarden € auf 4,3 Milliarden € zurück. Ursache war vor allem eine Bilanzierungsänderung im Energiehandel. Operativ entwickelte sich das Geschäft weiterhin stabil, die erzeugte Strommenge lag leicht über dem Vorjahresniveau.

Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden € nach 2,9 Milliarden € im Vorjahreszeitraum. Der Fokus lag weiterhin auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Rund 51% der Investitionen flossen in Offshore-Windkraftprojekte, weitere 43% in Onshore-Wind- und Solaranlagen.

Insgesamt präsentierte sich das operative Geschäft robust.

Jahresprognose bestätigt

Trotz des gelungenen Jahresstarts hält das Management an seiner bisherigen Prognose fest. Für eine Anhebung der Ziele sei es derzeit noch zu früh.

RWE erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 5,2 und 5,8 Milliarden €. Der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,55 und 2,05 Milliarden € liegen. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden 1,8 Milliarden € erzielt.

Sollte sich die positive operative Entwicklung in den kommenden Quartalen fortsetzen, erscheint eine Prognoseanhebung im weiteren Jahresverlauf jedoch durchaus möglich.

ℹ️ RWE in Kürze

  • RWE (WKN: 703712) ist einer der führenden internationalen Energieproduzenten in Europa. Das Kerngeschäft ist die Stromerzeugung, wobei der Wandel hin zu erneuerbarer Stromerzeugung massiv vorangetrieben wird.
  • Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält der Konzern Niederlassungen in Europa den USA sowie in Asien.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 41,7 Milliarden €.

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Fazit

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie weiterhin in einer Konsolidierungsphase. Von einem nachhaltigen Aufwärtstrend kann derzeit noch nicht gesprochen werden. Wichtig wäre zunächst die Ausbildung einer stabilen Bodenbildung, die sich im Bereich um 50 € entwickeln könnte.

Fundamental bleibt das Bild jedoch positiv. Der steigende Strombedarf, die starke Marktposition sowie die umfangreichen Investitionen in Zukunftsmärkte sprechen für attraktive Wachstumsperspektiven.

Mittelfristig erscheinen daher Kurse von 65 € durchaus realistisch. Auch die Analysten zeigen sich überwiegend optimistisch und sehen den fairen Wert der Aktie im Durchschnitt bei rund 62,80 €.

Kurzfristig könnte sich jedoch Geduld auszahlen. Wer einen Einstieg plant, sollte zunächst auf weitere Signale einer nachhaltigen Stabilisierung des Kurses achten.

Für uns liegt die eigentliche Börsenchance der Energiekrise nicht im Rohstoff selbst, sondern in der Infrastruktur dahinter. Welche Aktien hier spannend erscheinen, erfährst Du kostenlos im Report Energiekrise als Börsenchance.