Sivers Semiconductors-Aktie: Jetzt noch mit dieser Rakete mitfliegen?
Durchwachsene Zahlen
An den Quartalszahlen, die Sivers Semiconductors heute vorlegte, kann es nicht liegen, dass die Rakete immer noch steigt. Sie fielen durchwachsen aus.
Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 22% auf 61,9 Millionen SEK. Der bereinigte operative Verlust vor Abschreibungen weitete sich von -6,0 Millionen SEK im Vorjahresquartal auf aktuell -13,8 Millionen SEK aus und das EBIT sackte auf Jahressicht von -28,3 auf -41,5 Millionen SEK ab.
Das Management von Sivers nannte drei wesentliche Gründe für den schwachen Jahresauftakt. Der temporäre Regierungsstillstand in den USA Ende 2025 hat die Freigabe von Militärbudgets verzögert. Da Sivers Großaufträge mit US-Verteidigungsunternehmen hält, verschoben sich dadurch geplante Projektumsätze ins spätere Jahr.
Zudem belastete ein für das Unternehmen ungünstiges Wechselkursumfeld die Zahlen zusätzlich. Und nicht zuletzt stiegen die operativen Ausgaben an, weil Sivers massiv in den Vertrieb investierte und hohe Beraterkosten für die geplante Zweitnotierung an der US-Technologiebörse Nasdaq anfielen.
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Aber rosige Aussichten
Aber bei einem High-Tech-Unternehmen wie Sivers interessiert sich die Börse bekanntlich kaum für die Vergangenheit, sondern hat die Zukunft fest im Blick. Und diese sieht äußert rosig aus. Die potenzielle Auftragspipeline von Sivers Semiconductors explodierte im letzten Quartal um 77% gegenüber dem Vorquartal auf 799 Millionen US-Dollar. Das Management betonte, dass der Fahrplan für den massiven Produktionshochlauf im Bereich KI-Rechenzentren (Photonik-Laser) und Satellitenkommunikation für das Jahr 2027 voll intakt ist.
Zudem gab das Unternehmen bekannt, sich nach Quartalsende über eine gezielte Aktienplatzierung rund 125 Millionen SEK an frischem Kapital von institutionellen Investoren gesichert zu haben. Dadurch verlängert sich die finanzielle Reichweite von Sivers erheblich, was wiederum zusätzliches Vertrauen bei Anlegern schafft.
Ein Chartbild der Superlative
Das Chartbild der Sivers Semiconductors-Aktie lässt sich nur mit Superlativen beschreiben. Seit März explodiert der Kurs des High-Tech-Unternehmens.
Nach einem Allzeithoch am Dienstag bei 87 SEK orrigierte die Aktie zur Wochenmitte stark nach unten. Der Aufwärtstrend wurde dadurch aber noch nicht gebrochen.
Jede Menge KI-Militär-Weltall-Fantasie
Die Sivers Semiconductors-Aktie ist seit Wochen einer der hottest stocks auf dem europäischen Markt und das hat in erster Linie mit der Geschäftstätigkeit der Schweden an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz, Rüstung und Raumfahrt zu tun. Alle drei Bereiche zählen seit geraumer Zeit zu den Lieblingsfeldern von Investoren.
Vor allem die Tatsache, dass Sivers hochpräzise Photonikkomponenten und Laserquellen für den Einsatz in Rechenzentren herstellt, elektrisiert die Börse. Investoren haben das schwedische Unternehmen als einen der ganz wenigen "Pure Plays" identifiziert, die den physischen Daten-Flaschenhals in KI-Rechenzentren lösen können. Partnerschaften mit dem Fertigungsriesen Jabil sowie Branchengrößen wie O-Net und Enablence zur Entwicklung superschneller 1,6-Terabit-Optikmodule wirken hier wie Brandbeschleuniger auf den Kurs der Sivers Semiconductors-Aktie.
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Aber auch in den Bereichen Rüstung und LiDAR sorgte Sivers in den letzten Wochen mit einer regelrechten Flut an kommerziellen Erfolgsmeldungen für Furore an der Börse. Das Tech-Unternehmen sicherte sich einen massiven Entwicklungs- und Lieferauftrag im Bereich der lasergestützten Abstandsmessung mit einem potenziellen Umsatzvolumen von bis zu 138 Millionen US$.
Zudem erhielten die Schweden erst kürzlich vom Pentagon den Zuschlag für eine 6,6 Millionen US$ schwere Vertragserweiterung unter dem U.S. Microelectronics Commons Program. Sivers arbeitet hier direkt mit dem Rüstungsgiganten BAE Systems und dem MIT an modernsten Antennentechnologien für die elektronische Kriegsführung der US-Streitkräfte.
Die Bewertung sprengt die Vorstellungskraft
Die Bewertung der Sivers Semiconductors-Aktie sprengt derzeit jede Vorstellungskraft. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei einem atemberaubenden Faktor von 75.
Trotzdem ist die Sivers-Aktie meiner Meinung nach einer der gegenwärtig spannendsten Technologiewerte auf dem europäischen Markt. Das Unternehmen ist — soweit ich das beurteilen kann — technologisch hervorragend positioniert und wird sein dynamisches Wachstum in den kommenden Jahren fortsetzen.
Die KI-Militär-Weltall-Fantasie der Schweden muss man eben mit einer sehr fantasievollen Bewertung bezahlen. Short Seller, die zuletzt auf einen Kurseinbruch der Sivers Semiconductor-Aktie setzten, holten sich eine blutige Nase. Das ist meiner Ansicht nach ein klares Zeichen dafür, dass der Markt an dieses Unternehmen glaubt.
ℹ️ Sivers Semiconductors in Kürze
- Sivers Semiconductors (WKN: A1W9Z9) ist ein 1951 gegründetes schwedisches Technologieunternehmen mit Sitz in der Nähe von Stockholm.
- Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Hochfrequenz- (RF) und Photonikkomponenten spezialisiert. Das operative Geschäft von Sivers gliedert sich in die beiden Kernbereiche Wireless (Funktechnologie & Satelliten) und Photonics (Lichtwellenleiter & KI-Rechenzentren).
- Im Bereich Wireless entwickelt Sivers integrierte Schaltkreise, Module und Antennen auf Basis der sogenannten Millimeterwellen-Technologie (mmWave), die in Mobilfunknetzen und in der Satellitenkommunikation zum Einsatz kommen.
- Im Bereich Photonics fokussiert sich das Unternehmen auf Halbleiterlaser auf Basis von Verbindungshalbleitern (III-V-Halbleiter), die in optischen Transceivern in modernen KI-Rechenzentren verbaut werden.
- Das Unternehmen notiert an der Nasdaq Stockholm und ist 22,3 Milliarden SEK wert.
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Fazit
Wer ein wenig Spielgeld auf seinem Handelskonto übrig hat, kann es gut und gerne in diesen Highflyer investieren — idealerweise natürlich nach einem zwischenzeitlichen Kurseinbruch. Ein Investment in die Sivers-Aktie ist ein Tanz auf dem Vulkan. Man kann sich hier richtig die Finger verbrennen oder wird weit in den Himmel katapultiert.