Rheinmetall-Aktie: Neues Signal, das der Markt dringend gebraucht hat
Der Auftrag: Milliarde aus Berlin
Bei den in Auftrag gegebenen Fahrzeugen handelt es sich um sogenannte „Ungeschützte Transportfahrzeuge". Die Bundeswehr will mit den Fahrzeugen ihre Transportkapazitäten ausbauen und die Mobilität der Truppe im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung stärken. Der Großauftrag erfolgt aus dem im Jahr 2024 geschlossenen Rahmenvertrag über insgesamt bis zu 6.500 Fahrzeuge und wird im zweiten Quartal 2026 eingebucht. Das bringt brutto rund 1,015 Milliarden Euro rein. Die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH wird noch in der ersten Jahreshälfte 2026 mit der Auslieferung beginnen.
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Neue Rheinmetall-Anleihe stark überzeichnet
Die zweite große News des Tages ist in ihrer Signalwirkung kaum zu unterschätzen. Rheinmetall hat am 21. Mai 2026 erfolgreich eine Anleihe über 500 Millionen Euro mit einer Fälligkeit im Mai 2031 und einem Kupon von 3,375% am Kapitalmarkt platziert – und damit erstmals seit dem Jahr 2010 wieder eine klassische Anleihe begeben. Die Abschlusstransaktion erfolgte gestern.
Die Erlöse sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, einschließlich der Refinanzierung anstehender Fälligkeiten. Die neue Anleihe ist aber mehr als eine Refinanzierungsroutine. Die europäische Verteidigungswende verlangt Kapazitäten, Lieferketten, Personal und Anlagen und das kostet Geld, lange bevor es Umsatz generiert.
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Rückenwind vom CFO: Jahresziele in Reichweite
Nicht nur Auftrag und Anleihe trieben den Kurs. Die Analysten von Deutsche Bank Research schrieben, dass Rheinmetall-Finanzchef Klaus Neumann auf der hauseigenen „European Champions Conference" das Unternehmen auf einem guten Weg zu den Jahreszielen sieht. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Umsatz zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro – ein Plus von 40 bis 45% gegenüber 2025. Die operative Marge soll bei rund 19% liegen.
Erholung von einem schmerzhaften Absturz?
Die Euphorie des Tages darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie turbulent die letzten Monate für Rheinmetall-Aktionäre waren. Als Ursachen gelten eine gesenkte Prognose Ende 2025, schwache Q1-2026-Zahlen, Lieferverzögerungen bei Panzern und Qualitätsprobleme in einer Munitionsfabrik in Murcia. Wegen der zunehmenden Bedeutung von Drohnen sind zudem Sorgen über das Produktportfolio aufgekommen, das bisher vor allem aus Rad- und Kettenfahrzeugen sowie Waffensystemen und Munition besteht. Für 2026 steht beim einstigen Überflieger noch immer ein Kursrückgang von gut -17% zu Buche.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 59,8 Milliarden €.
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