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Diginex-Aktie: Das kann jetzt wieder kritisch werden

Eine Analyse
Der Marktwert des ESG-Spezialisten Diginex Limited schrumpft weiter deutlich. Nachdem die Aktie nach dem Reverse-Split Ende April noch bei rund 2,60 US$ notierte, ist sie inzwischen wieder massiv gefallen und steht am Mittwoch nur noch bei 0,97 US$. Damit könnte das Ziel des Kapitalschnitts bereits wieder verfehlt sein. Wird die Lage für das Unternehmen nun erneut kritisch?

Delisting-Gefahr rückt erneut näher

Für eine dauerhafte Notierung an der NASDAQ müssen Unternehmen bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Eine zentrale Regel betrifft den Aktienkurs: Dieser darf nicht über einen längeren Zeitraum unter 1 US$ liegen.

Notiert die Aktie an 30 aufeinanderfolgenden Handelstagen unter dieser Schwelle, erhält das Unternehmen zunächst eine Frist von 180 Tagen, um die Vorgaben wieder zu erfüllen. Dazu muss der Kurs mindestens zehn Handelstage in Folge oberhalb von 1 US$ liegen.

Bereits zuvor hatte Diginex auf diese Problematik mit einem Reverse-Split reagiert. Der ursprünglich im Verhältnis 8:1 zusammengelegte Aktienbestand wurde später wieder rückgängig gemacht.

Nun nähert sich die Aktie erneut der kritischen Marke von 1 US$. Sollte der Kurs dauerhaft darunter bleiben, könnte die Gefahr eines erneuten Delisting-Verfahrens schnell zurückkehren.

Ein Ausschluss von der Nasdaq hätte erhebliche Folgen: Die Aktie würde dann typischerweise nur noch außerbörslich im sogenannten OTC-Markt gehandelt werden. Zwar blieben die Aktien weiterhin im Depot der Anleger, jedoch sinken in solchen Fällen häufig Liquidität, Transparenz und Handelbarkeit deutlich.

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Aggressive Übernahmestrategie belastet

Ein wesentlicher Belastungsfaktor war in den vergangenen Jahren die aggressive Übernahmestrategie des Unternehmens.

Viele Akquisitionen wurden überwiegend mit neu ausgegebenen Aktien finanziert. Problematisch dabei: Mehrere der übernommenen Unternehmen verfügten selbst über keine nachhaltig profitable Geschäftsentwicklung.

Anders verhielt es sich zuletzt bei der Übernahme des KI-Spezialisten Resulticks Global. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr laut Angaben einen Umsatz von rund 150 Millionen US$ bei einer operativen EBITDA-Marge von 32 %. Für das laufende Geschäftsjahr werden Erlöse zwischen 190 und 210 Millionen US$ erwartet.

Allerdings hatte diese Übernahme ihren Preis: Der Kaufpreis lag bei rund 1,5 Milliarden US$ und wurde vollständig über neue Aktien bezahlt.

Massive Verwässerung der Altaktionäre

Genau hierin liegt eines der größten Probleme für bestehende Aktionäre.

Da bei den Kapitalmaßnahmen regelmäßig das Bezugsrecht ausgeschlossen wurde, kam es zu erheblichen Verwässerungseffekten. Der Anteil bestehender Aktionäre am Unternehmen wurde dadurch mit jeder weiteren Übernahme reduziert.

Diese Entwicklung belastet das Vertrauen vieler Investoren zusätzlich und dürfte einer der Gründe für die anhaltende Kursschwäche sein.

ℹ️ Diginex in Kürze

  • Diginex (WKN: A41YYC) ist ein nachhaltiges Tech-Unternehmen, das Unternehmen und Regierungen dabei unterstützt, ihre ESG-Daten (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), Klima- und Lieferkettendaten zu erfassen, zu analysieren und zu berichten.
  • Der rechtliche Sitz ist in Hongkong, die Hauptverwaltung ist in London. Das Unternehmen agiert weltweit.
  • Die Hauptbörse ist die amerikanische Nasdaq, seit Februar ist sie in Deutschland über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit etwa 29 Millionen US$ bewertet.

Fazit

Die Diginex-Aktie bleibt ein hochspekulatives Investment mit erheblichen Risiken. Für konservative Anleger erscheint die Aktie damit aktuell nicht geeignet. Wer dennoch investiert, sollte sich des hohen Verlustrisikos bis hin zu einem möglichen Totalverlust bewusst sein.

Übrigens: KI sorgt für Disruption bei Software-Firmen. Welche Unternehmen stark betroffen sind, lest Ihr im The Unlucky Seven Report.