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Commerzbank-Aktie: Worauf soll man denn setzen?

Heiße Phase im Übernahmepoker
Die Commerzbank-Aktie hielt sich in den letzten Tagen über der Kursmarke von 35 €, schafft es momentan aber nicht über ihr 15-Jahreshoch bei ca. 38 €. Zweifeln Anleger zunehmend am Erfolg der Übernahme durch die UniCredit? Und ist es überhaupt noch ratsam, in die Aktie zu investieren?

So läuft die Übernahme bislang

Die potenzielle Übernahme der CoBa durch die UniCredit befindet sich aktuell in der heißen Phase. Am gestrigen Montag haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der Commerzbank in einer gemeinsamen Stellungnahme das Übernahmeangebot der italienischen Großbank zurückgewiesen. Die Führungsgremien der deutschen Bank empfehlen ihren Aktionär dringend, das Aktientauschangebot der Italiener abzulehnen.

Nach Einschätzung der Commerzbank-Führung ist es finanziell unzureichend und bietet keine angemessene Prämie für den Wert der Bank. Tatsächlich liegt der implizite Wert der Offerte mit ca. 34,60 € unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie. Darüber hinaus fehlt der UniCredit ein schlüssiges und glaubwürdiges strategisches Konzept für einen Zusammenschluss der beiden Geldhäuser, so das CoBa-Management.

Während das offizielle Übernahmeangebot läuft, schafft UniCredit im Hintergrund vollendete Tatsachen. Die Italiener halten mittlerweile 26,8% der Commerzbank-Aktien direkt. Rechnet man die zusätzlich gesicherten Finanzderivate hinzu, hat sich UniCredit laut jüngsten Stimmrechtsmeldungen den Zugriff auf insgesamt 38,9% der Anteile gesichert.

Bei den Commerzbank-Aktionären scheint das Umtauschangebot der UniCredit allerdings auf taube Ohren zu stoßen. In der ersten Zwischenmeldung gaben die Banken bekannt, dass bisher lediglich 0,006% der Commerzbank-Aktien zum Tausch eingereicht wurden. Die reguläre Annahmefrist läuft noch bis Mitte Juni und kann maximal bis zum 3. Juli 2026 verlängert werden.

Um die Aktionäre bei der Stange zu halten und die eigene Unabhängigkeit zu verteidigen, hat die Commerzbank-Führung Anfang Mai ihre Strategie verschärft. Mit dem Programm „Momentum 2030“ wurden ambitionierte Rendite- und Gewinnziele bis zum Jahr 2030 ausgegeben. Um die Profitabilität massiv zu steigern und zu beweisen, dass die Bank alleine erfolgreicher ist, kündigte Commerzbank-Chefin Orlopp zeitgleich den Wegfall von rund 3.000 weiteren Stellen an.

Am morgigen Mittwoch findet die mit Spannung erwartete Hauptversammlung der Commerzbank statt. Es wird erwartet, dass das Management dort die Werbetrommel für den eigenständigen Kurs rühren wird.

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In Lauerstellung

Die Commerzbank-Aktie befindet sich derzeit charttechnisch in „Lauerstellung“. Bei 34 € scheint sie einen Boden gefunden zu haben. Aber nach oben hin ist momentan bei 37 € Schluss. Solange es keine großen Neuigkeiten im Übernahmepoker gibt, rechne ich mit einer Fortsetzung dieser Seitwärtsbewegung.

So oder so kein Upside

Ich rate vor dem aktuellen Hintergrund Anlegern von einem Kauf der Commerzbank-Aktie ab. Wie auch immer die Übernahmeschlacht ausgehen wird, sehe ich derzeit kaum weiteres Upside für den DAX-Titel.

Sollte die UniCredit die Schlacht verlieren und die Übernahme der Commerzbank aufgeben, dürfte der Aktienkurs der CoBa zurückgehen. Die Fantasie rund um eine mögliche Erhöhung des Angebots wäre damit vom Tisch.

Sofern die italienische Bank ihre Bemühungen hingegen nicht aufgibt, sehe ich allerdings auch kaum Spielraum für eine Erhöhung des Angebots. Es ist bereits jetzt in meinen Augen recht großzügig und wirtschaftlich kaum mehr zu rechtfertigen.

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ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 41,5 Milliarden € bewertet.

Fazit

Anleger machen meines Erachtens einen Fehler, wenn sie auf eine Erhöhung des UniCredit-Angebots spekulieren. Aber auch eine weiterhin unabhängige Commerzbank dürfte dem Aktienkurs (zumindest kurzfristig) nicht guttun. So oder so gibt es hier wenig zu gewinnen.