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AMD vs. Intel: Welche Chip-Aktie hat die Nase vorn?

CPU-Riesen analysiert
Redaktion
Die jüngste Rally im Bereich Künstliche Intelligenz hat die Kapitalströme innerhalb des Technologiesektors deutlich verschoben. Während viele große Software- und Technologiekonzerne zuletzt stagnierten oder korrigierten, rücken Infrastrukturwerte wie Advanced Micro Devices (AMD) und Intel zunehmend in den Fokus.

Neue Kapitalströme verändern den KI-Sektor

Die Entwicklung an den KI-Märkten verlief in den vergangenen Monaten äußerst ungleichmäßig. Besonders stark gefragt waren Unternehmen aus dem Bereich der KI-Infrastruktur, während große Technologiewerte und viele Softwaretitel kaum neue Impulse lieferten oder teils deutlich unter Druck gerieten. Innerhalb des Infrastruktursegments konzentrierte sich das Interesse der Investoren vor allem auf einzelne Nischen mit besonders hohen Gewinnerwartungen.

Zu diesen Bereichen zählen neben Speicherlösungen auch optische Datenverbindungen. In beiden Segmenten wurden die Bewertungen zuletzt stark nach oben getrieben, wodurch das Risiko kurzfristiger Überhitzungen deutlich gestiegen ist. Nun richtet sich der Blick der Märkte verstärkt auf einen dritten Trend: die Wiederbelebung der CPU-Nachfrage im Zuge des KI-Ausbaus.

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Prozessoren werden zum nächsten KI-Thema

Sowohl AMD als auch Intel konnten in den vergangenen Wochen massive Kursgewinne verbuchen. Hintergrund ist die wachsende Erwartung, dass klassische Prozessoren künftig wieder eine zentrale Rolle innerhalb der KI-Infrastruktur spielen werden. Insbesondere bei sogenannten Inference-Anwendungen und agentenbasierter KI steigen die Anforderungen an Steuerung, Speicherverwaltung und parallele Datenverarbeitung erheblich.

Im Gegensatz zum Training großer KI-Modelle benötigen produktive KI-Anwendungen eine komplexe Orchestrierung von Prozessen. Genau hier gewinnen CPUs wieder an Bedeutung. AMD-Chefin Lisa Su unterstrich diese Entwicklung zuletzt mit deutlich angehobenen Markterwartungen für den CPU-Sektor bis 2030. Das Unternehmen geht inzwischen von einem jährlichen Wachstum des adressierbaren CPU-Marktes von 35 Prozent aus, nachdem zuvor lediglich 18 Prozent erwartet worden waren.

Damit verändert sich auch die Wahrnehmung von AMD. Das Unternehmen wird zunehmend nicht mehr nur als GPU-Anbieter betrachtet, sondern als umfassender Infrastrukturpartner für KI-Systeme. Gleichzeitig verschiebt sich auch die Investmentstory bei Intel: Statt eines klassischen Turnaround-Kandidaten rückt der Konzern stärker als potenzieller Kernbestandteil zukünftiger KI-Architekturen in den Vordergrund.

Märkte preisen künftiges Wachstum bereits aggressiv ein

Die starke Kursentwicklung basiert bislang weniger auf bereits realisierten Umsätzen als vielmehr auf zukünftigen Erwartungen. Analysten haben ihre langfristigen Schätzungen für AMD in den vergangenen Monaten deutlich angehoben. Die Umsatzprognosen für 2027 stiegen um rund 22 Prozent, die Gewinnerwartungen sogar um etwa 28 Prozent.

Gleichzeitig haben sich die Bewertungskennzahlen massiv ausgeweitet. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu künftigem Umsatz stieg bei AMD innerhalb weniger Monate von etwa dem Achtfachen auf rund das 15-Fache des erwarteten Jahresumsatzes. Anleger bewerten also nicht nur höhere Gewinne ein, sondern zahlen zusätzlich erhebliche Zukunftsprämien für das KI-Thema.

Bei Intel fällt die Situation differenzierter aus. Zwar wurden auch hier die Umsatz- und Gewinnschätzungen erhöht, allerdings in deutlich geringerem Umfang als bei AMD. Trotzdem hat sich die Bewertung ebenfalls stark ausgeweitet. Die Märkte setzen hier verstärkt darauf, dass Intel künftig überproportional von einer CPU-getriebenen KI-Infrastruktur profitieren könnte.

Quartalszahlen bestätigen den Trend nur teilweise

Die jüngsten Geschäftszahlen lieferten zusätzliche Hinweise auf die neue Dynamik im CPU-Markt. AMD meldete im ersten Quartal ein Umsatzwachstum von 38 Prozent sowie ein Plus von 57 Prozent im Rechenzentrumsgeschäft. Besonders stark entwickelte sich der freie Cashflow.

Noch wichtiger als die aktuellen Zahlen waren jedoch die Aussagen zum zukünftigen Bedarf. AMD erwartet eine deutliche Verschiebung innerhalb der KI-Infrastruktur. Historisch dominierten GPUs den Hardwareeinsatz deutlich, doch künftig könnten sich CPU- und GPU-Anteile stärker angleichen, da Inference-Anwendungen und agentenbasierte KI erheblich mehr Steuerungs- und Verwaltungsleistung benötigen.

Auch Intel betonte in seiner Quartalskonferenz die wachsende Rolle klassischer Prozessoren als zentrale Steuerungsebene moderner KI-Systeme. Das Unternehmen verwies zudem auf mehrjährige Lieferverträge mit Großkunden und eine weiterhin hohe Nachfrage nach Xeon-Prozessoren.

Trotzdem bleibt Intels operative Ausgangslage deutlich schwächer als die von AMD. Während AMD bereits stark vom KI-Boom profitiert, kämpft Intel weiterhin mit Belastungen aus dem Foundry-Geschäft und deutlich niedrigeren Wachstumsraten im Rechenzentrumsgeschäft.

Warum die Risiken trotz Euphorie steigen

Die aktuelle KI-Rally zeigt erneut, wie schnell sich Markttrends innerhalb des Halbleitersektors verändern können. In kurzer Zeit verlagerte sich die Aufmerksamkeit von GPUs hin zu CPUs und von Trainingssystemen hin zu Inference-Anwendungen. Genau diese Dynamik birgt jedoch Risiken.

Viele Erwartungen basieren bislang auf theoretischen Wachstumsannahmen. Noch ist nicht vollständig bewiesen, wie stark CPUs tatsächlich dauerhaft von agentenbasierter KI profitieren werden. Gleichzeitig könnten alternative Technologien wie spezialisierte ASICs, ARM-basierte Serverprozessoren oder softwareseitige Optimierungen Teile der erwarteten Nachfrage abschwächen.

Besonders Intel bleibt stark davon abhängig, dass sich die neue CPU-These tatsächlich in konkreten Umsätzen und Gewinnen niederschlägt. AMD verfügt dagegen bereits heute über ein robusteres KI-Geschäft und profitiert zusätzlich vom GPU-Markt.

AMD bleibt die stabilere Wahl im KI-Umfeld

Vor diesem Hintergrund erscheint AMD derzeit als das defensivere Investment innerhalb des CPU-Trends. Das Unternehmen weist bereits operative Stärke im KI-Markt auf und profitiert gleichzeitig von zusätzlichen Wachstumschancen im CPU-Bereich. Allerdings sind die Bewertungen nach der jüngsten Rally ambitioniert.

Intel bietet zwar potenziell größere Aufholchancen, trägt jedoch gleichzeitig deutlich höhere Risiken. Sollte sich die CPU-Nachfrage langsamer entwickeln als erhofft oder die allgemeine Risikobereitschaft an den Märkten nachlassen, könnte die Aktie deutlich anfälliger für Rückschläge sein.

Redaktion

Fazit

Die nächste Phase des KI-Booms könnte klassische Prozessoren wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. AMD erscheint dabei derzeit besser positioniert, während Intel vor allem auf den langfristigen Erfolg der neuen CPU-Story angewiesen bleibt.

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