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Milliarden-Exits bei Berkshire: Radikaler Rauswurf von Amazon, Visa & Mastercard

Berkshires Neuausrichtung
Polina Dmitrovskaya
Das am 15. Mai frisch offengelegte 13F-Filing von Berkshire Hathaway für das erste Quartal 2026 schlägt immense Wellen. Es war das erste Update unter dem neuen CEO Greg Abel, welcher direkt mal einige historische Grundsätze von Warren Buffett bricht – insbesondere bei Tech- und Airline-Werten. Berkshires Portfolio erlebt eine radikale Neuausrichtung.

Der „Großputz”

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Konzentration statt Diversifikation

Die Strategie unter Greg Abel unterscheidet sich in ihrer Dynamik und Struktur signifikant von den vergangenen Jahren. Es war das aktivste Investmentquartal von Berkshire seit langem. 

In den letzten Quartalen unter Buffett war die Handelsaktivität oft von punktuellen Großtransaktionen (wie den schrittweisen Apple-Teilverkäufen oder dem Ausbau von Occidental Petroleum) geprägt, während das restliche Portfolio weitgehend unangetastet blieb.

Abel hat in nur drei Monaten 16 Werte komplett abgestoßen. Das zeigt den klaren Willen, das Portfolio auf wenige, extrem hochüberzeugte Kernpositionen zu fokussieren. Die Top-10-Holdings machen nun erdrückende 90,7% des gesamten 13F-Volumens aus. 

Aber in einer Sache bleibt sich Berkshire treu: Es wird weiterhin mehr Geld vom Markt genommen als investiert. Im Berichtsquartal stehen geschätzten Käufen von 16 Milliarden US$ Verkäufe von rund 24,1 Milliarden US$ gegenüber. 

Berkshires Cash-Berg und die Bestände in US-Staatsanleihen klettern auf ein neues Rekordhoch von über 397 Milliarden US$. Man könnte meinen er bereitet das Unternehmen durch die enorme Cash-Quote darauf vor, bei einer eventuellen Marktkorrektur mit voller Wucht zuschlagen zu können. Oder auch, um das Engagement auf dem japanischen Markt weiter auszubauen, in dem Berkshire aktuell sehr aktiv Yen-Emissionen ausgibt, um den Kauf japanischer Aktien zu finanzieren.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Berkshire Hathaway Firmen mit hohen Cashflows und Dividendenausschüttungen liebt. Also haben wir eine Liste mit den 10 dividendenstärksten Unternehmen erstellt. Das willst du nicht verpassen!

Polina Dmitrovskaya

Fazit

Am bedeutendsten finde ich Berkshires Zukauf an Alphabet-Aktien. Wie bereits erwähnt, ist Alphabet in der Theorie längst nicht mehr unterbewertet und trotzdem hat Berkshire eine hohe Summe investiert. Ich würde es nicht als Signal sehen jetzt nochmal in Alphabet einzusteigen, denn wir wissen nicht, unter welchen Bedingungen dieser Zukauf stattgefunden hat. Dennoch zeigt es, dass Greg Abel auch in Zukunft hohe Erwartungen an die Google-Mutter hat.