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RENK-Aktie: Kann man hier +60% machen?

Bullische Analysten
Ende vergangener Woche sah es noch danach aus, als könnte sich die RENK-Aktie endlich auf einem Kursniveau von 44 € stabilisieren. Doch zum Wochenstart fällt der Kurs des Getriebeherstellers abermals auf ein neues 12-Monatstief. Warum verabschieden sich Anleger von dem Rüstungstitel und bietet der Rüstungstitel kein attraktives Potenzial mehr?

Rüstungsmüdigkeit vs. Geschäftsentwicklung

Dass die RENK-Aktie seit gut zwei Wochen unter starkem Verkaufsdruck leidet, ist primär dem negativen Marktsentiment gegenüber Rüstungsaktien geschuldet. Auch andere deutsche Rüstungstitel, allen voran Rheinmetall, mussten zuletzt herbe Kursverluste verkraften.

An der Börse scheint derzeit eine ausgeprägte „Rüstungsmüdigkeit“ zu grassieren, die eigentlich keinen konkreten Auslöser hat. Vielmehr scheint die Summe aus Lieferverzögerungen, ambitionierten Bewertungen und fehlenden Kurskatalysatoren eine insgesamt schlechte Stimmung zu verursachen.

An den vor wenigen Tagen gelieferten Zahlen von RENK kann die schlechte Stimmung kaum liegen. Der Getriebespezialist lieferte den besten Jahresauftakt seiner Unternehmensgeschichte.

Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 4% auf 283,6 Millionen €. Der Gewinn je Aktie explodierte von 0,01 € im Vorjahresquartal auf aktuell 0,15 €.

Noch besser liest sich der Auftragseingang. Er stieg im ersten Quartal auf die Rekordsumme von 582,3 Millionen €. Der gesamte Order-Backlog von RENK beläuft sich damit auf rund 6,9 Milliarden €. Das ist das Fünffache des Jahresumsatzes 2025.

Um diesen gewaltigen Berg an Aufträgen abarbeiten zu können, muss RENK massiv in seine Produktion investieren. Das Stammwerk in Augsburg wird zu diesem Zweck für einen höheren dreistelligen Millionenbetrag ausgebaut.

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Bullische Banken

Ganz im Gegensatz zur aktuellen Kursentwicklung sind Analysten durch die Bank bullisch in Bezug auf die RENK-Aktie eingestellt. Fast alle Banken raten zum Kauf des MDAX-Titels. Das durchschnittliche Kursziel von rund 70 € liegt +62% über dem aktuellen Kursniveau.

Die größten Optimisten sitzen derzeit bei der Investmentbank Jefferies, der Privatbank Berenberg und der US-Großbank JPMorgan. Ihre Kursziele von 78, 76 und 75 € attestieren der RENK-Aktie ein noch größeres Upside.

Massiv angeschlagen

Das Chartbild der RENK-Aktie ist stark angeschlagen. Dass der MDAX-Wert keinen Boden bei seinem erst letzte Woche aufgestellten 12-Monatstief fand, ist ein sehr schlechtes Zeichen. Kurzfristig könnte der Aktienkurs nun sogar den Support bei 39 € testen.

Vernünftige Bewertung und interessante Dividendenentwicklung

Ich schließe mich der Mehrheitsmeinung der Analysten an und empfehle Anlegern die RENK-Aktie zum Kauf. Ausschlaggebend ist für mich eine sehr vernünftige Kombination aus Geschäftsentwicklung und Bewertung.

RENK hat in den letzten drei Jahren seinen Umsatz um durchschnittlich 17% steigern können. Auch im laufenden und im kommenden Jahr sieht es nach einer Beibehaltung dieser Wachstumsdynamik aus.

Hinzu kommt, dass der Getriebehersteller ein attraktives Profitabilitätsniveau besitzt. Im vergangenen Jahr lag die operative Marge bei knapp 13%. Durch die weitere Skalierung der Produktion wird die Gewinnmarge meiner Einschätzung nach noch weiter steigen.

In der Vergangenheit war ich gegenüber der RENK-Aktie aufgrund ihrer sehr hohen Bewertung etwas skeptisch eingestellt. Diese Überbewertung ist meiner Meinung nach nicht mehr vorhanden.

Das Forward-KGV liegt nun bei bei 31 (für 2026) und 23 (für 2027). Für einen so dynamisch wachsenden und profitablen Rüstungskonzern mit einer so prall gefüllten Auftragspipeline ist das in meinen Augen eine sehr vernünftige Bewertung.

Nicht zuletzt wird die RENK-Aktie auch für Dividendenanleger immer interessanter. Die aktuelle Dividendenrendite liegt inzwischen bei 1,3%. In den beiden letzten Jahren hat der Rüstungskonzern seine Gewinnausschüttung um rund 40% gesteigert. Die operative Stärke und Cashflow-Generierung von RENK deuten darauf hin, dass das Unternehmen auch in den kommenden Jahren seine Aktionäre mit einem hohen Dividendenwachstum erfreuen wird.

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ℹ️ Renk in Kürze

  • Die Renk Group (WKN: RENK73) mit Hauptsitz in Augsburg ist ein weltweiter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen.
  • Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und industrielle Anwendungen und ist führender Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge.
  • Renk produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in der Schweiz, Großbritannien und den USA.
  • Renk notiert seit Ende März im Nebenwerteindex MDAX und ist ca. 4,3 Milliarden € wert.

Fazit

Ich glaube, dass sich die RENK-Aktie mittelfristig wieder erholen wird. Das weitere Downside halte ich aufgrund der hervorragenden Geschäftsentwicklung und der inzwischen vernünftigen Bewertung für begrenzt. Langfristig orientierte Anleger können hier einsteigen.