Carnival-Aktie analysiert: Starkes Wachstum voraus

Ehrgeizige Finanzziele

Die Aktie des Kreuzfahrtkonzerns Carnival steht derzeit zwischen geopolitischen Risiken und einer weiterhin starken Nachfrage nach Kreuzfahrten. Trotz kurzfristiger Belastungen durch steigende Treibstoffkosten deutet vieles darauf hin, dass die Bewertung des Unternehmens weiterhin attraktives Aufwärtspotenzial bietet.

Carnival
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Nach einem starkes Finish 2025 hat es die Carnival-Aktie im laufenden Jahres bislang schwer. Verwunderlich ist das nicht.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist der anhaltende Konflikt mit Beteiligung des Iran. Die geopolitische Lage hat zu deutlich höheren Öl- und Treibstoffpreisen geführt und damit die gesamte Kreuzfahrtbranche unter Druck gesetzt. Anfang März 2026 kam es infolgedessen zu einem breiteren Ausverkauf in der Branche.

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Aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2026

Die Auswirkungen der gestiegenen Energiekosten spiegeln sich auch in der aktualisierten Prognose des Unternehmens wider. Carnival rechnet nun mit einem Nettoertragswachstum von 2,75 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei konstanten Wechselkursen. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 5,5 Prozent, während die vorherige Prognose für 2026 ein Wachstum von 2,5 Prozent vorsah.

Das bereinigte EBITDA soll nun rund 7,19 Milliarden Dollar erreichen und damit etwa auf Vorjahresniveau liegen. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde auf 2,21 Dollar gesenkt, was einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zuvor hatte das Management noch ein deutlich zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt.

Treibstoffpreise bleiben entscheidender Risikofaktor

Zum Zeitpunkt der Analyse lag der Brent-Ölpreis bei etwa 105 Dollar pro Barrel. Sollte sich der geopolitische Konflikt weiter hinziehen und die Preise volatil bleiben, könnte Carnival seine Prognose bei der nächsten Ergebnisvorlage im Juni 2026 erneut anpassen.

Die aktuelle Planung basiert auf der Annahme, dass Brent-Ölpreise im weiteren Verlauf des Frühjahrs durchschnittlich rund 90 Dollar erreichen, im dritten Quartal etwa 85 Dollar und im vierten Quartal rund 80 Dollar pro Barrel.

Bereits eine Veränderung der Treibstoffkosten um zehn Prozent pro Tonne würde laut Unternehmen einen Effekt von etwa 160 Millionen Dollar auf das bereinigte Nettoergebnis des Geschäftsjahres 2026 haben.

Starkes erstes Quartal übertrifft Erwartungen

Trotz der vorsichtigen Jahresprognose präsentierte Carnival ein starkes erstes Quartal 2026. Das bereinigte EBITDA stieg auf 1,3 Milliarden Dollar und lag damit mehr als acht Prozent über dem Vorjahreswert.

Besonders deutlich fiel der Anstieg beim bereinigten Gewinn je Aktie aus, der um mehr als fünfzig Prozent auf 0,20 Dollar zulegte.

Kundennachfrage bleibt außergewöhnlich robust

Mehrere operative Kennzahlen bestätigen die anhaltend starke Nachfrage. Die Kundeneinlagen beliefen sich im ersten Quartal auf 7,92 Milliarden Dollar und lagen damit mehr als neun Prozent über dem Vorjahreswert.

Auch die Nettoerlöse pro Passagier entwickelten sich positiv und stiegen um 2,7 Prozent. Gleichzeitig lag die Auslastung der Schiffe mit 103 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Buchungen reichen weit in die Zukunft

Der Blick auf die Buchungslage zeigt eine außergewöhnlich starke Nachfrage. Bereits rund 85 Prozent der Kreuzfahrten für das Jahr 2026 sind verkauft, während gleichzeitig weniger Kapazitäten verfügbar sind als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Auch für Reisen im Jahr 2027 und darüber hinaus zeigt sich eine wachsende Nachfrage. Besonders kurzfristige Buchungen sowie zusätzliche Umsätze durch Pakete, Ausflüge und Erlebnisangebote tragen zu dieser Entwicklung bei.

Profitabilität dürfte sich weiter verbessern

Sollte sich die geopolitische Lage entspannen und der Druck durch Treibstoffpreise nachlassen, könnte Carnival seine operative Profitabilität weiter steigern.

Bereits im ersten Quartal 2026 lag das bereinigte EBITDA pro verfügbarem Unterbett-Tag bei rund 54,85 Dollar und damit deutlich über dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2026 wird ein Wert von etwa 73,81 Dollar erwartet.

Neue Finanzziele bis 2029

Das Management hat parallel zum aktuellen Ausblick neue Finanzziele für das Jahr 2029 vorgestellt. Demnach soll der bereinigte Gewinn je Aktie gegenüber dem Niveau von 2025 um rund 50 Prozent steigen.

Ausgehend von 2,25 Dollar im Jahr 2025 würde der Gewinn je Aktie damit bis 2029 etwa 3,38 Dollar erreichen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 10,6 Prozent über vier Jahre.

Erholung nach der Pandemie schreitet voran

Die langfristigen Ziele unterstreichen die anhaltende Erholung des Kreuzfahrtsektors nach den pandemiebedingten Einbrüchen. Zwischen 2019 und 2025 hatte Carnival noch mit einem deutlichen Rückgang der Gewinne zu kämpfen.

Vor der Pandemie hingegen verzeichnete das Unternehmen über mehrere Jahre hinweg ein starkes zweistelliges Gewinnwachstum.

Bewertung unter Branchendurchschnitt

Die Aktie notiert derzeit mehr als 20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Daraus ergibt sich eine im Branchenvergleich moderate Bewertung.

Das erwartete Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei etwa 8,5. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des bereinigten Gewinns beträgt rund 12 und liegt damit ebenfalls unter dem Branchendurchschnitt.

Verschuldung bleibt ein Bewertungsfaktor

Ein Grund für den Bewertungsabschlag ist die weiterhin relativ hohe Verschuldung. Das Verhältnis von Nettoschulden zum bereinigten EBITDA liegt aktuell bei etwa 3,4.

Während dieser Wert deutlich unter den Extremwerten während der Pandemie liegt, befindet er sich noch über dem Niveau der Jahre vor der Krise. Das Unternehmen plant jedoch, die Verschuldung bis 2029 weiter zu reduzieren.

Charttechnik signalisiert stabilen Aufwärtstrend

Charttechnisch bewegt sich die Aktie weiterhin entlang mehrerer Aufwärtstrendlinien, die sich seit Ende 2022 etabliert haben. Diese Entwicklung liefert Anlegern wichtige Orientierungspunkte für mögliche Einstiegsgelegenheiten.

Auf Basis der aktuellen Gewinnprognose für 2026 und eines erwarteten Gewinns je Aktie von 2,21 Dollar ergibt sich ein geschätzter fairer Wert der Aktie von etwa 27 Dollar.

Langfristiges Kurspotenzial bleibt hoch

Sollten die langfristigen Gewinnziele des Managements erreicht werden und der Gewinn je Aktie bis 2029 auf etwa 3,37 Dollar steigen, ergibt sich langfristig erhebliches Kurspotenzial.

Selbst ohne eine substantielle Neubewertung der Aktie könnte der Kurs deutlich über dem aktuellen Niveau liegen.

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Dividende und Aktienrückkäufe stärken Aktionärsrendite

Zusätzliche Unterstützung liefert die Rückkehr zur Dividendenpolitik. Die Aktie bietet derzeit eine erwartete Dividendenrendite von rund 2,2 Prozent.

Darüber hinaus plant das Unternehmen, bis 2029 insgesamt etwa 14 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre auszuschütten.

Attraktive Perspektive trotz kurzfristiger Risiken

Kurzfristige Risiken durch volatile Energiepreise bleiben bestehen. Dennoch sprechen mehrere Faktoren für eine positive langfristige Perspektive der Carnival-Aktie.

Die Kombination aus robuster Nachfrage, steigenden Gewinnen, geplanten Schuldenreduktionen und einer weiterhin moderaten Bewertung deutet darauf hin, dass das Papier für langfristig orientierte Anleger weiterhin interessante Chancen bieten könnte.

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