Infineon haussiert, MTU schmiert ab: DAX-Ausblick
Nach der starken Erholung in den letzten drei Wochen ist der DAX wieder etwas zurückgefallen. In der abgelaufenen Woche verlor das größte deutsche Börsenbarometer 573 Punkte zu und schloss -2,26% tiefer mit rund 24.129 Punkten. Die höchsten Gewinne gab es bei Infineon und Siemens Energy, MTU rutschte ans DAX-Ende. Geht es in der neuen Woche weiter nach oben?
Fünf Verlusttage am Stück
Zum Start in die Woche verzeichnete der Markt deutliche Abgaben, als Reaktion auf die erneute Schließung der Straße von Hormus durch den Iran. Am Dienstag gingen die Verkäufe weiter, wenn auch mit gebremster Dynamik. Und auch der Mittwoch und der Donnerstag brachten kleinere Abschläge mit sich. Zum Ende der Woche sah es zunächst nach einer Erholung aus, doch die anfänglichen Gewinne konnten nicht gehalten werden, sodass auch dieser Tag im Minus endete.
Die Unsicherheit bleibt groß
Anleger müssen weiterhin durch ein Spannungsfeld aus geopolitischer Unsicherheit und geldpolitischer Zweifel sowie die Zahlenflut der Unternehmen navigieren. Im Zentrum des Interesses steht dabei nach wie vor der Krieg im Nahen Osten. Zwar wurde die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran und zwischen Israel und dem Libanon auf unbestimmte Zeit verlängert, die Situation in der Straße von Hormus ist aber weiterhin ungeklärt und unübersichtlich.
Berichte über interne Machtkämpfe im Iran und die massive Aufstockung der US-Militärpräsenz erhöhen das Risiko einer erneuten Eskalation. Die Quittung zeigt sich am Ölmarkt, wo ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni zuletzt relativ stabil oberhalb von 100 US$ gehandelt wurde.
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Nahostkonflikt bremst deutsche Wirtschaft
In der deutschen Wirtschaft sind bereits die Folgen des Konflikts zu spüren. Das aktuelle Geschäftsklima des Münchener ifo-Instituts zeigt, dass sich die Stimmung im April weiter eingetrübt hat. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, dieser fiel mit einem Minus von 1,9 Punkten auf 84,4 Punkte aber stärker aus als erwartet.
Auch die jüngsten Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone sind alarmierend. Erstmals seit 16 Monaten zeigte sich ein Rückgang der Aktivitäten in der Privatwirtschaft. Besonders dramatisch ist die Lage im Dienstleistungssektor, der den stärksten Einbruch seit den Corona-Lockdowns verzeichnete.
Gleichzeitig zieht die Inflation an, was die Sorgen vor einem stagflationären Marktumfeld verstärkt.
Bick auf die neue Woche
In der neuen Woche ist der Konjunkturkalender gut gefüllt. Nach dem GfK-Verbrauchervertrauen am Montag richtet sich der Blick der Anleger am Dienstag auf Daten zum US-Verbrauchervertrauen. Zur Mitte der Woche erscheinen neue Verbraucherpreise für Deutschland. Am Donnerstag folgen frische Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt aus Deutschland und den USA. Die Woche endet mit dem ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA.
Außerdem stehen zahlreiche Notenbankentscheide auf dem Programm. Los geht es am Dienstag mit der Sitzung der Bank of Japan, auf die am Mittwoch der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed folgt. Am Donnerstag stehen die Sitzungen von EZB und der Bank of England im Mittelpunkt des Interesses.
Big Tech im Fokus
Dazu geht die Bilanzsaison weiter. Am Montag berichtet die Deutsche Börse, am Dienstag folgen Zahlen des Flugzeugbauers Airbus. Zur Mitte der Woche öffnen die DAX-Konzerne Mercedes-Benz, Adidas und Deutsche Bank zahlreiche ihre Bücher. Am Donnerstag informieren mit MTU, Volkswagen, DHL und BASF weitere Unternehmen aus der ersten Börsenliga über ihre Geschäftsentwicklung.
Auf der anderen Seite des Atlantiks stehen die Zahlen von Big Tech im Fokus. Am Mittwoch öffnen nachbörslich die Tech-Schwergewichte Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta ihre Bücher. Am Donnerstag folgen nach Börsenschluss noch die Zahlen von Apple. Im Mittelpunkt des Interesses dürften dabei vor allem die hohen Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz stehen.
Infineon und Siemens Energy haussieren, MTU unter Druck
Hierzulande waren die Aktien von Infineon und Siemens Energy die Top-Performer der vergangenenen Woche mit einem Plus von +10,74 bzw. +9,04%. Infineon profitierte von starken Vorgaben aus der Chipbranche und stieg erstmals über die Marke von 50 €.
Siemens Energy profitierte von starken Zahlen der Konkurrenz (ABB und GE Vernova) und einer Anhebung der eigenen Jahresziele. Dazu kamen frische Kaufempfehlungen von Analysten. Auf der Oberseite ist die 200-€-Marke nun ganz nah.
Weniger gut lief es für die Papiere von MTU, die mit Abschlägen von fast -16% ans DAX-Ende rutschten. Schwache Vorgaben von GE Aerospace und negative Analystenkommentare belasteten den Kurs, der auf den tiefsten Stand seit einem Jahr abrutschte.
DAX behauptet sich über 24.000 Punkten
Der DAX hat in der vergangenen Woche einen Rückschlag erlitten, sich dabei aber oberhalb der so wichtigen 24.000-Punkte-Marke und der 200-Tage-Linie (SMA200) gehalten, die bei 24.114 Punkten verläuft.
Oberhalb dieser zentralen Unterstützung bleibt das Chartbild konstruktiv und ein Anstieg zu den Hochs von Mitte Januar bei 25.507,79 Punkten jederzeit möglich. Bei einem Rutsch unter die Marke von 24.000 Punkten und einem Bruch der 50-Tage-Linie (SMA50) würde sich das Chartbild dagegen wieder eintrüben.
Dann drohten weitere Abgaben in Richtung der bei 22.900/23.000 Punkten verlaufenden Supportzone.
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