+++ "Finanziell frei mit der Net-Cash-Strategie" – Webinar mit Biotech-Experte Max Ruth am 21.04.2026 um 19 Uhr: Jetzt kostenlos anmelden! +++

Volkswagen-Aktie: Bringt 2026 die Wende?

Lage analysiert

Die Volkswagen-Aktie hat in den vergangenen Monaten eine volatile Phase erlebt, bleibt jedoch für langfristig orientierte Investoren ein relevanter Wert im europäischen Automobilsektor. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und regionaler Absatzschwächen zeigt der Konzern operative Stabilität und Perspektiven für eine schrittweise Verbesserung der Profitabilität.

Volkswagen iD.Buzz
stock.adobe.com/Gabriel

Nachdem sich die Aktie von Europas größtem Automobilhersteller zuvor positiv entwickelt hatte, wurde sie durch die Eskalation der Lage im Nahen Osten deutlich belastet. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs noch fast 15 Prozent im Minus. Inzwischen hat Volkswagen sowohl die Ergebnisse für 2025 als auch erste Kennzahlen für 2026 veröffentlicht.

Der Konzern ist auf Kurs, im laufenden Jahr eine operative Marge von rund fünf Prozent und damit ein zentrales Ziel zu erreichen. Rückenwind soll dabei vor allem aus neuen Modellzyklen bei Audi und der Marke Volkswagen kommen, ergänzt durch eine diszipliniertere Kostenstruktur.

Tipp: Unser Dividenden-Experte und sharedeals.de-Mitgründer André Doerk (Buchtipp: Deine persönliche Dividendenfabrik) spricht bei Carola’s Money Talk über exklusive Dividenden-Tipps. Diese bekommst Du in diesem Video.

Fahrzeugauslieferungen unter Druck

Die Auslieferungen im ersten Quartal zeigen ein leicht rückläufiges Bild bei weitgehend stabilen Marktanteilen in einem schwierigen Umfeld. Insgesamt lieferte der Konzern rund 2,05 Millionen Fahrzeuge aus und lag damit vier Prozent unter den 2,13 Millionen Einheiten des Vorjahreszeitraums.

Vertriebschef Marco Schubert bezeichnete das Quartal als erneut von sehr herausfordernden Rahmenbedingungen geprägt. Regional zeigte sich Europa als vergleichsweise stabiler Markt. Die Auslieferungen stiegen dort um 4,7 Prozent auf rund 983.800 Fahrzeuge. In Westeuropa betrug das Wachstum 4,2 Prozent, in Zentral- und Osteuropa sogar 7,6 Prozent. Auch der deutsche Heimatmarkt entwickelte sich mit einem Plus von 4,8 Prozent solide.

Positive Impulse kamen zudem aus Südamerika, wo die Auslieferungen um sieben Prozent zulegten. Besonders stark war Brasilien mit einem Wachstum von 14,4 Prozent.

Belastend wirkten hingegen die Entwicklungen in China und Nordamerika. In China gingen die Auslieferungen um 14,8 Prozent zurück, in Nordamerika um 13,3 Prozent. In den USA spielten unter anderem Zölle und regulatorische Änderungen eine Rolle. Dennoch konnte Volkswagen in China leicht Marktanteile hinzugewinnen.

Neue Modelloffensive stärkt die Perspektiven

Bereits früher wurde  darauf verwiesen, dass neue Fahrzeugmodelle eine wichtige Rolle für die Entwicklung bis 2026 spielen werden. Hinweise darauf finden sich auch in den aktuellen Quartalsdaten.

Der Auftragseingang wird von mehreren neuen Modellen getragen. Dazu gehören unter anderem der Volkswagen T-Roc, der Cupra Terramar, der Skoda Elroq, der Audi Q3 sowie der Porsche Cayenne Electric. Weitere Impulse werden in den kommenden Monaten erwartet, etwa durch die Einführung der neuen Electric Urban Car Family in Europa sowie durch speziell für China entwickelte Elektrofahrzeuge.

Für das Jahr 2026 sind insgesamt mehr als 20 Modellneuheiten geplant. Parallel treibt der Konzern seine Strategie für den chinesischen Markt voran. Unter dem Ansatz „in China für China“ sollen bis 2027 rund 30 Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen.

Auch im Bereich der Plug-in-Hybridfahrzeuge zeigt sich eine positive Entwicklung. Die weltweiten Auslieferungen stiegen um 31 Prozent auf rund 109.000 Fahrzeuge, getragen von einer starken Nachfrage nach der neuesten Modellgeneration.

Prognosen für 2026 und langfristige Margenziele

Die Prognose für 2026 sieht eine operative Marge zwischen vier und 5,5 Prozent vor. Diese Spanne berücksichtigt ein grundsätzlich stabiles Preisumfeld sowie nur moderate Belastungen durch Rohstoffpreise, da der Konzern zahlreiche Absicherungen abgeschlossen hat.

Selbst wenn sich die Rohstoffkosten stärker entwickeln sollten als erwartet, wirkt die Prognose eher vorsichtig formuliert. In der Planung enthalten sind auch weitere Maßnahmen zur Kostensenkung. Dazu zählt ein Restrukturierungsprogramm von rund einer Milliarde Euro, das Teil eines umfassenderen Plans zur Senkung der Kostenbasis um mehr als sechs Milliarden Euro bis 2030 ist.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor bleibt die Handelspolitik der USA. Die jährlichen Auswirkungen der Zölle werden auf etwa 2,8 bis 2,9 Milliarden Euro geschätzt. Gleichzeitig bestehen langfristige Verträge zur Absicherung der Ölpreise.

Im Rahmen der neuen Prognose hat Volkswagen auch sein langfristiges Margenziel leicht angepasst. Für das Jahr 2030 wird nun eine operative Marge von acht bis zehn Prozent angestrebt. Parallel soll die Investitionsquote bis dahin auf rund neun Prozent sinken.

Vorsichtige Strategie für Nordamerika

Ein weiterer Aspekt betrifft die Strategie in Nordamerika. Zwar bleibt die Region kurzfristig eine Belastung, dennoch verzichtet Volkswagen derzeit bewusst auf größere industrielle Investitionsprogramme für Audi und Porsche in den USA.

Stattdessen arbeitet der Konzern an einem strategischen Plan, dessen Ausgestaltung stark von politischen Rahmenbedingungen und möglichen industriepolitischen Vereinbarungen abhängen dürfte.

Tipp: Werde jetzt Mitglied bei sharedealsPlus und profitiere von wahren Börsenstars!

Verbesserte Bilanzstruktur stärkt den finanziellen Spielraum

Die Ergebnisse für 2025 liefern zwei wichtige Signale für die Entwicklung der kommenden Jahre. Zum einen konnten die Lagerbestände reduziert und das Working Capital besser gesteuert werden. Dieser Bereich hatte den Konzern in den vergangenen Jahren mehrfach belastet.

Zum anderen verbesserte sich die industrielle Netto-Liquidität. Zwar bleibt die Visibilität bei möglichen Ausschüttungen begrenzt, doch sucht das Management weiterhin nach einem Gleichgewicht zwischen neuen Investitionen, einer stabilen Bilanz und Kapitalrückflüssen an die Aktionäre.

Parallel prüft Volkswagen weitere Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur. Dazu gehört auch die mögliche Rückzahlung hybrider Anleihen. Für 2026 stehen Hybridanleihen im Volumen von rund 1,75 Milliarden Euro zur Tilgung an, was sich leicht positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken könnte.

Bewertung der Aktie und Gewinnprognosen

Auf Basis eines Umsatzwachstums von etwa 1,5 Prozent könnten die Konzernerlöse im Jahr 2026 rund 326 Milliarden Euro erreichen. Angesichts der relativ stabilen Prognosen dürfte die Gewinnentwicklung nur begrenzte Schwankungen aufweisen.

Bei einer angenommenen operativen Marge von fünf Prozent ergibt sich ein erwarteter operativer Gewinn von etwa 16,3 Milliarden Euro. Nach Zinsaufwendungen von rund einer Milliarde Euro und einer angenommenen Steuerquote von 28,5 Prozent ergibt sich ein geschätzter Nettogewinn von etwa 10,9 Milliarden Euro.

Bei derzeit rund 501 Millionen ausstehenden Aktien entspricht dies einem Gewinn je Aktie von etwa 21,8 Euro. Wird darauf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fünf angewendet, ergibt sich ein Kursziel von rund 109 Euro je Stammaktie beziehungsweise etwa 12,8 US-Dollar für die ADRs.

Eine Sum-of-the-Parts-Bewertung deutet sogar auf einen noch höheren Wert hin. Darin enthalten sind unter anderem die Beteiligung an Porsche AG mit einem Unternehmenswert von rund 30 Milliarden Euro sowie die Beteiligungsstruktur über die Porsche Automobil Holding.

Die Volumenmarken inklusive Audi werden mit dem Einfachen ihres EV/EBIT bewertet, während der Finanzdienstleistungsbereich mit etwa der Hälfte seines Buchwerts angesetzt wird. Zusätzlich wird die Nettoliquidität des Automotive-Segments von rund 35 Milliarden Euro berücksichtigt, wobei Pensionsverpflichtungen von 24 Milliarden Euro sowie Hybridkapital von 14 Milliarden Euro einbezogen sind. Daraus würde sich rechnerisch ein Wert von über 120 Euro je Aktie ergeben, auch wenn in der Bewertung weiterhin primär das Kurs-Gewinn-Verhältnis herangezogen wird.

Risiken für die weitere Entwicklung

Die Entwicklung von Volkswagen bleibt mit mehreren Risiken verbunden. Dazu gehören mögliche starke Schwankungen bei Wechselkursen und Rohstoffpreisen sowie regionale Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage, die zu sinkenden Fahrzeugpreisen führen könnten.

Auch strengere CO₂-Vorgaben in der Europäischen Union stellen ein Risiko dar. Gleichzeitig könnten zusätzliche Restrukturierungskosten entstehen, falls weitere Kostensenkungsprogramme notwendig werden.

Der Wettbewerb durch lokale Hersteller in China und den USA nimmt ebenfalls zu. Darüber hinaus könnten geopolitische Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, die Lieferketten beeinträchtigen.

Ein weiterer Faktor betrifft die Zinsentwicklung. Steigende Zinsen könnten sowohl die Kreditrisiken im Bereich Volkswagen Financial Services erhöhen als auch die jährlichen Zinszahlungen des Konzerns belasten, die derzeit bei rund einer Milliarde Euro liegen.

Gesamtbewertung der aktuellen Entwicklung

Die Auslieferungszahlen des ersten Quartals deuten trotz eines schwierigen Umfelds auf eine stabile operative Entwicklung hin. Zwar bestehen weiterhin Umsetzungsrisiken, doch erscheint die Bewertung der Aktie auf dem aktuellen Niveau attraktiv.

Aus fundamentaler Sicht bleibt Volkswagen damit ein Wert mit langfristigem Potenzial, sofern die geplanten Modelloffensiven und Kostensenkungsprogramme wie erwartet umgesetzt werden.

Tipp: Melde Dich für unseren kostenlosen SD Insider Newsletter an, um keine spannenden Entwicklungen und außergewöhnlichen Chancen zu verpassen!

ℹ️ Volkswagen in Kürze

  • Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
  • Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
  • Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und aktuell ca. 45 Milliarden € wert.
Zugehörige Kategorien: Dividenden-Aktien Industrie-Aktien