Nio-Aktie: Ist das der Gewinner aus China?

Bärenstarkes Absatzwachstum

Die Nio-Aktie ist bärenstark in die neue Woche gestartet. Von Montag bis Mittwoch summierten sich die Kursgewinne des chinesischen E-Autobauers auf über +15%. Gestern ging die Nio-Aktie auf einem neuen 3-Monatshoch aus dem Handel. Was gibt dem Autokonzern frischen Rückenwind und sollten Anleger hier einsteigen?

Nio
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Starkes Absatzwachstum

Rückenwind bekommt Nio durch die gestern gemeldeten Auslieferungszahlen für den März und das erste Quartal 2026. Im März explodierte der Absatz um 136% gegenüber dem Vorjahr auf 35.500 Fahrzeuge.

Damit verkaufte Nio im ersten Quartal in Summe 83.500 Autos. Auch das stellt ein sattes Absatzwachstum von 98% im Vergleich zum Vorjahr dar und liegt am oberen Ende der Prognose.

Und noch ein Rekord: Zum 31. März überschritt Nio erstmals die Marke von 1 Million ausgelieferten Fahrzeugen.

Die neue Drei-Marken-Strategie von Nio scheint Früchte zu tragen. Die neue Familiemarke Onvo trug im März bereits 7.000 Einheiten zum Absatz bei. Auch die Einsteigermarke Firefly entwickelt sich gut. Mit der Ursprungsmarke Nio fokussiert sich der Konzern inzwischen auf die Oberklasse.

Und ein Technologiesprung

Und noch eine gute Nachricht von technologischer Seite: Nio kündigte an, dass die 5. Generation der Batteriewechselstationen in die Testphase geht. Das System ist nach Einschätzung des Autoherstellers inzwischen technisch ausgereift und 20% schneller als die Vorgängergeneration. Ein Batteriewechsel soll dann nur noch zwei Minuten dauern.

Nio plant, die Zahl seiner Power-Swap-Stationen 2026 um mindestens 1.000 zu erhöhen. Inzwischen sind weltweit bereits über 3.000 dieser Stationen in Betrieb.

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Im Abwärtstrend

Die Nio-Aktie befindet sich seit einem Monat in einem Aufwärtstrend. Charttechnisch ist der Weg frei für Kurse bei ca. 5,70 €.

Ein Holzweg und kein Königsweg

Nio ist der vielleicht umstrittenste Autohersteller der Welt — und das liegt an seiner einzigartigen Strategie der Batteriewechselstationen, die bislang von keinem anderen Autokonzern weltweit kopiert wurde. Für manche ist es ein Königsweg, den Nio hier beschreitet. Für mich ist es eher ein Holzweg.

Nio hat sich meines Erachtens mit seinen Power-Swap-Stationen ein riesiges Henne-Ei-Problem eingebrockt. Ohne Autos sind diese Wechselstationen ein unrentables Geldgrab. Aber ohne Wechselstationen kaufen Menschen auch keine Nio-Autos.

In Europa gescheitert

In China mag Nio aufgrund der guten Flächendeckung inzwischen eine gewisse Attraktivität bei Autokäufern haben. In Deutschland und Europa ist das ganz und gar nicht der Fall.

2025 wurden in ganz Europa lediglich rund 1.100 Nio-Autos zugelassen. Das sind sogar 30% weniger als im Jahr 2024.

Nio hat aufgrund der katastrophal schlechten Absatzzahlen in Europa inzwischen die Reißleine gezogen und das Direktvertriebsmodell in fast allen Ländern beerdigt. In Zukunft sollen die Autos über Partnerhändler vertrieben werden.

Das wird Nio meiner Meinung nach aber nichts nutzen, denn die Maßnahme geht am Problem vorbei: dem Henne-Ei-Thema. Wer keine Batteriewechselstation von Nio in der Nähe hat, wird sich auch kein Auto der Chinesen kaufen.

Ich glaube deshalb nicht an die Nio-Aktie. Der Hersteller ist viel zu klein, um auf Dauer die gewaltigen Investitionskosten für ein weltweites Netz an Wechselstationen stemmen zu können.

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ℹ️ Nio in Kürze

  • Nio (WKN: A2N4PB) ist ein 2014 gegründetes chinesisches Elektroauto-Startup mit Sitz in Shanghai.
  • Der Autobauer produziert die drei Segmentsmarken Nio (Premium), Onvo (Familien) und Firefly (Kompakt).
  • Besonderheit von Nio ist das Angebot von Batteriewechselstationen, an denen Nio-Fahrer ihre Akkus innerhalb von Minuten automatisch tauschen lassen können.
  • Der Konzern ist derzeit an der Börse mit rund 15 Milliarden US$ bewertet.
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