BYD-Aktie: Wie viel Potenzial steckt noch drin?
Nach einer monatelangen Talfahrt und einem Rutsch unter die Marke von 90 HK$ zeigt die BYD-Aktie seit Anfang Februar wieder ansteigende Tendenzen. Aktuell steht der Kurs bei knapp 105 HK$. Doch Anleger fragen sich, wie nachhaltig diese Erholungsbewegung ist.
Gewinnrückgang beschleunigt sich
Die Zahlen, die der einst weltgrößte Autobauer zuletzt vorgelegt hat, waren alles andere als berauschend. BYD wies erstmals seit vier Jahren wieder einen rückläufigen Jahresgewinn aus. Der Nettogewinn sank 2025 um 19% auf 32,6 Milliarden Yuan (umgerechnet 4,1 Milliarden €).
Analysten hatten lediglich mit einem Gewinnrückgang von 12% gerechnet. Und auch beim Umsatz stottert der Wachstumsmotor gewaltig. Die Erlöse legten im Jahresvergleich nur noch um 3,5% zu – dies war das niedrigste Wachstum seit sechs Jahren.
Und der Trend sorgt nicht wirklich für Hoffnung, denn im vierten Quartal brachen die Gewinne mit -38,2% noch deutlich stärker ein als auf Gesamtjahresebene. Im dritten Quartal war der Überschuss um fast ein Drittel gesunken, im zweiten Quartal um knapp 30%.
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Absatzflaute in China, Auslandsgeschäft wächst
Grund für die Ergebniskrise sind vor allem schwache Verkäufe auf dem Heimatmarkt China nach dem Auslaufen von Steuergutschriften. Dazu sorgt ein extremer Preiskampf für Gegenwind. Hierdurch ist der Marktanteil von BYD innerhalb eines Jahres von 38% auf 26% gesunken.
Die Absatzflaute setzte sich auch im März fort, mit nur noch rund 300.000 verkauften Einheiten im Bereich New Energy Vehicles (NEVs) – 30% weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig bedeutete dies den siebten monatlichen Absatzrückgang in Folge. Im ersten Quartal verkaufte BYD gut 700.000 Fahrzeuge, auch dies entsprach einem Rückgang von rund 30%.
Während sich in China eine gewisse Marktsättigung zeigt, verzeichnet das Unternehmen im Auslandsgeschäft starke Wachstumsraten, allerdings auf niedrigem Niveau. In der EU haben sich die BYD-Verkäufe in den ersten beiden Monaten des Jahres verdreifacht. Hierzulande verzeichnete die Marke ein Wachstum von über 1.000%. Zur richtigen Einordnung: Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im Februar lediglich etwas mehr als 3.000 Fahrzeuge zugelassen.
Lokale Produktionsstätten sollen im internationalen Geschäft dabei helfen, Zölle zu umgehen, was sich letztlich auch positiv auf die Profitabilität auswirken dürfte.
Hohe Energiepreise als Wachstumstreiber?
Zu einem positiven Treiber für die Geschäfte im In- und Ausland könnten nun auch die deutlich gestiegenen Energiepreise werden, da steigende Kraftstoffkosten aufgrund des Iran-Krieges zu einem Umdenken bei Verbrauchern und Unternehmen führen.
Mehr als 80% des Rohöls, das durch die Straße von Hormus fließt, ist für Asien bestimmt, das vom Preisschock besonders stark betroffen ist. Und hier zeigt sich in vielen Ländern, dass Autofahrer auf Elektrofahrzeuge umsteigen. Das Kundeninteresse und auch die Zulassungen sind in Japan, Südkorea, Australien und Malaysia zuletzt deutlich gestiegen.
Das wiederum könnte BYD in die Karten spielen. Ob hierdurch die Absatzdynamik aber wirklich wieder Fahrt aufnimmt, bleibt abzuwarten.
DZ Bank rät zum Kauf
Die DZ Bank rät in einer aktuellen Studie zum Kauf der Aktie und vergibt ein Kursziel von 130 HK$. Im Durchschnitt sehen die mehrheitlich bullisch gestimmten Analysten das Papier mit 121,10 HK$ fair bewertet, was einem Upside-Potenzial von gut +15% entspricht.
Was bedeutet das für die Aktie?
Aktuell kämpft die Aktie darum wieder über die 200-Tage-Linie (SMA200) zu klettern. Gelingt dies, würde sich das Chartbild weiter aufhellen und der Kurs neue Impulse für eine Aufwärtsbewegung erhalten.
Kommt es zu einer bärischen Ablehnung, könnte es für die Aktie aber auch schnell wieder in südlicher Richtung gehen. Bevor hier keine Entscheidung gefallen ist, sehe ich für Anleger keinen Handlungsbedarf. Wer die Aktie besitzt, kann diese halten. Für alle anderen heißt es weiterhin an der Seitenlinie zu bleiben.
Grundsätzlich drängt sich im Automobilsektor aufgrund der Konjunkturflaute aktuell kein Investment auf, weder bei Traditionskonzernen wie Volkswagen noch bei E-Autobauern wie BYD.
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ℹ️ BYD in Kürze
- BYD („Build your dreams“) (WKN: A0M4W9) ist ein chinesischer Mischkonzern, der vor allem im Bereich der Herstellung von Akkumulatoren und Automobilen tätig ist.
- Der im chinesischen Shenzhen ansässige Konzern stieg 2023 zum weltgrößten Hersteller von Elektroautos auf.
- Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1113 Milliarden € zählt BYD zu den wertvollsten Konzernen Chinas.