First Solar-Aktie: Energiepreise explodieren, wird sie ein Gewinner?
Die Aktie des US-Solarkonzerns First Solar steht derzeit im Spannungsfeld steigender Energiepreise und politischer Veränderungen im Energiesektor. Sollte der langfristige Kostenvorteil von Solarenergie weiter an Bedeutung gewinnen, könnte das Unternehmen zu den wichtigsten Profiteuren der globalen Stromnachfrage gehören.
Die Perspektive steigender Preise für Kohle, Erdöl und Erdgas wirft eine zentrale Frage für die Energiebranche auf. Sollten diese Energieträger über längere Zeit auf erhöhtem Niveau bleiben, könnte sich die Wirtschaftlichkeit von Solarparks weiter verbessern. In einem solchen Szenario würde der Ausbau von Photovoltaikanlagen kaum gebremst werden, selbst wenn staatliche Förderungen reduziert werden.
Gleichzeitig wächst die Stromnachfrage weltweit. Der Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz sowie steigende Verkaufszahlen von Elektroautos erhöhen den Bedarf an elektrischer Energie. Für viele Verbraucher könnten Elektrofahrzeuge zudem attraktiver werden, wenn die Kosten für Benzin deutlich steigen.
Unter diesen Voraussetzungen erscheint ein Investment in einen führenden amerikanischen Solarmodulhersteller plausibel. Rund 95 Prozent der Umsätze und etwa 73 Prozent der Vermögenswerte des Unternehmens befanden sich Ende 2025 in den Vereinigten Staaten.
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Solarenergie bleibt ökonomisch attraktiv
Sollten fossile Energieträger dauerhaft teurer werden, gewinnt der langfristig stabile Kostenrahmen von Solarparks weiter an Bedeutung. Anlagen mit einer Laufzeit von 20 oder 30 Jahren ermöglichen Energieversorgern sowie großen Industriekunden eine kalkulierbare Stromversorgung, unabhängig von schwankenden Brennstoffpreisen.
Schon heute gilt Solarenergie als eine der günstigsten Formen der Stromerzeugung, selbst ohne staatliche Steuervergünstigungen. Ökonomisch betrachtet wäre es daher kaum rational, auf den Bau weiterer Anlagen zu verzichten, unabhängig von politischen oder klimapolitischen Debatten.
Eine Analyse des Finanzhauses Lazard aus dem Jahr 2025 bestätigt diese Einschätzung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Solarparks bei den Stromgestehungskosten auf Augenhöhe mit Onshore-Windkraft liegen und deutlich günstiger sind als fossile Kraftwerke.
Stromgestehungskosten sprechen für Solar
Die Bewertung unterschiedlicher Energiequellen erfolgt häufig über die sogenannten Stromgestehungskosten. Diese Kennzahl berücksichtigt sämtliche Kosten über die gesamte Lebensdauer einer Anlage und setzt sie ins Verhältnis zur erzeugten Energiemenge.
Berechnet wird dabei der heutige Wert aller Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten über die angenommene Laufzeit eines Kraftwerks. Laut der Analyse von Lazard lagen Solarparks bereits 2025 deutlich unter den Kosten fossiler Stromerzeugung. Die jüngsten Preissteigerungen bei Kohle und Erdgas verstärken diesen Vorteil zusätzlich.
Operatives Geschäft entwickelt sich weiterhin solide
Für First Solar war 2025 operativ ein starkes Jahr, auch wenn die endgültigen Zahlen und der Ausblick für 2026 etwas hinter den Erwartungen zurückblieben, die noch im Sommer kursierten.
Das Unternehmen erzielte Rekordumsätze und starke operative Gewinne. Parallel dazu wird die Produktionskapazität in den Vereinigten Staaten erweitert. Zudem arbeitet der Konzern intensiv an einer neuen Photovoltaiktechnologie namens CuRe, die höhere Wirkungsgrade, längere Lebensdauer der Module und niedrigere Stromerzeugungskosten ermöglichen soll.
Finanzielle Stärke bietet strategischen Spielraum
Die Bilanzstruktur des Unternehmens gehört zu den solidesten in der gesamten Solarbranche. Ende Dezember verfügte First Solar über rund 2,9 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln bei Gesamtverbindlichkeiten von etwa 3,8 Milliarden Dollar. Die Nettoverschuldung ist mit rund 500 Millionen Dollar vergleichsweise gering.
Diese starke finanzielle Position verschafft dem Unternehmen erhebliche Flexibilität gegenüber Wettbewerbern und gegenüber vielen Unternehmen im breiten Aktienmarkt.
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Politische Veränderungen beeinflussen den Markt
Politische Maßnahmen könnten die Geschäftsentwicklung in den kommenden Jahren beeinflussen. Importzölle auf Solarmodule und Komponenten sowie die schrittweise Reduzierung bestimmter Steueranreize für Solarprojekte könnten die Branche in den nächsten drei bis fünf Jahren belasten.
Die Auswirkungen auf First Solar könnten jedoch begrenzt bleiben, falls steigende Preise für fossile Energieträger den Ausbau von Solarenergie weiterhin attraktiv machen. In einem solchen Umfeld könnten positive und negative Effekte aus regulatorischen Veränderungen weitgehend ausgeglichen werden.
Technologischer Vorsprung stärkt Marktposition
First Solar verfügt über eine starke Stellung im Bereich der Dünnschichttechnologie für Photovoltaikmodule. Diese Technologie sowie die vorhandene Produktionskapazität verschaffen dem Unternehmen in den Vereinigten Staaten eine besondere Marktstellung. Auch international ist der Konzern durch Produktionsstandorte unter anderem in Indien und Südostasien präsent.
Der Ausbau der Fertigungskapazitäten setzte sich 2025 fort. Für 2026 wird ein moderater Anstieg der Produktionskapazität von unter zehn Prozent erwartet. Ab 2027 könnte das Wachstum wieder beschleunigen und rund 15 Prozent erreichen, abhängig von der Marktnachfrage.
Bewertung bleibt im Branchenvergleich niedrig
Trotz einer starken Marktposition weist die Aktie von First Solar eine vergleichsweise niedrige Bewertung auf. Das Unternehmen kombiniert eine hohe Gewinnmarge von rund 29 Prozent mit einer sehr niedrigen Verschuldung von etwa sieben Prozent des Eigenkapitals.
Dennoch liegt die Bewertung gemessen am Unternehmenswert im Verhältnis zum erwarteten operativen Cashflow deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu künftigem EBITDA liegt bei etwa dem 6,9-Fachen und damit ungefähr halb so hoch wie der Medianwert vergleichbarer Solarunternehmen.
Auch bei der Gewinnbewertung ergibt sich ein ähnliches Bild. Für 2027 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 8 erwartet, während der Branchendurchschnitt über 13 liegt.
Chancen durch langfristige Energiepreisentwicklung
Sollten die Preise für Öl, Kohle und Erdgas langfristig steigen, könnte sich der Bau neuer Solarparks weiter beschleunigen. Energieversorger und große Stromverbraucher würden dadurch verstärkt auf erneuerbare Energiequellen setzen, um ihre Kostenstruktur stabil zu halten.
In diesem Umfeld könnte ein führender amerikanischer Solarmodulhersteller erheblich profitieren. Gleichzeitig notiert die Aktie aktuell deutlich unter früheren Bewertungsniveaus und unter den Multiples vieler Wettbewerber.
Technisches Bild zeigt uneinheitliche Signale
Aus charttechnischer Sicht ergibt sich derzeit kein klares Bild. Weder eine deutliche Akkumulation noch eine starke Verkaufsdynamik ist eindeutig erkennbar. Solche Marktphasen können Teil einer Bodenbildung sein, bevor eine nachhaltige Kursbewegung einsetzt.
Fundamentale Faktoren spielen daher derzeit eine größere Rolle als kurzfristige Handelssignale.
Steueranreize in den USA laufen schrittweise aus
Ein Risiko ergibt sich aus der geplanten schrittweisen Abschaffung bestimmter steuerlicher Förderprogramme in den Vereinigten Staaten. Produktionsbezogene Steuergutschriften sollen zwischen 2029 und 2034 auslaufen. Weitere Förderungen für Solarprojekte könnten bereits zwischen 2026 und 2027 weitgehend enden, mit einzelnen Verlängerungen bis 2034.
Da derzeit ein erheblicher Anteil des operativen Ergebnisses durch solche Förderprogramme unterstützt wird, müsste das Unternehmen langfristig stärker auf Markteffekte wie steigende Modulpreise oder höhere Nachfrage setzen.
Langfristige Perspektiven bleiben attraktiv
Sollten fossile Energieträger teuer bleiben und alternative Technologien wie Kernfusion oder neue Formen der Kernenergie für viele Versorger weiterhin schwer zugänglich sein, könnte sich das Wachstum des Solarsektors auch im kommenden Jahrzehnt fortsetzen.
In diesem Szenario könnte die derzeit niedrige Bewertung von First Solar eine zu pessimistische Zukunftserwartung widerspiegeln.
Gleichzeitig existieren auch Risiken. Sinkende Preise für Erdgas und andere fossile Energieträger könnten die Wettbewerbsfähigkeit von Solarenergie beeinträchtigen. Ebenso könnten politische Veränderungen oder technologische Durchbrüche in anderen Energieformen das Marktumfeld verändern.
Bewertung eröffnet erhebliches Kurspotenzial
Auf Basis aktueller Analystenschätzungen könnte eine Normalisierung der Bewertung auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 18 und 20 innerhalb der nächsten Jahre möglich sein. Unter dieser Annahme könnten Aktienkurse im Bereich von 500 bis 600 Dollar innerhalb von zwei bis drei Jahren erreichbar werden.
Ein zusätzlicher Faktor ist die zukünftige Verwendung der erwarteten Gewinne. Sollte ein größerer Teil des freien Cashflows für Aktienrückkäufe verwendet werden, könnte dies das Wachstum pro Aktie weiter beschleunigen und die Bewertung zusätzlich stützen.
Unter der Annahme dauerhaft erhöhter Energiepreise erscheint daher eine deutliche Kurssteigerung bis in die zweite Hälfte des Jahrzehnts möglich.
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ℹ️ First Solar in Kürze
- First Solar (WKN: A0LEKM) ist ein US-Solartechnikunternehmen mit Sitz in Tempe im Bundesstaat Arizona.
- Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen spezialisiert und zählt zu den größten Modulherstellern der Welt.
- Darüber hinaus bietet First Solar ein breites Spektrum an Systemlösungen und Dienstleistungen im Bereich der Photovoltaik an.
- Das Unternehmen notiert an der Nasdaq und ist derzeit rund 21 Milliarden US$ wert.