E.ON-Aktie: Geht hier noch mehr?

Neue Geschäftszahlen

Die E.On-Aktie zieht am Dienstag aktuell um 1,5% an und steht bei 19,20 €. Der Essener Energieversorger befindet sich in einer sehr guten Verfassung. Auf Jahressicht konnte sich die Aktie um +32% verbessern. Wo liegt der faire Wert?

E.ON Symbol vor einem Wald-Hintergrund mit Strommast
eon.com

Solide Ertragsverbesserung erzielt

Das Essener Unternehmen ist der größte Energieversorger in Deutschland und galt lange als behäbig. Seit dem Tauschgeschäft mit RWE 2018 änderte sich das. Der Fokus liegt jetzt ausschließlich auf der Lieferung von Strom und Gas. Seit dieser Zeit verbesserte sich auch die Ertragslage. Dieser Trend setzte sich auch 2025 fort.

Das bereinigte EBITDA stieg von 9 Milliarden € im Vorjahr auf 9,8 Milliarden €. Der bereinigte Konzernüberschuss erhöhte sich von 2,85 auf rund 3 Milliarden €. Der größte Teil des Gewinnanstiegs wurde im Segment Energy Network erzielt.

Der Ertragsanstieg ist umso höher zu bewerten, als der Konzernumsatz sich um 2% auf 78,7 Milliarden € reduzierte. Der größte Rückgang fand im Segment Energy Retail mit fast 4 Milliarden € statt.

Die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen bei 8,5 Milliarden €, davon flossen 7 Milliarden € in den Ausbau der Energienetze. In der Summe sind die Geschäftszahlen als sehr solide zu bezeichnen.

Vorstandsvorsitzender Leonhard Birnbaum kommentierte das abgelaufene Jahr so:

E.ON hat 2025 operativ auf ganzer Linie geliefert. Wir machen Tempo, beim Ausbau der Netze, der konsequenten Digitalisierung des Energiesystems und mit neuen Lösungen für unsere Kundinnen und Kunden. Auf diesem Fundament bauen wir konsequent die Infrastruktur weiter aus, die Europa für eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energiezukunft braucht.

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Gedämpfte Erwartungen

Für das laufende Geschäftsjahr gibt der Konzern sich etwas vorsichtiger. Hier können sich regulatorische Vorschriften negativ bemerkbar machen. Demnach wird mit einem bereinigten EBITDA von 9,4 bis 9,6 Milliarden € gerechnet. Der bereinigte Konzernüberschuss soll bei 2,7 bis 2,9 Milliarden € liegen.

Für die Zeit darüber hinaus ist der Energieversorger wieder zuversichtlicher. Das bereinigte EBITDA soll 2030 bei 13 Milliarden € liegen. In dem neuen Investitionsplan sind für 2026 bis 2030 insgesamt 48 Milliarden € vorgesehen.

Potenzial begrenzt

Im Hinblick auf den starken Kursanstieg seit Dezember letzten Jahres halte ich das weitere Kurspotenzial für begrenzt. Hierin ist viel Positives eingepreist. Den fairen Wert sehe ich bei 20 €. Für die Aktie spricht, dass die Dividende erneut auf 0,57 € angehoben werden soll. Damit wird sie zum zehnten Mal in Folge angehoben. Aktuell entspricht die Dividende einer Rendite von 2,9%.

Die höheren Gaspreise durch den Iran-Konflikt dürfte der Konzern größtenteils an seine Kunden weitergeben können. Das gilt insbesondere für Gaspreise.

Die Analysten kommen in ihren Bewertungen zu verschiedenen Ergebnissen. Goldman Sachs mit 23 € sieht noch erhebliches Potenzial. Jefferies mit 17,40 und Bernstein Research mit 18 € halten die Aktie für überbewertet.

Mein Fazit: Bei dem jetzigen Kursniveau sollten Anleger vorerst an der Außenlinie abwarten.

Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.

ℹ️ E.ON in Kürze

  • E.ON (WKN: ENAG99)  ist einer von Europas größten Energieversorgern. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Energienetze und Kundenlösungen.
  • Der Konzern ist in mehreren europäischen Ländern tätig, der Hauptsitz befindet sich in Essen in Nordrhein-Westfalen.
  • Die im DAX gelistete Aktie wird aktuell mit 50,1 Milliarden € bewertet.
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