Vorwerk-Aktie: Rücksetzer trotz Rekordzahlen – ist das eine Kaufchance?

Volatile Marktreaktion

Die Aktie von Friedrich Vorwerk befindet sich seit Ende Januar in einer Abwärtsbewegung und hat gegenüber dem damaligen Hoch inzwischen fast -34% eingebüßt. Nun hat der Energieinfrastrukturanbieter frische Zahlen vorgelegt. Geben sie dem Kurs eine neue Richtung?

Friedrich Vorwerk
stock.adobe.com/Dennis

Deutliches Wachstum bei Umsatz und Gewinn

Der Pipeline- und Anlagenbauer für Erdgas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen hatte bereits Ende Januar Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr vorgelegt. Diese wurden nun bestätigt und um weitere Details ergänzt.

Demnach sind die Erlöse 2025 im Jahresvergleich um gut 41% auf 704,3 Millionen € gewachsen. Das operative Ergebnis (EBITDA) hat sich mit 163,3 Millionen € sogar mehr als verdoppelt. Dementsprechend  gab es auch bei der operativen Rendite eine deutliche Verbesserung auf 23%.

Unter dem Strich verdiente Friedrich Vorwerk 86,5 Millionen € und damit gut 140% mehr als noch 2024. Die starke Geschäftsentwicklung wird sich auch für die Anleger bezahlt machen, denn diese sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 1,10 € je Aktie erhalten. 2024 lag diese noch bei anteilig 0,30 €.

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Durchwachsene Prognose

Im laufenden Jahr plant der Konzern mit weiteren Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis. Während die Erlöse auf 730 bis 780 Millionen € klettern sollen, kalkuliert das Management beim EBITDA mit 160 bis 180 Millionen €. Die Ergebnisprognose liegt im Mittelwert leicht über der Markterwartung von 167 Millionen €, wohingegen die Umsatzprognose unter dem Konsens von 792 Millionen € angesiedelt ist.

Aktie reagiert volatil

Und genau das sorgt am Dienstag für gemischte Reaktionen. Nach anfänglichen Gewinnen von bis zu +5% rutscht der Anteilsschein zwischenzeitlich mit über -2% auf den tiefsten Stand seit Mitte September. Aktuell tendiert der Kurs aber wieder +1,3% höher. Der nächste Support befindet sich bei 63,80/66,60 €. Hält dieser nicht, drohen weitere Korrekturen zum 2021er-Hoch bei 53,60 €.

Für zusätzlichen Gegenwind sorgt eine Analystenstudie von Jefferies. Das US-Analysehaus hat die Aktie mit einem Kursziel von 68 € auf „Underweight“ belasen. Dieses Kursniveau hat die Aktie fast erreicht. Der Analystenkonsens sieht den SDAX-Titel dagegen mit 98 € fair bewertet, was einem Erholungspotenzial von fast +40% entspricht.

Lohnt sich jetzt ein Einstieg?

Friedrich Vorwerk hat ein starkes viertes Quartal hingelegt und setzt mit der deutlichen Dividendenanhebung ein Ausrufezeichen. Allerdings sorgt der verhaltene Ausblick für gemischte Reaktionen. Somit könnte es für die Aktie kurzfristig weiter ungemütlich bleiben.

In der Vergangenheit haben sich Korrekturphasen aber stets als gute Kaufgelegenheiten entpuppt. Und auch diesmal gilt: Mit weiteren Kursverlusten wird auch die fundamentale Bewertung immer attraktiver. Das Forward-KGV liegt inzwischen bei unter 15, was im historischen Vergleich günstig ist.

Außerdem hat auch die Dividendenrendite mit 1,6% ein ansprechendes Niveau erreicht.

Apropos Dividenden-Strategien: Viele Anleger übersehen aktuell zehn Titel, die kontinuierliche Cashflows mit erheblichem Kurspotenzial verbinden. Diese Analyse zeigt, welche Aktien 2026 besonders interessant sein könnten.

ℹ️ Friedrich Vorwerk in Kürze

  • Die Friedrich Vorwerk Group SE mit Sitz im niedersächsischen Tostedt ist ein führender Dienstleister im Bereich der Energieinfrastruktur.
  • Hierzu zählen die Konzipierung, Realisierung und Inbetriebnahme komplexer Energienetze für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen.
  • Das Unternehmen notiert im SDAX-Index und ist rund 1,45 Milliarden €. wert
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