Gold nach dem Crash: Steht der Markt vor dem Comeback?

Signale der Hoffnung

Der Goldpreis hat zuletzt deutlich nachgegeben und notiert inzwischen rund -20% unter den Rekordständen von Ende Januar, die bei knapp 5.600 US$ je Unze angesiedelt waren. Doch nun gibt es Grund zur Hoffnung, dass das Tal durchschritten wurde.

Gold bars on a black background yellow and gold stock chart illustration
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Edelmetalle unter Druck

Die vergangenen Wochen waren für Investoren im Edelmetallsektor nicht leicht. Seit dem Ausbruch des Krieges im Iran sind die Preise von Gold und Silber, aber auch von Kupfer und Platin deutlich zurückgekommen. Für Gold ging es in diesem Zeitraum um mehr als -16% hinab, Silber & Co. gerieten sogar noch stärker unter Abgabedruck.

Es hat also ganz den Anschein, als habe das gelbe Edelmetall seinen Status als sicherer Hafen verloren. Denn in der Vergangenheit war es eigentlich immer so, dass Gold in Krisenzeiten auf steigende Nachfrage traf und als sicherer Hafen angesteuert wurde.

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Ölpreisanstieg und Dollarstärke belasten

Diesmal stellt sich die Situation aber völlig anders dar. Das hängt vor allem mit den explodierenden Ölpreisen zusammen und der Aufwertung im US-Dollar. Ein steigender Dollarkurs korreliert negativ mit dem Goldpreis, da das Edelmetall in Dollar notiert und so für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer wird.

Gleichzeitig stellen die hohen Ölpreise ein potenzielles Aufwärtsrisiko für die Inflation dar und drücken dementsprechend auf die Zinssenkungserwartungen. Durch das höhere Zinsniveau steigen die Opportunitätskosten von Gold, da das Edelmetall keine laufenden Erträge liefert.

Gingen vor Kriegsbeginn noch viele Marktteilnehmer von zwei Zinssenkungen in diesem Jahr aus, sind die Erwartungen nun auf null Zinssenkungen gesunken. Inzwischen gibt es sogar die Debatte, dass die Zinsen möglicherweise wieder angehoben werden müssen, um die steigende Inflation einzudämmen.

Zudem haben Zentralbanken ihre Goldkäufe in diesem Jahr zurückgefahren. So wurden im Januar nur noch 5 Tonnen gekauft – deutlich weniger als die durchschnittlich 27 Tonnen in 2025.

Kommt es nun zur Bodenbildung?

Anleger wurden damit auf dem falschen Fuß erwischt. Doch nun gibt es möglicherweise Licht am Ende des Tunnels. Die Kursmuster der vergangenen Tage deuten auf eine Stabilisierung hin. Nach dem Flash-Crash vom Montag, als der Goldpreis zeitweise um fast -9% einbrach, scheint sich dieser nun im Unterstützungsbereich von 4.400/4.500 US$ einzupendeln. Das könnte der Beginn einer Bodenbildung sein.

Auch die Analysten von Barclays sehen inzwischen ein vernünftiges Einstiegsniveau erreicht. Im jüngsten Anlageausblick der Bank heißt es, dass Gold nach dem jüngsten Ausverkauf attraktiv aussehe, da sich strukturell nichts geändert habe.

Im Wortlaut heißt es:

Die Kombination aus geopolitischen Risiken, anhaltenden Zentralbankkäufen, dem Inflationsschub durch den Ölschock und den fiskalischen Auswirkungen des Konflikts sollte Gold unterstützen, insbesondere als Absicherung in den meisten Portfolios.

Auch ich bleibe langfristig bullisch gestimmt und gehe davon aus, dass die Käufe der Zentralbanken wieder Fahrt aufnehmen werden, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Gold fungiert in Phasen steigender Inflation und bei einem Wertverfall von Fiatwährungen als stabiler Wertspeicher.

Da passt es ins Bild, dass laut dem World Gold Council 43% der Zentralbanken planen, ihre Goldreserven weiter aufzustocken.

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