Deutsche Pfandbriefbank-Aktie: In der Krise kaufen?
Die Deutsche Pfandbriefbank-Aktie konnte sich gestern mit rund +10% stark erholen. Am Dienstag gewinnt sie aktuell +1,2% und steht bei knapp 3,10 €. Insgesamt befindet sie sich in einer sehr schwachen Situation. Was ist hier zu erwarten?
US-Geschäft belastet massiv
Das abgelaufene Geschäftsjahr steht ganz im Zeichen des Rückzugs aus dem US-Immobiliengeschäft. Damit ist der Eintritt von 2017 gescheitert. Der Ausstieg ist mit hohen Abschreibungen verbunden, insgesamt stiegen die Wertberichtigungen von 170 auf 410 Millionen €.
Die Erträge reduzierten sich von 544 auf 422 Millionen €. Hauptfaktor war das um rund 2 Milliarden reduzierte Kreditvolumen. Die Provisionserträge reduzierten sich von 5 auf 4 Millionen €. Der Anteil soll sich mittelfristig deutlich erhöhen. Unterm Strich wurde aus einem Vorjahresgewinn von 90 Millionen € ein Verlust von 284 Millionen €.
Aufgrund des Gewinneinbruchs verschlechterte sich die Kosten-Ertrags-Relation von 48,9 auf 60,9%. Positiv war, dass das Neugeschäft von 5,1 auf 6,3 Milliarden stieg.
Insgesamt kamen die Zahlen nicht überraschend. In den Vorquartalen zeichnete sich diese Tendenz ab. Das Unternehmen verwies immer auf die hohen Kosten aus dem US-Geschäft.
Leichte Verbesserungen erwartet
Für das laufende Jahr gibt die Bank sich vorsichtig optimistisch. Insbesondere beim Ergebnis vor Steuern wird wieder mit einem Gewinn von 30 bis 50 Millionen € gerechnet – im Vorjahr fiel ein Verlust von 250 Millionen € an. Der Provisionsertrag soll von 0,9% auf 10 bis 15% deutlich steigen. Hier wird sich der Erwerb der Mehrheit an der Deutschen Investment Gruppe positiv bemerkbar machen. Die Gruppe verwaltet ein Portfolio von rund 3 Milliarden €.
Das Neugeschäft soll bei 7,5 bis 8,5 Milliarden € liegen. Beim Kreditvolumen stehen 27 bis 28 Milliarden € auf dem Zettel. Die Eigenkapitalrendite soll auf 0 bis 1% steigen – zuletzt lag sie bei -9,9%.
Die mittelfristigen Ziele der Eigenkapitalrendite von 8% sowie die operativen Erträge wurden von 2027 auf 2028 verschoben.
Was bedeutet das für die Aktie?
Die Aufräumaktion aus dem US-Geschäft dauert zwar noch an, der größte Teil ist jedoch erledigt. Es war insgesamt ein teurer Ausflug. Die neue Strategie ist richtig und wird sich zukünftig positiv auswirken.
Meiner Meinung nach ist in dem jetzigen Kursniveau viel Negatives eingepreist und ich erwarte keinen gravierenden Kursrückgang mehr. Wichtig ist, dass die Ertragslage sich wieder verbessert.
Für risikobewusste Anleger bietet das jetzige Kursniveau gute Einstiegschancen. In der Krise einzusteigen, ist immer eine gute Strategie, insbesondere wenn Licht am Horizont erscheint. Sicherheitsorientierte Anleger sollten dagegen vorerst noch abwarten.
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ℹ️ Deutsche Pfandbriefbank in Kürze
- Die Deutsche Pfandbriefbank, kurz (WKN: 801900) pbb, ist eine führende europäische Spezialbank für die Finanzierung von Immobilien und öffentlichen Investitionen.
- Sie zählt zu den größten Emittenten von Pfandbriefen. Für Privatanleger bietet sie Anlagen in Fest- und Tagesgeld an.
- Das Institut ist an über 10 Standorten in Europa sowie den USA vertreten und hat seinen Hauptsitz in München.
- Die Marktkapitalisierung der im Prime-Standard gelisteten Aktie beträgt aktuell 413 Millionen €.