Salzgitter-Aktie: Jetzt schon einsteigen – oder noch abwarten?
Die Salzgitter-Aktie befindet sich seit Ende Februar in einem steilen Abwärtstrend. Dabei verlor sie rund -35%. Am Montag gewinnt sie aktuell +3% und steht bei 36,50 €. Wie geht es hier weiter?
Angespannte Lage belastet
Das vergangene Jahr war durch viele Belastungen geprägt: Steigende Energiepreise, US-Zölle und schwache Nachfrage waren die wichtigsten negativen Faktoren. Die Auswirkungen zeigten sich bereits in den jeweiligen Quartalsberichten.
Hiervon geprägt sind die Finanzkennzahlen vom 23. März. Demnach reduzierte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 10 auf 9 Milliarden €. Neben einem Volumenrückgang führten auch niedrigere Absatzpreise dazu.
Trotz eines positiven Beitrags aus dem Effizienzprogramm P28 von 110 Millionen € fiel das EBITDA von 445 auf 376 Millionen €. Beim EBT (Ergebnis vor Steuern) gab es eine deutliche Verbesserung. Der Verlust im Vorjahr mit 296 Millionen € sank auf 28 Millionen €. Hierzu trug der Gewinnanteil von Aurubis mit 180 Millionen € wesentlich bei.
Bei der Eigenkapitalverzinsung (ROCE) gab es einen Swing: Aus einem negativen Wert im Vorjahr mit 3,4% wurde eine positive Verzinsung von 0,7%.
In der Summe kamen die Zahlen nicht überraschend. Im Hinblick auf die angespannte Lage sind sie dennoch als solide zu bezeichnen.
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Leichte Verbesserung erwartet
Die angespannte Lage dürfte sich im laufenden Geschäftsjahr kaum ändern. Dennoch blickt der Konzern etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Beim Konzernumsatz wird mit 9,5 Milliarden € gerechnet. Das operative EBITDA soll zwischen 500 und 600 Millionen € liegen. Beim EBT steht ein Gewinn von 75 bis 175 Millionen € auf dem Zettel.
Der Konzern will sich zukünftig resilienter aufstellen.
Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler kommentiert die Maßnahmen so:
Angesichts anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Energiepreise und zunehmender handelspolitischer Unsicherheiten konzentrieren wir uns auf unsere eigene Handlungsfähigkeit. Hierzu zählen konsequente Kostensenkungen, Restrukturierungen und aktive Portfoliomaßnahmen.
Was bedeutet das für die Aktie?
Der starke Kursrückgang sorgt wieder für günstigere Einstiegskurse. Er ist wirtschaftlich übertrieben ausgefallen und beruht weitestgehend auf dem Iran-Konflikt. Die Angriffe auf den Iran lösten weltweit eine Börsenschwäche aus. Je nach Intensität und Dauer des Konfliktes kann es zu weiteren Rückgängen kommen.
Momentan halte ich die Aktie für fair bewertet. Die Unsicherheiten durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Iran sind unberechenbar und können zukünftig zu größeren Schwankungen führen.
Die Analystenmeinungen sind zweigeteilt. Es gibt die Optimisten wie die Deutsche Bank mit ihrem Zielkurs von 60 € sowie die UBS und die DZ Bank mit jeweils 52 €. Jefferies mit 29 € und JP Morgan mit 31,40 € halten die Aktie immer noch für überbewertet.
Mein Fazit: Vorerst sollten Anleger abwarten.
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ℹ️ Salzgitter in Kürze
- Die Salzgitter AG gehört zu den führenden Stahlkonzernen in Europa und ist international tätig.
- Neben dem klassischen Stahlgeschäft ist der Konzern breit aufgestellt und verfügt über insgesamt rund 150 Beteiligungen.
- Der Hauptsitz befindet sich in Salzgitter, darüber hinaus zählen 204 Standorte in 35 Ländern zum Gesamtkonzern.
- Die Aktie ist im SDAX gelistet, der Börsenwert beträgt aktuell knapp 2 Milliarden €.