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TUI-Aktie: Wie schlimm ist der Iran-Krieg wirklich?

Direkte und indirekte Folgen

Die TUI-Aktie ist zuletzt an der Börse mächtig unter Druck geraten. Seit ihrem 2-Jahreshoch Anfang Februar ist der Kurs des weltgrößten Touristikkonzerns um gut -30% eingebrochen. Sind die Folgen des Iran-Kriegs wirklich so schlimm für TUI oder finden Anleger hier eine super Kaufgelegenheit vor?

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Überschaubare direkte Auswirkungen

Der Iran-Krieg hat der TUI-Aktie einen schweren Dämpfer verpasst. Der amerikanisch-israelische Angriff auf den Iran wirkt sich sowohl direkt als auch indirekt nachteilig auf den deutschen Reiseriesen aus. Doch wie stark eigentlich?

Die Eskalation im Nahen Osten hat das Reisegeschäft in der Golfregion fast vollständig zum Erliegen gebracht. TUI musste zahlreiche Kreuzfahrttouren im Persischen Golf absagen. Schiffe wie die Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 konnten ihre geplanten Fahrten nicht wie vorgesehen durchführen.

Zudem waren wichtige Flugdrehkreuze wie Dubai und Doha zeitweise durch Drohnenangriffe und die darauffolgenden Luftraumschließungen blockiert. TUI musste tausende Urlauber mit Sonderflügen zurückholen.

Obwohl das keine guten Nachrichten sind, hat der Nahen Osten für den Touristikkonzern keine größere direkte Bedeutung. Analysten bezifferten die direkten Kosten der ersten Kriegswochen auf einen Umsatzverlust von ca. 50 Millionen € und einen Ergebnisverlust von unter 25 Millionen €.

Das könnte aber brenzlig werden

Brenzlig könnte es für TUI allerdings in Bezug auf die Anrainerstaaten Ägypten und die Türkei werden. Beide zählen mit Umsatzanteilen von 15 bis 20% (Türkei) und 5 bis 8% (Ägypten) zu den wichtigsten Reiseländern von TUI-Kunden.

Bislang gibt es nur Teilreisewarnungen des Auswärtigen Amtes für beide Ländern. Diese beziehen sich jedoch nicht auf die Touristenhochburgen Hurghada und Sharm El Sheikh in Ägypten sowie Antalya, Side und Bodrum in der Türkei.

Eine Ausweitung der Reisewarnungen könnte für TUI allerdings zu einem sehr großen Problem werden. Dann hätten Kunden, die eine Pauschalreise beim Konzern gebucht haben, nämlich ein kostenloses Stornierungsrecht.

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Die indirekten Auswirkungen sind größer

Größer als die direkten Auswirkungen sind derzeit die indirekten Folgen des Iran-Krieges für die TUI-Aktie. Die Explosion des Ölpreises verteuert den Sprit für die Flugzeug- und Schiffsflotte des Reisekonzerns massiv.

Für TUI ist das ein gewaltiges Problem, da ein Großteil der Reisen in den kommenden Monaten bereits zu festen Preisen verkauft ist, die Treibstoffkosten aber nur teilweise abgesichert wurden. Für die Sommersaison 2026 ist über die Hälfte des Bedarfs noch offen — muss also zu Marktkonditionen eingekauft werden. Für die Wintersaison 2026/27 hat TUI bislang weniger als 20% des Treibstoffbedarfs abgesichert.

Kurs auf das 12-Monatstief

Die Kursentwicklung der TUI-Aktie sah zuletzt gar nicht gut aus. Der MDAX-Titel befindet sich seit sechs Wochen in einem steilen Abwärtstrend und hat bislang noch keinen Boden gefunden. Nun nimmt die Aktie mit hohem Tempo Kurs auf das 12-Monatstief bei 5,80 €.

Die Börse übertreibt es

Banken haben zuletzt als Reaktion auf den Iran-Krieg vereinzelt ihre Kursziele leicht nach unten angepasst, sehen aber im Schnitt immer noch ein riesengroßes Upside für die TUI-Aktie. Das durchschnittliche Kursziel von 11,50 € liegt über +75% über dem aktuellen Kursniveau.

Auch ich sehe den jüngsten Kurssturz der TUI-Aktie als Übertreibung der Börse an. Solange die Hauptreiseländer Ägypten und die Türkei nicht direkt vom der Eskalation im Golf betroffen sind — wonach es meiner Meinung nach aktuell nicht aussieht — dürften sich die finanziellen Auswirkungen für TUI in Grenzen halten.

Die gestiegenen Treibstoffkosten wird TUI wie alle anderen Anbieter auf seine Kunden überwälzen müssen. Ich gehe davon aus, dass das weitgehend gelingen wird.

Angesichts der unsicheren Weltlage werden viele Kunden lieber eine sichere Pauschalreise als eine unsichere Individualreise buchen. Erstere kann im Unterschied zu letzterer bequem storniert werden — im Zweifelsfall ein Vorteil für den Pauschalreiseanbieter TUI.

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ℹ️ TUI in Kürze

  • Die TUI AG (WKN: TUAG50) gehört weltweit zu den größten Touristikkonzernen.
  • TUI betreibt eigene Hotels, Fluggesellschaften und Kreuzfahrtschiffe sowie Reisebüros, Incoming-Agenturen und Reiseveranstalter.
  • Der Konzern hat einen rechtlichen Doppelsitz in Berlin und Hannover, wobei die Konzernverwaltung in der niedersächsischen Landeshauptstadt angesiedelt ist.
  • TUI ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell knapp 3,3 Milliarden € wert.
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