Delivery Hero-Aktie: Turnaround im vollen Gange
Ein großes Stück Pizza für Uber
Delivery Hero steht im Scheinwerferlicht, denn das US-Mobilitätsunternehmen Uber hat am 18. Mai seine Beteiligung an Delivery Hero aufgestockt und hält nun 19,5% der Anteile sowie weitere 5,6% in Optionen. Laut Stimmrechtsmitteilungen verfolgt Uber damit rein finanzielle und strategische Ziele; eine kurzfristige Übernahme oder fundamentale Änderungen der Kapitalstruktur stehen nicht auf der Agenda.
Dennoch wertet die Wall Street den Deal als Ritterschlag. Während JPMorgan den Einstieg als Bestätigung für den inneren Wert der Vermögenswerte sieht, hob Barclays das Kursziel auf 39,10 € an. Beide Häuser betonen das enorme Aufspaltungs- und Wertschöpfungspotenzial des Lieferdienstes.
Mitten in diese Dynamik platzt die Nachricht über den geordneten Rückzug an der Spitze: Mitgründer Niklas Östberg wird den CEO-Posten bis spätestens März 2027 übergeben, treibt aber die Strategieüberprüfung weiterhin voran. Die Kombination aus dem starken Ankeraktionär Uber, Analysten-Lob und dem anstehenden Führungswechsel schürt am Markt die Erwartung auf baldige Portfolio-Verkäufe oder eine umfassende Restrukturierung.
Wer auf bereits gut laufende Aktien setzten möchte, statt auf solche, die im Turnaround stecken, der sollte sich unseren Report „3 Top-Picks 2026“ unbedingt anschauen.
Was macht Delivery Hero neuerdings attraktiv?
- Delivery Hero schafft es zunehmend, Kunden nicht mehr nur für Pizza zu gewinnen. Bereits 55% der Kunden nutzen mittlerweile mehrere Kategorien (Essen, Lebensmittel, Apothekenprodukte, Drogerieartikel). Das erhöht die Bestellhäufigkeit drastisch.
- Rund 43% des Bruttowarenvolumens stammen mittlerweile von Abo-Kunden (z. B. für versandkostenfreie Lieferung). Zudem verdient das Unternehmen über ein eigenes Werbenetzwerk (AdTech) hochmargiges Geld, indem Restaurants sich auf der Plattform weiter oben platzieren können.
- Erst im April stellte das Unternehmen einen eigenen, autonomen KI-Agenten namens „Herogen“ vor, der intern die Effizienz im Engineering steigern soll.
Die Segel sind gesetzt
Die letzten Quartalszahlen sind zwar schon drei Wochen alt, doch sie waren der Startschuss für die jüngste Rallye und untermauern Delivery Heros Turnaround:
- Das Bruttowarenvolumen stieg im ersten Quartal um starke 8,8% auf 12,5 Milliarden € (im Vorquartal lag das Wachstum noch bei 7,9%).
- Der Kurstreiber „Quick Commerce“ rund um schnelle Lieferungen von Lebensmitteln und Alltagsgegenständen (aus eigenen Warenlagern, den sogenannten Dmarts) wuchs um satte 30% und macht mittlerweile 18% des gesamten Konzernvolumens aus.
- Das Management bekräftigte die Prognose für 2026 mit einem erwarteten bereinigten EBITDA von 910 bis 960 Millionen €.
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ℹ️ Delivery Hero in Kürze
- Die Delivery Hero SE (A2E4K4) mit Sitz in Berlin betreibt eine Online-Bestell- und Lieferplattform für Mahlzeiten, Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs.
- Die Tochterunternehmen des Konzerns betreiben unter verschiedenen Firmen- und Markennamen Online-Bestelldienste, bei denen Kunden an Restaurants und Lieferdienste vermittelt werden.
- Delivery Hero ist weltweit tätig, hat sich jedoch aus dem deutschen Heimatmarkt weitgehend zurückgezogen. An der Börse ist der Konzern derzeit mit 9,6 Milliarden € bewertet.
Fazit
Jedoch bleibt der Markt für Essenslieferungen und Quick-Commerce extrem kompetitiv und margenschwach. Delivery Hero ist nur einer von vielen Essenslieferanten und hat meiner Meinung nach keine ausgeprägte Kundenbindungskraft.
Zudem muss Delivery Hero beweisen, dass der Free Cashflow dauerhaft ausreicht, um die teuren Schulden der Vergangenheit zu bedienen, ohne das Wachstum komplett abzuwürgen. Aus diesem Gesichtspunkt und der noch nicht eingetretenen Profitabilität, würde ich aktuell von einem Investment in Delivery Hero absehen.