HelloFresh-Aktie -10%: Ist das Schicksal endgültig besiegelt?
Die HelloFresh-Aktie bricht am Mittwochmorgen zeitweise um mehr als -10% ein und fällt damit auf ein neues Allzeittief bei nur noch knapp über 4 €. Was treibt Anleger weiter aus der Aktie des Kochboxen- und Fertigmahlzeitenherstellers und ist ihr Schicksal damit endgültig besiegelt?
Massiver Umsatzrückgang 2025
Die von HelloFresh vorgelegten Zahlen für das vergangene Jahr und vor allem die Prognose für das laufende Jahr lassen jede Hoffnung auf Besserung beim Mahlzeitenversender sterben. Das Unternehmen befindet sich auf einem massiven Schrumpfungskurs.
Im Jahr 2004 ging der Umsatz von HelloFresh um 900 Millionen € auf 6,8 Milliarden € zurück — ein Umsatzeinbruch um 12%. Währungsbereinigt lag das Minus „nur“ bei 9%, fiel damit aber deutlich höher aus als die erwarteten 6 bis 8%.
Das bereinigte EBITDA konnte HelloFresh im vergangenen Jahr zwar von ca. 399 auf 424 Millionen € verbessern. Allerdings lag das operative Ergebnis damit am unteren Ende der Prognosespanne.
Positiv zu vermerken ist, dass die Marge der Kochboxen um 3,7 Prozentpunkte auf 13,5% stieg. Im Bereich Fertiggerichte ist HelloFresh allerdings immer noch nicht profitabel. Die Marge der neuen Sparte lag 2025 bei -1,2%.
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Und keine Besserung 2026
Für das Zahlenwerk des vergangenen Jahres dürfte sich die Börse kaum mehr interessiert haben. Ausschlaggebend für den heutigen Kurssturz der HelloFresh-Aktie war vielmehr der Ausblick auf das Jahr 2026. Er ist schlichtweg eine Katastrophe.
Während Analysten im Vorfeld von einer leichten Erholung der Geschäftsentwicklung des Kochboxenversands ausgingen, rechnet HelloFresh nun mit einem weiteren währungsbereinigten Umsatzrückgang von 3 bis 6%.
Gleichzeitig warnte das Management vor rückläufigen Gewinnen. Das bereinigte EBITDA sieht die Unternehmensführung zwischen 375 und 425 Millionen € und damit unter dem Wert des Vorjahres.
Grund für die pessimistische Prognose ist der schwache Start ins neue Jahr. Das extreme Winterwetter zum Jahresbeginn in den USA und weiten Teilen Europas hat HelloFresh offenbar stark zugesetzt. Stürme und Kälteperioden haben die Lieferketten gestört und die Neukundenakquise gelähmt.
Eine weitere Nachricht, die sich zweifellos belastend auf den Kurs der HelloFresh-Aktie auswirkt, ist das Ende des Aktienrückkaufprogramms des Unternehmens. Nachdem HelloFresh nun selbst nicht mehr als Käufer der Aktien auftritt, dürfte der Aktienkurs weiter unter Druck geraten.
Sturz auf ein neues Allzeittief
Zum Chart der HelloFresh-Aktie muss ich keine großen Worte mehr verlieren. Seit Juni 2025 befindet sich der MDAX-Wert im freien Fall. Die Aktie durchbrach heute das bisherige Allzeittief bei 4,50 € — ein katastrophales Chartsignal. Anleger sollten von einer Fortsetzung des Abwärtstrends ausgehen.
Letzter Ausweg Übernahme
Ich habe schon lange keine Hoffnung mehr für die HelloFresh-Aktie und mit dem heutigen Tage ist das Schicksal des MDAX-Titels meiner Meinung nach endgültig besiegelt. Bereits im Zeitraum von 2022 bis 2024 gelang dem Mahlzeitenversand kein Wachstum mehr.
Seit 2025 befindet sich HelloFresh nun endgültig auf dem absteigenden Ast. Eine Zahl verdeutlicht die Misere des Unternehmens: Im vergangenen Jahr sankt die Zahl der Bestellungen im Kernsegment Kochboxen um 12%.
Ich will es mal ganz deutlich formulieren: Das Geschäftsmodell von HelloFresh ist tot. Das Interesse am Kernprodukt des Unternehmens (Kochboxen) schwindet dramatisch und das neue Produkt (Fertigmahlzeiten) lockt auch keinen Hund hinter dem Ofen hervor.
Ich glaube, dass die Zukunft von HelloFresh in der Übernahme durch ein anderes Unternehmen liegt. Allein hat der Kochboxenversand gar keine Überlebenschance mehr. Mit einer Übernahmeprämie sollten Anleger allerdings nicht rechnen. Zu mies ist der Blick in die Zukunft.
Diese Aktien gefallen uns deutlich besser als die von HelloFresh. Lade sie Dir sofort unter Top-Picks 2026 herunter!
ℹ️ HelloFresh in Kürze
- Die HelloFresh SE (WKN: A16140) mit Sitz in Berlin ist ein Anbieter sogenannter „Kochboxen“. Dabei handelt es sich um Pakete mit vorbereiteten Zutaten, vorwiegend aus lokalem Anbau, und einem Rezept.
- Die Boxen können von Verbrauchern selbst zu Mahlzeiten zubereitet werden. Die Kochboxen von HelloFresh sind in Abonnements erhältlich.
- Darüber hinaus bietet HelloFresh inzwischen auch Fertigmahlzeiten zur Bestellung an.
- Neben Deutschland ist der Kochboxenversender in zahlreichen weiteren Ländern aktiv.
- Das 2011 gegründete Unternehmen ist Mitglied im deutschen Nebenwerteindex MDAX und aktuell ca. 670 Millionen € wert.