Circus-Aktie: Wird 2026 das entscheidende Jahr?
Die Circus-Aktie befand sich zuletzt in einer schwachen Verfassung. Am heutigen Freitag verbessert sie sich aktuell um +5,2% und steht bei 6,60 €. In unserem exklusiven Interview spricht Gründer und CEO Niclas Bullwinkel über die Fortschritte und langfristigen Ziele des KI-Unternehmens für Essenszubereitungen. Was ist von der Aktie dieses Jahr zu erwarten?
Roll-out beginnt
Der CEO erklärte, dass das Unternehmen sich in der Phase der Skalierung befinde. Nachdem eine Kooperation mit einem Auftragsfertiger geschlossen wurde und Aufträge vorliegen, beginnt jetzt die Phase der Produktion und der Auslieferung.
Der Weg über große Organisationen wurde bewusst gewählt, da dort das größte Potenzial besteht. Als Kunden wurden beispielsweise Rewe, Mercedes, Meta, Schön Klinik sowie die Bundeswehr gewonnen. Der Vorteil bei diesen Kunden ist, dass ein erfolgreicher Probelauf zu hohen Zusatzbestellungen führen dürfte.
Ein typisches Beispiel hierfür ist die Bundeswehr. Es gibt viele Kasernen in Deutschland und die Soldaten befinden sich auch außerhalb auf Manövern. Um die Essensversorgung zu gewährleisten, bieten Essensroboter eine hervorragende Alternative. Insbesondere ist gewährleistet, dass es nicht nur einfaches Essen aus der Gulaschkanone gibt.
Auch große Konzerne wie Mercedes oder Meta sind für ihre Standorte auf innovative Lösungen angewiesen, um eine hochwertige Verpflegung ihrer Mitarbeitenden sicherzustellen. Nicht jedes Werk verfügt über eine eigene Kantine, und zugleich gestaltet es sich zunehmend schwierig, ausreichend Personal für den Kantinenbetrieb zu finden.
Sollte sich zudem das Konzept bei Rewe als erfolgreich erweisen, ist davon auszugehen, dass entsprechende Zubereitungsautomaten künftig auch in weiteren Filialen installiert werden.
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Hohe Umsätze erwartet
Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen einen deutlichen Umsatzanstieg. Die Prognose liegt bei Erlösen zwischen 44 und 55 Millionen Euro. Grundlage dieser Erwartung sind sowohl bereits fest vereinbarte Aufträge als auch mehr als 8.000 vorliegende Vorbestellungen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag der Umsatz noch bei rund 250.000 Euro.
Vor dem Hintergrund der geplanten Expansion erscheint der erwartete EBITDA-Verlust von 6 bis 8 Millionen Euro vergleichsweise moderat. In der Skalierungsphase junger Technologieunternehmen sind deutlich höhere Fehlbeträge nicht ungewöhnlich, da zunächst umfangreiche Investitionen in Produktion, Entwicklung und Vertrieb erforderlich sind.
Finanzierung gesichert
Um den Roll-out zu finanzieren, erfolgte Ende letzten Jahres eine Privatplatzierung bei institutionellen Investoren im Volumen von rund 30 Millionen €. Der Ausgabepreis lag mit 12,20 € deutlich über dem jetzigen Kursniveau. Solche Investoren steigen nur dann ein, wenn sie zukünftiges Kurspotenzial sehen.
Mit dem Erlös aus dieser Maßnahme ist die Finanzierung mittelfristig gesichert. Der Cashflow aus den Verkäufen sichert die Liquiditätslage ebenfalls.
Was bedeutet das für die Aktie?
Den Rückgang begründete der CEO Bullwinkel damit, dass innerhalb kurzer Zeit zu viel erwartet wurde. Die Serienfertigung beginnt erst und die Erfolge werden sich in den kommenden Quartalszahlen niederschlagen. Insbesondere im zweiten Halbjahr wird dies sichtbar.
Seit Anfang des Jahres ist zu beobachten, dass der CEO viele Insiderkäufe tätigte. Das spricht dafür, dass er die Aktie für unterbewertet hält. Ebenfalls will er mit den Käufen den Verwässerungseffekt teilweise wieder ausgleichen.
Meiner Meinung nach ist die Aktie deutlich unterbewertet. Ein zweistelliger Kurs sollte daher das erste Ziel sein. Der Orientierungskurs ist der Ausgabekurs der neuen Aktien.
Die Analysten sind deutlich zuversichtlicher. Die Baader Bank liegt mit 19 € am unteren Ende der Bewertungen. Cantor Fitzgerald mit 40,60 € und mwb Research sehen den fairen Wert bei 46 €. Deren Kurse sind momentan unrealistisch, sie zeigen jedoch, was die Analysten mittelfristig erwarten.
Für mich ist der starke Kursrückgang im Hinblick auf die Zukunftsaussichten unbegründet. Der Vorteil ist, dass er gute Einstiegschancen bietet. Die Aktie bleibt auf unserem Radar.
Übrigens: Für all jene, die sich fragen, welche KI-Unternehmen das Zeug zum Branchen-Primus haben, liefert unser Report „KI-Gewinner 2026“ wertvolle Einblicke in die Top-Aktien von morgen.
ℹ️ Circus in Kürze
- Die Circus SE (WKN: A2YN35) ist ein Start-up-Unternehmen mit der Mission, die Essenszubereitung mittels Künstlicher Intelligenz (KI) zu revolutionieren.
- Neben dem Hauptsitz in Hamburg unterhält das Unternehmen 4 Standorte.
- Die Aktie ist an der Frankfurter Börse notiert. Die Marktbewertung liegt bei rund 174 Millionen €.