Ethereum: Wichtige Kurszonen rücken in den Fokus
Der Ethereum-Kurs notiert wieder über 2.000 US$. Doch wie nachhaltig ist die Erholung? Orderflow, On-Chain-Daten und Liquidationszonen liefern erste wichtige Hinweise darauf, wie es für den Kurs weitergehen könnte.
Ethereum-Kurs über 2.000 US$
Ethereum konnte in den vergangenen Tagen wieder spürbar an Stärke gewinnen und notiert derzeit erneut über der wichtigen Marke von 2.000 US$. Nachdem geopolitische Spannungen rund um den Nahostkonflikt und stark steigende Ölpreise zuletzt für Unsicherheit an den Finanzmärkten gesorgt hatten, scheint sich die Lage zumindest kurzfristig etwas zu stabilisieren.
Besonders der Konflikt rund um Iran und die strategisch wichtige Straße von Hormus hatte zuletzt für Nervosität gesorgt. Über diese Route wird ein bedeutender Teil des globalen Öltransports abgewickelt. Entsprechend reagierten die Energiemärkte empfindlich auf die geopolitischen Entwicklungen. Steigende Ölpreise erhöhen den Inflationsdruck und belasten damit den Kryptomarkt.
Zuletzt gab es jedoch Signale, die auf eine mögliche Entspannung hindeuten könnten. Aussagen aus den USA deuten darauf hin, dass man derzeit eher von einem kurzfristigen militärischen Konflikt ausgeht als von einer längerfristigen Eskalation. Diese Einschätzung sorgte an den Märkten zumindest vorübergehend für Erleichterung und brachte auch bei Kryptowährungen wieder etwas positives Momentum zurück. Ethereum konnte von dieser Entwicklung profitieren und sich erneut über die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US$ schieben.
Übrigens: Wenn Du keine Investmentchancen verpassen willst, dann melde Dich unbedingt beim kostenlosen SD Insider Newsletter an.
Orderflow-Daten bei Ethereum senden ein positives Signal
Neben dem makroökonomischen Umfeld lohnt sich auch ein Blick auf die Marktstruktur. Hier zeigen Orderflow-Daten derzeit ein relativ gesundes Bild. Der jüngste Kursanstieg scheint nicht ausschließlich durch gehebelte Positionen im Derivatemarkt getrieben zu sein. Stattdessen steigen sowohl das Spot-Volumen als auch das Handelsvolumen im Derivatemarkt an. Diese Entwicklung gilt grundsätzlich als positives Zeichen für die Marktstruktur.
Wenn ein Anstieg ausschließlich durch gehebelte Futures-Positionen entsteht, kann er schnell wieder kippen, sobald Trader Gewinne mitnehmen oder Positionen liquidiert werden. Eine steigende Spot-Nachfrage deutet dagegen darauf hin, dass echte Kapitalzuflüsse in den Markt kommen. Damit dieses Momentum nachhaltig bleibt, wird entscheidend sein, dass die Nachfrage im Spotmarkt weiter zunimmt. Positive Kapitalzuflüsse in Spot-ETFs könnten hier eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wäre es wichtig, dass der Derivatemarkt nicht zu stark von übermäßiger Hebelpositionierung dominiert wird.
ETH On-Chain-Indikator zeigt ein differenziertes Bild
Während die Marktstruktur derzeit relativ stabil wirkt, zeigt ein Blick auf die On-Chain-Daten ein etwas differenzierteres Bild. Ein wichtiger Indikator ist das sogenannte MVRV-Verhältnis (Market Value to Realized Value). Diese Kennzahl misst das Verhältnis zwischen dem aktuellen Marktwert und dem realisierten Wert der Coins. Kürzlich ist das MVRV von Ethereum erstmals seit rund eineinhalb Monaten wieder in den positiven Bereich gestiegen.
Normalerweise gilt ein solcher Anstieg als bullisches Signal, da Investoren wieder in die Gewinnzone kommen. Allerdings kann ein steigendes MVRV in einem weiterhin fragilen Marktumfeld auch gegenteilige Effekte auslösen. Sobald Anleger wieder Gewinne sehen, steigt häufig die Bereitschaft, diese zu realisieren. Gerade kurzfristige Marktteilnehmer könnten die jüngste Kursbewegung daher nutzen, um Positionen zu reduzieren oder frühere Verluste auszugleichen.
Ethereum-Kurs: Wichtige Preiszonen im Blick
Trotz der jüngsten Erholung bleibt ein wichtiger Risikofaktor bestehen. Ein Blick auf die Liquidation-Heatmap zeigt, dass sich aktuell auf der Unterseite eine zunehmende Liquiditätszone aufbaut. Besonders im Bereich um 1.900 US$ bildet sich derzeit ein deutliches Cluster. Die dort liegende Liquidationsstärke beläuft sich inzwischen auf über 350 Millionen US$.
Solche Bereiche wirken im Markt häufig wie magnetische Preiszonen. Der Kurs wird oft in diese Regionen gedrückt, weil dort eine große Menge an Liquidationen ausgelöst werden kann. Entsprechend besteht weiterhin die Möglichkeit, dass Ethereum diese Zone kurzfristig noch einmal testet, bevor sich ein klarer Aufwärtstrend etablieren kann.

Liquidation-Heatmap auf CoinAnk
Fazit zum Ethereum-Kurs
Ethereum konnte sich zuletzt wieder über die wichtige Marke von 2.000 US$ schieben und damit kurzfristig positives Momentum aufbauen. Die Marktstruktur wirkt dabei insgesamt relativ gesund, da sowohl Spot- als auch Derivatevolumen parallel ansteigen. Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld ein entscheidender Faktor. Sollte sich die geopolitische Lage weiter entspannen und der Ölpreis wieder stabilisieren, könnte sich auch der Druck auf Risikoanlagen verringern.
In diesem Szenario hätte Ethereum gute Chancen, die Marke von 2.000 US$ nachhaltig als Unterstützung zu etablieren. Kurzfristig bleibt jedoch das Liquiditätscluster im Bereich um 1.900 US$ ein wichtiger Punkt, den der Markt noch einmal anlaufen könnte.
Übrigens: Mehr zu Bitcoin und Kryptowährungen erfährst Du in unserem Krypto-Wissens-Artikel.