Gold: Nach Korrektur – gelingt nun der Befreiungsschlag?
Warum Gold trotz Entspannung steigt
Grund für den Preisanstieg ist die Einigung zwischen den USA und dem Iran im Nahostkonflikt. Nach Angaben beider Seiten sowie des Vermittlers Pakistan wurde ein Rahmenabkommen beschlossen, das eine Verlängerung der Waffenruhe und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Die offizielle Unterzeichnung soll am Freitag erfolgen.
Die Folge: Der Ölpreis ist massiv unter Druck geraten. Anleger rechnen mit einer Normalisierung der Energieexporte aus der Golfregion und sinkenden Inflationsrisiken. Genau das könnte den Notenbanken künftig mehr Spielraum verschaffen und den Druck auf die Zinsen verringern. Ein Umfeld, das Gold unterstützen würde.
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Zentralbanken bleiben der wichtigste Preistreiber
Nachdem der größte Belastungsfaktor der vergangenen Wochen wegzufallen scheint, dürfte ein ganz anderer Punkt wieder in den Fokus rücken. Seit Jahren kaufen Zentralbanken weltweit große Mengen des Edelmetalls. Dabei zählen China, Indien, Polen und die Türkei zu den größten Käufern. Allein im ersten Quartal 2026 erwarben Notenbanken weltweit netto 244 Tonnen Gold.
Anhaltende geopolitische Spannungen, die zunehmende Diversifizierung der Währungsreserven und wachsende Zweifel an der langfristigen Stabilität der Staatsfinanzen vieler Industrieländer treiben die Nachfrage. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank hat Gold inzwischen sogar US-Staatsanleihen als zweitwichtigste Reserveposition der Zentralbanken überholt.
Fed kurzfristig entscheidend
Kurzfristig richtet sich der Blick auf die US-Notenbank. Die Fed entscheidet in dieser Woche erstmals unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh über die weitere Geldpolitik.
Steigende Realzinsen gelten traditionell als Gegenwind für Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft. Umgekehrt profitieren Goldpreise meist von sinkenden Renditen und einer lockereren Geldpolitik.
Sollte der Rückgang der Energiepreise tatsächlich zu einer Entspannung bei der Inflation führen, könnte dies den Spielraum für zukünftige Zinssenkungen vergrößern. Genau auf dieses Szenario setzen derzeit viele Anleger.
Chartbild hellt sich auf, aber...
Aus charttechnischer Sicht hat Gold mit der Verteidigung der 4.000-US$-Marke eine wichtige Bewährungsprobe bestanden. Sie stellt weiterhin die erste Unterstützung dar.
Auf der Oberseite liegen die nächsten Hürden bei 4.381/4.402 US$ und 4.500 US$. Darüber rücken die Abwärtstrendlinie bei 4.530 US$ sowie die 50-Tage-Linie bei rund 4.582 US$ in den Fokus. Erst ein Ausbruch über diese Marken würde das technische Bild wieder deutlich aufhellen und einen Angriff auf die psychologisch wichtige 5.000-Dollar-US$ ermöglichen.
ℹ️ Gold im Überblick
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- Gold erfüllt mehrere Funktionen. Neben seiner Verwendung in der Schmuckindustrie und in bestimmten Industriebereichen dient es vor allem als Wertspeicher. Viele Anleger nutzen Gold als Schutz vor Inflation, Währungsabwertung und geopolitischen Krisen.
- Schätzungen zufolge wurden bislang rund 216.000 Tonnen Gold gefördert. Die wirtschaftlich abbaubaren Reserven werden auf etwa 50.000 bis 55.000 Tonnen geschätzt. Die begrenzte Verfügbarkeit ist ein wichtiger Grund dafür, weshalb Gold langfristig seinen Wert behalten konnte.
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Fazit
Die kräftige Erholung zeigt, dass Gold möglicherweise vor der nächsten Aufwärtswelle stehen könnte. Sinkende Ölpreise, die Aussicht auf eine weniger restriktive Geldpolitik und die anhaltend hohe Nachfrage der Zentralbanken sorgen weiterhin für Rückenwind. Dazu bleibt das gelbe Edelmetall aufgrund der geopolitischen Spannungen und der hohen Staatsverschuldung vieler Industriestaaten als Krisenschutz gefragt.
Solange die Unterstützung bei 4.000 US$ hält, spricht vieles dafür, dass die jüngste Schwächephase lediglich eine Korrektur innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends war. Mittelfristig halte ich Kursziele zwischen 5.000 und 6.000 US$ je Feinunze daher durchaus für realistisch.