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AeroVironment-Aktie -17%: Die perfekte Kaufgelegenheit?

Angst vor Auftragsverlust

Der gestrige Handelstag dürfte AeroVironment-Aktionären noch heute in den Knochen stecken. Die Kursentwicklung war nämlich nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Nachdem der Kurs der AeroVironment-Aktie am Montagmorgen von 250 auf 300 US$ hochschoss, sackte er am Nachmittag auf 200 US$ ab. Was steckt hinter dieser gewaltigen Berg- und Talfahrt und sollten Anleger jetzt in den Drohnenspezialisten einsteigen?

DroneShield
stock.adobe.com/Valentin

Eine atemberaubende Berg- und Talfahrt

Auslöser des Kurssprungs am Montagmorgen war der Angriff der USA auf den Iran. Als Marktführer bei Kamikaze-Drohnen gilt AeroVironment als einer der großen Profiteure einer direkten US-Beteiligung am Konflikt im Nahen Osten. Erst vor wenigen Tagen hat die US-Armee AeroVironment einen Auftrag über 186 Millionen US$ für die neue Generation der Switchblade-Drohnen erteilt.

Doch am Nachmittag zerstörte eine Schocknachricht postwendend die Kriegseuphorie des Morgens. Medienberichten zufolge plant die US Space Force, das SCAR-Programm (Satellite Communications Augmentation Resource) neu auszuschreiben. Dabei handelt es sich um ein strategisches Milliardenprojekt, das die Art und Weise, wie das US-Militär mit seinen Satelliten kommuniziert, revolutionieren soll.

AeroVironment liefert für SCAR das sogenannte „BADGER-System“. Es besteht aus vielen kleinen und transportablen Bodenstationen, die mit mehreren Satelliten gleichzeitig kommunizieren können. Dadurch lässt sich die Kapazität in der Satellitenkommunikation um das Zehnfache steigern.

Für AeroVironment ist das Programm von überragender Bedeutung. Mit einem geschätzten Auftragswert von 1,4 Milliarden US$ macht es fast die Hälfte des aktuellen Auftragsbestands des Rüstungsunternehmens aus.

Eine Bank sieht rot

e Investmentbank Raymond James reagierte sofort mit einer außergewöhnlich drastischen Maßnahme. Sie senkte das Rating der AeroVironment-Aktie um drei Stufen von „Strong Buy“ auf „Underperform“.

Die Bankanalysten warnten davor, dass der Wegfall des SCAR-Programms ein riesiges Loch in die Umsatzplanung für 2026 und 2027 reißen könnte. Ohne diesen Vertrag sei der Kern-Backlog von AeroVironment nicht mehr wachsend, sondern schrumpfend, was die extrem hohe Bewertung der Aktie nicht mehr rechtfertige, so Raymond James.

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Ein Tag zum Vergessen

Charttechnisch war der Montag ein Tag zum Vergessen. Die AeroVironment-Aktie sackte durch den Kurssturz auf ein neues 6-Monatstief ab.

Zudem kreuzte der kurzfristige Durchschnitt (MA5) den längerfristigen (MA10) nach unten – ein charttechnisches Warnsignal, das automatisierte Verkaufsprogramme auslöste. Nun steht sogar zu befürchten, dass der Rüstungstitel auf ein Kursniveau von ca. 190 US$ zurückfällt.

Ein Risiko, das sich lohnen kann

Für meinen Geschmack hat die Börse gestern Nachmittag bei der AeroVironment-Aktie ein wenig überreagiert. Neuauschreibungen sind in der Rüstungsindustrie nichts Ungewöhnliches, vor allem bei strategisch so wichtigen Projekten wie dem SCAR. Das Pentagon nutzt diese Methode bei fast der Hälfte aller Ausschreibungen, um durch mehr Wettbewerb bessere Technologie zu geringeren Kosten zu bekommen und sich nicht von Vornherein an einen Anbieter binden zu müssen.

Für die AeroVironment-Aktie ist die Besonderheit dieser Situation, dass das SCAR-Projekt ein so dramatisch hohes Gewicht im gesamten Auftragsbestand spielt. Trotzdem rate ich Anlegern, jetzt nicht die Nerven zu verlieren.

Ich glaube, dass AeroVironment immer noch beste Karten hat, diesen Auftrag zu gewinnen, wenngleich vielleicht nicht mehr zu so guten Konditionen wie zuvor. Das Pentagon hat meiner Meinung nach ein großes Interesse am Fortbestand von AeroVironment.

Das Rüstungstechnologieunternehmen hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Partner des US-Kriegsministeriums entwickelt. Das Pentagon achtet sehr genau darauf, Aufträge strategisch so unter den heimischen Rüstungsunternehmen zu verteilen, dass alle ein vernünftiges Auskommen haben.

Meiner Einschätzung nach eröffnet sich durch den gestrigen Kurssturz sogar eine interessante Gelegenheit, in die AeroVironment-Aktie einzusteigen. Mit einem Forward-KGV von 64 ist sie für einen hochdynamischen und profitablen Rüstungsgüterhersteller mit exzellenten Wachstumsperspektiven nicht zu teuer.

Anleger müssen bei einem Investment in die AeroVironment-Aktie jedoch gute Nerven mitbringen. Ein Scheitern des SCAR-Projekts könnte zu einem erneuten Kurssturz führen.

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ℹ️ AereVironment in Kürze

  • AeroVironment (WKN: A0MJX7) ist ein US-amerikanisches Technologieunternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von unbemannten Flugkörpern (Drohnen) spezialisiert ist.
  • Die Luftfahrzeuge werden sowohl für militärische Zwecke als auch für kommerzielle Anwendungen genutzt.
  • Das 1971 gegründete Unternehmen ist einer der ältesten und technisch führenden Drohnenhersteller weltweit.
  • AeroVironment hat seinen Sitz in Monrovia in Kalifornien und wird an der Börse aktuell mit 10,4 Milliarden US$ bewertet.
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