Commerzbank-Aktie: Schlägt die UniCredit jetzt doch zu?
Mit einem Kursgewinn von +1,5% ist die Commerzbank-Aktie am Montagmorgen Spitzenreiter im DAX und setzt ihre leichte Aufwärtsbewegung der letzten Tage fort. Können Anleger nun darauf hoffen, dass die Übernahme der UniCredit doch schneller als erwartet kommt?
Die Übernahme wird jetzt einfacher
In Bezug auf die Übernahme einer Mehrheit an der Commerzbank durch die italienische UniCredit gibt es aktuell immer noch viele Fragezeichen, aber auf eine Frage gibt es seit dem Wochenende eine Antwort. Seit gestern ist die Übernahme in rechtlicher bzw. technischer Hinsicht für die italienische Großbank auf jeden Fall deutlich einfacher geworden.
Am Sonntag ist nämlich die Frist für eine sogenannte „Aktientauschsperre“ nach deutschem Recht abgelaufen. Das bedeutet konkret, dass die UniCredit nun einen Kauf der Commerzbank-Anteile nicht mehr in bar, sondern auch mit eigenen Aktien bezahlen kann.
Für die UniCredit macht das den Erwerb der deutschen Privatbank wesentlich einfacher und attraktiver. Sie muss nicht mehr in ihre Portokasse greifen und Millionen von Euro daraus für eine Zahlung an die Commerzbank-Aktionäre entnehmen.
Hinzu kommt die enorme Wertsteigerung der UniCredit-Aktie in jüngster Vergangenheit. In den letzten 36 Monaten hat sich der Aktienkurs der Italiener vervierfacht. Das ist eine sogar noch höhere Kurssteigerung als die +225% der Commerzbank-Aktie in diesem Zeitraum. Andersrum formuliert: Die UniCredit muss jetzt weniger eigene Anteile für die Commerzbank aufwenden als in der Vergangenheit.
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Bei diesem Kurs ist Schluss
Die Commerzbank-Aktie steckt seit drei Monaten in einem Seitwärtstrend fest. Bei 36,50 € ist derzeit Schluss.
Bereits mehrfach hat der DAX-Titel diese Kursmarke in den letzten Wochen getestet — bislang ohne Erfolg. Obwohl die Investmentbank Goldman Sachs heute ihr Kursziel für die Commerzbank-Aktie auf 39 € angehoben hat, sehe ich derzeit charttechnisch kein Ende dieser Seitwärtsbewegung.
Zwei große offene Fragen
Noch ist völlig unklar, ob und wann die UniCredit ein Angebot für die restlichen ca. 71% der Commerzbank-Anteile abgeben wird. Zwei wichtige Fragen müssen die Italiener im Vorfeld klären:
Erstens: Welches Umtauschverhältnis wollen sie den Commerzbank-Aktionären anbieten? Zweitens: Wie wollen sie die deutsche Bundesregierung überzeugen?
Die erste Frage ist sehr heikel, denn hierbei geht es um nichts Geringeres als die zukünftige Machtbalance zwischen Commerzbank- und UniCredit-Aktionären. Die UniCredit ist mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 116 Milliarden € fast viermal so wertvoll wie die Commerzbank mit 40 Milliarden €. Eine größere Abweichung von diesem Gewichtsverhältnis dürften die Anteilseigner der UniCredit kaum akzeptieren.
Die zweite Frage ist meiner Meinung nach noch heikler. Die Bundesregierung, die derzeit noch gut 12% der Commerzbank-Anteile hält, hat sich bislang klar gegen eine Übernahme durch die UniCredit ausgesprochen. Das Management der UniCredit muss deshalb in Berlin noch ganz schön dicke Bretter bohren, um diesen politischen Widerstand zu durchbrechen.
Es bleibt weiterhin spannend in der Übernahmesaga der Commerzbank-Aktie. Viel Aufwärtspotenzial sehe ich derzeit allerdings nicht mehr.
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ℹ️ Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 40 Milliarden € bewertet.