Amazon-Aktie stürzt ab: Unsere Meinung ist klar!

Eindeutige Kaufempfehlung

Die Aktie von Amazon.com steht nach den jüngsten Quartalszahlen stark unter Druck, verliert nachbörslich fast 10%. Der Kursrückgang eröffnet Investoren die Gelegenheit, einen Technologiekonzern mit langfristigem Wachstumspotenzial zu einer deutlich günstigeren Bewertung zu betrachten.

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Verkaufsdruck trotz starker Zahlen

Der Kursverlust von fast 10% nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal vermittelt auf den ersten Blick den Eindruck eines schwachen Abschlusses. Tatsächlich präsentierte Amazon jedoch ein weiteres solides Quartal mit überzeugender Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis, während die langfristige strategische Ausrichtung unverändert blieb. Vor diesem Hintergrund erscheint die negative Marktreaktion überzogen.

Der Umsatz übertraf die Erwartungen um mehr als zwei Milliarden US-Dollar und lag damit rund ein Prozent über den Prognosen. Auch auf Ergebnisebene fiel die Abweichung marginal aus. Das Ergebnis je Aktie verfehlte die Schätzungen lediglich um einen Cent, was den deutlichen Kursrückgang fundamental kaum erklärt. Selbst der Ausblick auf das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 lag mit einer Umsatzspanne von 173,5 bis 178,5 Milliarden US-Dollar über den Konsenserwartungen.

Solche Bewegungen lassen sich häufig nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Neben Fundamentaldaten spielen Kapitalflüsse und technische Aspekte eine Rolle, etwa Gewinnmitnahmen großer Investoren oder Umschichtungen institutioneller Portfolios. Dennoch lassen sich mehrere Punkte identifizieren, die zur Verunsicherung beigetragen haben könnten.

Cloud-Wachstum und Investitionsausgaben als Belastungsfaktoren

Ein sensibler Punkt für den Markt bleibt das Cloud-Geschäft. Wettbewerber wie Microsoft meldeten zuletzt ein starkes Wachstum im Cloud-Segment, während Alphabet sogar Zuwächse von rund fünfzig Prozent im Cloud-Bereich auswies und gleichzeitig massive Investitionen ankündigte. Vor diesem Hintergrund wirkten die vierundzwanzig Prozent Wachstum von Amazon Web Services für manche Marktteilnehmer vergleichsweise verhalten, obwohl sie über den Erwartungen lagen. Das nährte die Sorge, dass AWS Marktanteile an Azure oder Google Cloud verlieren könnte.

Hinzu kommt die Diskussion um die hohen Investitionsausgaben. Bereits im Jahr 2025 stiegen die Investitionen deutlich an und belasteten den freien Cashflow erheblich. Für 2026 stellte das Management Investitionen von rund zweihundert Milliarden US-Dollar in Aussicht. Kurzfristig erhöht diese Ankündigung die Unsicherheit, da der freie Cashflow weiter unter Druck geraten könnte, auch wenn langfristig höhere Renditen möglich sind.

Ein weiterer Aspekt war der Ausblick auf das operative Ergebnis im kommenden Quartal. Die Prognosespanne blieb unter den Markterwartungen, was die Vorsicht der Investoren zusätzlich verstärkte, obwohl der obere Rand der Spanne nur geringfügig darunter lag.

Risiken bleiben Teil des Gesamtbildes

Klar ist: Amazon ist trotz starker Marktposition nicht frei von Risiken. Der Konzern steht im Wettbewerb mit finanzstarken Konkurrenten, ist konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt und bindet enorme Mittel in langfristige Projekte. Sollte sich die erwartete Rendite dieser Investitionen verzögern, könnte dies die Bewertung und das Vertrauen der Anleger belasten. Zudem rücken regulatorische Risiken stärker in den Vordergrund, da Amazon in vielen Regionen eine marktbeherrschende Stellung einnimmt und zunehmend im Fokus von Aufsichtsbehörden steht.

Viele überzeugende Signale

Trotz dieser Bedenken liefert das vierte Quartal zahlreiche positive Impulse. Die hohen Investitionsausgaben sind auch ein Ausdruck des Vertrauens des Managements in die künftige Nachfrage. Vergleichbare Investitionsprogramme bei Wettbewerbern unterstreichen, dass der Ausbau von Infrastruktur und neuen Technologien derzeit entscheidend ist, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Besonders im Bereich eigener Chips meldete Amazon deutliche Fortschritte. Die hauseigenen Lösungen gewinnen an Bedeutung innerhalb der Cloud-Dienste und tragen bereits signifikant zum Umsatz bei. Diese Entwicklung zeigt, dass die Investitionen nicht abstrakt bleiben, sondern zunehmend operative Wirkung entfalten.

Auch außerhalb der Cloud setzte der Konzern Akzente. Im Mediengeschäft stärkte Prime Video seine Position mit neuen Sportrechten, während der E-Commerce-Bereich sein Angebot ausbaute und die Lieferprozesse weiter verbesserte. Neue Funktionen wie die bildbasierte Produktsuche steigerten die Nutzerbindung und unterstützten das Umsatzwachstum.

Auf der Ergebnisseite spiegeln sich diese Maßnahmen zunehmend wider. Das Nordamerika-Geschäft wuchs weiterhin solide, international beschleunigte sich das Wachstum leicht, und AWS gewann erneut an Dynamik. Besonders bemerkenswert ist die Margenentwicklung, da Effizienzgewinne bereits jetzt spürbare Effekte auf das operative Ergebnis haben.

Ertragsstarke Geschäftsbereiche gewinnen an Gewicht

Die Zusammensetzung der Umsätze spricht ebenfalls für eine positive Entwicklung. Während das Wachstum im klassischen Onlinehandel moderater ausfällt, legen margenstarke Segmente deutlich zu. Werbedienstleistungen, Cloud-Services und Abonnements verzeichnen zweistellige Wachstumsraten und verbessern damit die Profitabilität des Gesamtkonzerns nachhaltig.

Bewertung eröffnet langfristige Chancen

Nach dem Kursrückgang notiert die Aktie wieder um die Marke von zweihundert US-Dollar. Die Markterwartungen gehen von einem Umsatzwachstum von rund zehn Prozent in den kommenden Jahren aus, während steigende Margen das Ergebnis zusätzlich stützen sollen. Auf Basis konservativer Annahmen ergibt sich für 2027 ein moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis, das deutlich unter dem historischen Durchschnitt liegt.

Langfristig betrachtet erwerben Anleger damit ein Unternehmen mit solider Ertragskraft, das sich in einer intensiven Investitionsphase befindet und auf Jahrzehnte hinaus Wachstumspotenzial besitzt. Sollte sich die hohe Investitionstätigkeit ähnlich auszahlen wie in früheren Phasen der Unternehmensgeschichte, könnte dies eine attraktive Wertsteigerung für Aktionäre bedeuten.

Fazit

Die Marktreaktion auf das vierte Quartal fiel deutlich negativer aus, als es die operativen Kennzahlen rechtfertigen. Beschleunigtes Wachstum im Cloud-Geschäft, steigende Margen und eine klare Investitionsstrategie sprechen dafür, dass Amazon in den kommenden Jahren stärker aufgestellt sein dürfte als heute. Vor diesem Hintergrund erscheint die aktuelle Bewertung als attraktive Gelegenheit für langfristig orientierte Investoren.

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ℹ️ Amazon in Kürze

  • Amazon (WKN: 906866) mit Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington ist ein global agierender Online-Versandhändler mit einer breit gefächerten Produktpalette.
  • In vielen Produktkategorien ist Amazon der weltweit führende Einzelhändler. Über die Verkaufs- und Logistikplattform des Konzerns können auch Privatpersonen und andere Händler ihre Produkte anbieten.
  • Neben seiner marktführenden Position im E-Commerce ist Amazon über seine Sparte Web Services auch der weltweit größte Anbieter von Cloud Computing-Diensten.
  • Amazon notiert im Nasdaq 100 sowie im S&P 500 Index und ist mit einem aktuellen Börsenwert von ca. 2,38 Billionen US$ das fünftwertvollste Unternehmen der Welt.
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