Bitcoin: „Das Gefühl, es wieder verkackt zu haben“
Ein aktueller X-Beitrag von Krypto-Influencer Raoul Pal liest sich weniger wie eine Marktanalyse und mehr wie ein rohes Tagebuch aus dem Maschinenraum der Finanzmärkte. Genau darin liegt seine Stärke. Pal beschreibt nicht nur Zahlen, Zyklen und Renditen – er beschreibt Gefühle: Angst, Wut, Selbstzweifel und dieses lähmende Gefühl, „es schon wieder verkackt zu haben“. Und genau das ist der Punkt: Crashes fühlen sich immer gleich an.
Die ewige Wiederkehr der Panik
Ob Aktien, Krypto oder andere Risikoassets – Marktpaniken folgen einem erstaunlich stabilen psychologischen Muster. In der Abwärtsphase herrscht Hoffnungslosigkeit. Narrative kippen von „This time is different“ zu „Diesmal ist alles vorbei“. Selbst erfahrene Marktteilnehmer zweifeln an sich. Pal, der seit fast vier Jahrzehnten investiert und Bitcoin seit 2013 begleitet, macht klar:
Jede Panik fühlt sich einzigartig an – ist es aber nicht.
Seine persönliche Bitcoin-Historie ist dafür ein Paradebeispiel: frühe Einstiege, massive Drawdowns von 70–80 %, falsches Timing, verpasste Vervielfachungen – und trotzdem eine langfristig extreme Wertsteigerung. Nicht wegen perfekter Entscheidungen, sondern trotz unperfekter Entscheidungen.
HODL ist kein Meme, sondern eine Strategie
Eine der zentralen Botschaften von Pal: In einem säkular steigenden Asset ist Nichtstun oft die stärkste Handlung. „HODL“ mag wie Internetfolklore wirken, ist aber psychologisch brutal schwer umzusetzen. Denn nichts zu tun bedeutet, Volatilität auszuhalten, ohne reagieren zu dürfen.
Seine zweite Lektion geht noch weiter: Aggressives Nachkaufen in Sell-offs. Nicht, weil man den Tiefpunkt trifft – das tut fast niemand –, sondern weil das Durchschnittsniveau der Position sinkt und der Zinseszinseffekt langfristig enorm verstärkt wird. Selbst kleine Käufe in Panikphasen sind laut Pal wertvoll, weil sie den eigenen Geist trainieren, nicht vor Angst zu erstarren.
Zwei Fragen, die alles entscheiden
Pal reduziert die komplexe Makro- und Technologiedebatte auf zwei simple Fragen:
Wird die Welt morgen digitaler sein als heute?
Wird Fiatgeld morgen weniger wert sein als heute?
Wer beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, hat laut Pal bereits seine langfristige These. Alles andere – Kurseinbrüche, Twitter-Panik, Schlagzeilen – ist nur Rauschen auf dem Weg.
Überzeugung kann man nicht mieten
Besonders eindrücklich ist sein Warnhinweis vor „geliehener Überzeugung“. Wer nur investiert ist, weil andere es sind, wird Panikphasen nicht überstehen. Diese Art von Überzeugung wirkt wie Hebel: Sie verstärkt Gewinne – und vernichtet Kapital, sobald es ernst wird. DYOR ist deshalb keine Floskel, sondern eine Überlebensstrategie.
Volatilität ist keine Strafe, sondern der Preis
Der vielleicht wichtigste Gedanke am Ende:
Volatilität ist der Preis, den wir für außergewöhnliche Renditen zahlen.
Ohne sie gäbe es keine exponentiellen Entwicklungen – aber auch keine schlaflosen Nächte. Panik gehört nicht zufällig dazu, sie ist struktureller Bestandteil dieser Märkte. Wer das akzeptiert, erlebt Crashes nicht mehr als Ausnahme, sondern als Kapitel einer langen Geschichte.
Fazit
Raoul Pals Beitrag ist kein Aufruf zum blinden Kaufen, sondern ein Plädoyer für Perspektive. Für realistische Selbsteinschätzung, sauberes Risikomanagement und mentale Vorbereitung auf genau jene Momente, die sich „wie das Ende von allem“ anfühlen.
Oder anders gesagt: Crashes ändern nicht die Story – sie testen, ob du sie wirklich verstanden hast.
Tipp: Sichere Dir jetzt unseren kostenlosen Report „KI-Gewinner 2026“, um dieses Jahr auf das richtige Pferd zu setzen!